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16.10.2013

10:32 Uhr

Klinikmarkt

Ermittlungen gegen Asklepios-Gründer eingestellt

Der Asklepios-Gründer Bernard Broermann kann einen Etappensieg verbuchen, denn die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen ihn und weitere Manager des Unternehmens wegen Marktmanipulation eingestellt.

OP-Saal im Asklepios Krankenhaus Hamburg-Barmbek: Hintergrund der Strafanzeige war der im vergangenen Jahr gescheiterte Versuch des Gesundheitskonzerns Fresenius, Rhön-Klinikum zu übernehmen. Reuters

OP-Saal im Asklepios Krankenhaus Hamburg-Barmbek: Hintergrund der Strafanzeige war der im vergangenen Jahr gescheiterte Versuch des Gesundheitskonzerns Fresenius, Rhön-Klinikum zu übernehmen.

FrankfurtIm Tauziehen um die Vorherrschaft am deutschen Klinikmarkt hat die Hamburger Klinikkette Asklepios einen juristischen Etappensieg erzielt. Die Münchener Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren gegen Asklepios-Gründer und Alleingesellschafter Bernard Broermann und weitere Manager des Unternehmens wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation und Nötigung von Aufsichtratsmitgliedern von Rhön-Klinikum ein.

Dies geht aus einem Schreiben der Münchener Staatsanwaltschaft hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag. Rhön-Klinikum-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch hatte Anfang Juli in München Strafanzeige gestellt. Ein Sprecher Münchs bestätigte die Einstellung des Verfahrens. „Die Entscheidung, ob Herr Münch gegebenenfalls Beschwerde einlegt, ist noch nicht gefallen.“

Zum Vorwurf der Marktmanipulation hieß es in dem Schreiben der Münchener Staatsanwaltschaft, das Verfahren hierzu sei nach Überprüfung der Finanzaufsicht BaFin einzustellen. Die Darstellung von Asklepios sei durch vorgelegte Unterlagen voll bestätigt worden. Auch zum Vorwurf der Nötigung sei das Verfahren einzustellen. Die Staatsanwaltschaft wies unter anderem darauf hin, dass lediglich Aktionärsrechte wahrgenommen wurden.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

Obst und Gemüse schützt vor Krebs

Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

Dunkle Schokolade macht weniger dick

Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

Kaffee trocknet den Körper aus

Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

Salat hat viele Vitamine

Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.

Salz ist ungesund

Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

Mehrere Mahlzeiten sind besser

Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

Am Abend essen macht dick

Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.

Der Mensch nutzt nur einen Bruchteil des Gehirns

Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.

Hintergrund der Strafanzeige war der im vergangenen Jahr gescheiterte Versuch des Gesundheitskonzerns Fresenius, Rhön-Klinikum zu übernehmen. Als entscheidendes Hindernis erwies sich damals eine in der Satzung von Rhön festgeschriebene 90-Prozent-Hürde für alle wichtigen unternehmerischen Entscheidungen. Denn der Rhön-Rivale Asklepios und der Medizintechnikkonzern B. Braun hatten das Vorhaben mit größeren Aktienpaketen verhindert.

Auch ein geplanter zweiter Versuch, bei dem Fresenius sich mit einer einfachen Mehrheit zufrieden geben wollte, kam nicht zustande. Um dennoch die strategische Kontrolle zu bekommen, sollten allerdings Rhön-Aufsichtsräte zugunsten von Leuten zurücktreten, die von Fresenius bestellt werden sollten. Durch einen Anwalt hatte Asklepios damals darauf hingewiesen, dass dies eine persönliche Haftung auslösen könnte.

Darauf bezog sich der Vorwurf der Nötigung in der Strafanzeige. Auch die Finanzaufsicht BaFin wurde eingeschaltet, die dem Vorwurf der Marktmanipulation nachgegangen war.

Von

rtr

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