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10.01.2010

09:00 Uhr

Klaus Rosenfeld

Ein Workaholic mit Gespür für Timing

VonAxel Höpner, Hans G. Nagl, Mark Christian Schneider

Schaefflers Finanzvorstand ist der Spagat gelungen: Klaus Rosenfeld hat geschickt Contis Kapitalerhöhung eingeleitet ohne den Anteil der Familie Schaeffler unter 75 Prozent sinken zu lassen. Der anfangs unterschätzte Manager gewinnt im Autozulieferkonzern zunehmend an Einfluss.

Klaus Rosenfeld hat Contis Kapitalerhöhung zum richtigen Zeitpunkt eingeleitet. CNC - Communications

Klaus Rosenfeld hat Contis Kapitalerhöhung zum richtigen Zeitpunkt eingeleitet.

MÜNCHEN/FRANKFURT/HAMBURG. Ein gutes Timing hat Klaus Rosenfeld zweifelsohne. Zum rechten Zeitpunkt hat Schaefflers Finanzvorstand die schwierige Kapitalerhöhung bei Conti in trockene Tücher gebracht. Direkt danach trat der hochgewachsene, sportliche Manager mit Verspätung den Skiurlaub in Tirol an. Und siehe da: Pünktlich über Nacht war der Neuschnee gekommen. Bei strahlend blauem Himmel und eisigen Temperaturen konnte der passionierte Skifahrer Abstand gewinnen von den jüngsten Turbulenzen.

Denn es war keineswegs ausgemacht, dass der Spagat gelingt: Contis 59 Gläubigerbanken war ein Erlös von einer Mrd. Euro aus der Kapitalerhöhung versprochen - zugleich sollte Rosenfeld sicherstellen, dass der Anteil der Familie Schaeffler an der Continental AG nicht unter die wichtige Marke von 75 Prozent fällt. Am Ende glückte es. "Der Zeitpunkt war gut, aber ein Selbstläufer war das nicht", heißt es in Rosenfelds Umfeld.

Eine zentrale Rolle spielte neben Rosenfeld der Deutschlandchef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius. Goldman, im Übernahmekampf noch aufseiten Contis, erarbeitete das Konzept."Es war eine exzellente, vertrauliche Zusammenarbeit", heißt es in Industriekreisen. Die Banken garantierten den Emissionserlös und reichten das Gros der Emission gleich an namhafte Großinvestoren weiter.

Dibelius und Rosenfeld kennen sich aus der Zeit, als Letzterer bei Dresdner und Commerzbank war. Beide vertrauen einander. Als Rosenfeld kürzlich zum "CFO des Jahres" gekürt wurde, hielt Dibelius die Laudatio. Bei Schaeffler habe Rosenfeld eine "echte Herkules-Aufgabe" übernommen, sagte er.

Dabei läuft es im Moment ganz rund für Rosenfeld und die Schaefflers. Im Sommer stellte der schon totgeglaubte Autozulieferer seine Finanzierung auf solidere Beine. Nun schaffte Rosenfeld dieses Kunststück auch bei Conti, noch bevor dessen neuer Finanzchef Wolfgang Schäfer sich überhaupt einarbeiten konnte. Rosenfeld, ehemals Finanzchef der Dresdner Bank, sei hochintelligent und im Kopf schneller als die meisten Managerkollegen, heißt es bei seinem Ex-Arbeitgeber. "Analytisch brillant, arbeitet wie ein Geisteskranker." Allerdings: Delegieren könne der 43-Jährige nicht so recht. Deswegen habe er schon bei der Dresdner regelmäßig bis um zwei Uhr morgens im Büro gesessen. Auch ein großer Kommunikator im Team sei Rosenfeld nicht unbedingt, heißt es in Finanzkreisen. Politische Spielchen beherrsche er, wenn nötig.

Kommentare (4)

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gostom

10.01.2010, 16:25 Uhr

Gut zu wissen. Was ist allerdings mit den MA der Schaeffler Gruppe, die bereits weggemobbt wurden oder mit 50% des Lohnes nach hause geschickt werden. Kann Herr Rosenfeld denen auch helfen? Wäre ja wünschenswert.

kloppo

04.05.2011, 17:33 Uhr

http://lieferantenabzocker.wordpress.com/

LIEFERANTENABZOCKER: Die Masche von Schaefflers Finanzchef – hohe Zinsen – lange Zahlungsziele – schlechte Verträge – aber sich feiern lassen!

kloppo

04.05.2011, 17:36 Uhr

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