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02.02.2011

10:25 Uhr

Klaus & Klaus

Was die Ex-Chefs von DIW und Post verbindet

VonJens Koenen, Axel Schrinner

Das renommierte Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin muss Klaus F. Zimmermann zwar nach monatelangen Querelen verlassen. Doch der Ökonomieprofessor hat noch einen anderen Job. Er ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn - und dort bei Klaus Zumwinkel in bester Gesellschaft.

Klaus Zumwinkel: Der 67-Jährige spielt für das IZA eine zentrale Rolle. Quelle: dpa

Klaus Zumwinkel: Der 67-Jährige spielt für das IZA eine zentrale Rolle.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. "Zimmermann stellt sein Amt bis zur Jahresmitte 2011 zur Verfügung", teilte der Kuratoriumsvorsitzende des Wirtschaftsinstituts Bert Rürup am Dienstag mit.

Doch Zimmermann hat noch einen anderen Job: Er ist Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Das ist eine private gemeinnützige GmbH, die die weltweite Arbeitsmarktentwicklungen erforscht. Finanziert wird das IZA von der Deutschen Post-Stiftung.

Beim IZA ist er in bester Gesellschaft. Im Organigramm des Instituts taucht neben Zimmermann noch ein weiterer Klaus Z. auf und der ist ebenfalls ein Ehemaliger. Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Fiskus musste er seinen Posten als Post-Chef im Februar 2008 aufgeben: Klaus Zumwinkel. Der heute 67-Jährige spielt für das IZA eine zentrale Rolle.

Er ist dort nicht nur Präsident, er ist zugleich Vorstand der Post-Stiftung, die das Institut finanziert. Mehr noch: Er war es, der in seiner aktiven Zeit als Vorstandschef des Logistikkonzerns im Jahr 1997 die Stiftung ins Leben gerufen hatte. "Herr Zumwinkel hat sich immer schon sehr stark für Arbeitsmarktpolitik interessiert, das ist sein Steckenpferd", erinnern sich ein Vertrauter aus gemeinsamen Post-Zeiten.

Bislang hat ihm der Steuerskandal bei diesen zwei Ämtern nichts anhaben können. Zwar wurde mehrfach, zuletzt Anfang 2009, über seinen Rücktritt auch bei der Stiftung spekuliert. "Das ist aber Vergangenheit und erledigt, Herr Zumwinkel wird seine Aufgabe auch in Zukunft erfüllen", heißt es in Stiftungskreisen. Daran ändere auch die aktuelle Zimmermann-Pesonalie nichts.

Doch ob die beiden wirklich so sicher im Sattel sitzen, ist keineswegs sicher. Beim privaten IZA droht zwar kein Rechnungshof in den Büchern herumzuschnüffeln, doch müssen die Regeln für Gemeinnützigkeit beachtet werden. Sollte die Staatsanwaltschaft in Berlin zu dem Ergebnis kommen, dass im DIW Geld veruntreut wurde, könnte auch das IZA in den Fokus der Ermittler gelangen. So hatte der Landesrechnungshof Berlin in seinem Bericht über das DIW auch ein paar Worte zu dessen Beziehungen zum Bonner Institut übrig - ohne freilich in dessen Bücher geschaut zu haben.

Sollte es auch im IZA für Zimmermann ungemütlich werden, bleibt ihm nur noch sein Posten als Verwaltungsratsvorsitzender beim Washingtoner DIW DC. Doch dass dort die Überweisungen vom DIW Berlin weiter so pünktlich wie bisher eingehen, ist mehr als fraglich.

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