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14.03.2013

13:49 Uhr

Klinikbetreiber

Asklepios kann Rhön-Übernahme verhindern

Bis zuletzt haben Investoren darauf gehofft, dass Rhön-Klinikum Konkurrent Asklepios übernehmen würde. Daraus wird nichts. Gelingt das Vorhaben wie geplant, sind Übernahme-Spekulationen endgültig vom Tisch.

Eine Asklepios-Klinik in Hamburg: Der Krankenhausbetreiber kann eine Übernahme durch Rhön-Klinikum dauerhaft blockieren. Reuters

Eine Asklepios-Klinik in Hamburg: Der Krankenhausbetreiber kann eine Übernahme durch Rhön-Klinikum dauerhaft blockieren.

FrankfurtDer Krankenhauskonzern Asklepios darf seine Beteiligung am Rivalen Rhön-Klinikum erhöhen und kann eine Übernahme der fränkischen Klinikkette damit dauerhaft verhindern. Das Bundeskartellamt habe eine Aufstockung des Asklepios-Anteils an Rhön auf über zehn Prozent unter Auflagen genehmigt, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit und bestätigten damit einen Exklusiv-Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. An der Börse, wo einige Investoren bis zuletzt auf eine Übernahme von Rhön gehofft hatten, fielen die Aktien der Krankenhaus-Kette um 2,4 Prozent auf 16,38 Euro.

Die Entscheidung war in der Branche mit Spannung erwartet worden, da Asklepios im vergangenen Jahr durch seinen Einstieg bei Rhön die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme der fränkischen Firma durch den Gesundheitskonzern Fresenius blockiert hatte. Mit einem Anteil von mehr als zehn Prozent kann Asklepios einen Verkauf von Rhön nun dauerhaft verhindern, da bei den Franken laut Satzung mehr als 90 Prozent Zustimmung für wichtige Entscheidungen nötig sind.

Die Volkskrankheiten der Deutschen

Wirtschaftlicher Schaden

Volkskrankheiten haben nicht nur gesundheitliche sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahre 2010 waren die Bundesbürger 17,6 Tage im Durchschnitt krankgeschrieben.

Todesursachen

Volkskrankheiten führen nicht zwangsläufig zum Tode. Deshalb ist es wichtig, zwischen Krankheiten und Todesursachen zu unterscheiden. Zu den häufigsten Todesursachen zählen in Deutschland der Herzinfarkt und der Schlaganfall. 42 Prozent der Bundesbürger waren hiervon betroffen.

Krebs

Zu den zweithäufigsten Todesursachen zählt das Krebsleiden mit 35 Prozent. Frauen versterben neben Krebserkrankungen der Verdauungsorgane nicht selten an Brustkrebs. der Darm-und Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache bei den männlichen Bundesbürgern.

Depression

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Depression. Sie belegt den vierten Platz in der Rangliste mit 9,4 Prozent. Unter Depressionen sind unterschiedliche Erkrankungen zu fassen wie beispielsweise Angstzustände.

Burn-out

Unter den Begriff der Depressionen fällt auch das Krankheitsbild des Burn-out Syndroms. Betroffene sind meist körperlich, geistig und emotional erschöpft. Grund für diesen Zustand sind Stress oder berufliche Überbelastung.

Eu-weit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten auf 20 Milliarden Euro jährlich.

Atemwege

Platz 3 belegen die Atemwegserkrankungen mit 18 Prozent. Mediziner unterscheiden zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den Erkrankungen der oberen Atemwege gehören Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Kieferhöhlenentzündungen. Die Bronchitis hingegen wird zu den Krankheiten der unteren Atemwege gezählt.

Übergewicht

Gemeinsam mit den Atemwegserkrankungen ist die Fettstoffwechselstörung die dritthäufigste Krankheitsursache in Deutschland. Eine Störung des Stoffwechsels ist das Übergewicht, das auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen ist. Laut des Europäischen Statistikamts sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

Diabetes

Eine weitere Fettstoffwechselstörung ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 2 ist auf das Übergewicht zurückzuführen.

Rückenschmerzen

Mit 24,1 Prozent sind die Rückenschmerzen das zweithäufigste Volksleiden der Deutschen. Diese Zahl schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder. 13 Tage lässt sich der Bundesbürger wegen dieser Erkrankung krankschreiben.

Bluthochdruck

25,7 Prozent der deutschen Bundesbürger leiden an Bluthochdruck. Damit belegt diese Erkrankung den ersten Platz. Die Ursachen sind vielfältiger Natur. Außer der genetischen Veranlagung spielen Stress, Bewegungsmangel und ein überhöhter Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle. Wird die Erkrankung nicht behandelt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Vor einer Aufstockung muss Asklepios zwei Häuser im Raum Goslar verkaufen, damit es dort nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung kommt: die Harzklinik und das Medizinische Versorgungszentrum Harz. In allen anderen Märkten könne Rhön - trotz einer Minderheitsbeteiligung des Konkurrenten - prinzipiell weiter als Wettbewerber von Asklepios auftreten, argumentiert das Kartellamt - „wenngleich auch angesichts der Sperr-Rechte mit eingeschränktem Spielraum“. „Wir müssen sicherstellen, dass die Patienten vor Ort noch eine gewisse Auswahl zwischen verschiedenen Krankenhausträgern haben, um den Qualitätswettbewerb zwischen den Häusern zu erhalten“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Das Kartellamt hatte Mitte Dezember Bedenken gegen eine Aufstockung der Asklepios-Anteile geäußert, die der Konzern nun aber ausräumen konnte. „Die Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung war hier nur im Raum Goslar festzustellen und wurde durch das Veräußerungsangebot von Asklepios beseitigt“, sagte Mundt. Er machte jedoch deutlich, dass Asklepios keinen Mehrheitsanteil an Rhön übernehmen darf - was der Konzern Insidern zufolge aber ohnehin nicht anstrebt.

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