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20.01.2014

07:20 Uhr

Knappe Abstimmung

Bürger lehnen Ausbau der Messe Essen ab

Die Bewohner Essens haben den millionenschweren Ausbau der eigenen Messe gestoppt. Der Rat hatte eine Modernisierung für 123 Millionen Euro beschlossen, doch mit denkbar knapper Mehrheit scheiterte das Vorhaben.

Die Messe Essen sollte ausgebaut werden, doch die Mehrheit der Bürger wehrt sich erfolgreich. dpa

Die Messe Essen sollte ausgebaut werden, doch die Mehrheit der Bürger wehrt sich erfolgreich.

EssenIn Essen haben die Bürger Pläne der Stadt für die Modernisierung der Messe gestoppt. Bei einem Bürgerentscheid bekamen die Gegner der Ausbaupläne am Sonntag eine knappe Mehrheit. Ihr Antrag, den Beschluss des Stadtrats aufzuheben, erhielt 50,4 Prozent der Stimmen. Für die Erweiterung der Messe stimmten nach Angaben der Stadt 49,6 Prozent der Teilnehmer am Bürgerentscheid.

Der Rat hatte im Sommer mit großer Mehrheit beschlossen, für 123 Millionen Euro neue Messehallen zu bauen. Dadurch sollte die Abwanderung von wichtigen Ausstellungen in andere Städte verhindert werden. Die Kritiker befürchten, dass die hoch verschuldete Stadt sich mit der Investition übernimmt. Ihnen ging es nach eigenen Angaben nicht darum, eine Modernisierung der Messe grundsätzlich zu verhindern. Die Pläne der Stadt enthalten nach ihrer Einschätzung aber zu hohe Kostenrisiken.

Die Beteiligung an dem Bürgerentscheid betrug 28,8 Prozent. Am Ende hatten die Gegner der Pläne mit gut 66.000 Stimmen knapp 1000 Stimmen Vorsprung vor den Befürwortern des Messeausbau.

Essen ist der neuntgrößte Messestandort in Deutschland. Jedes Jahr finden dort 50 Ausstellungen statt, darunter umsatzbringende Fachmessen wie die Internationale Pflanzenmesse oder Publikumsmagnete wie die Tuning-Messe „Essen Motorshow“. Jedes Jahr bringe das Messegeschäft 360 Millionen Euro als sogenannte Umwegrendite in die Stadt, hatten die Befürworter der Modernisierung argumentiert. 3500 Arbeitsplätze hingen an der Messe.

In den vergangene Jahren sind allerdings wichtige Ausstellungen weggebrochen, zudem schreibt die Messe Verluste. Diese Entwicklung könne nur mit attraktiveren Messehallen gestoppt werden, hatten Stadt und Wirtschaft argumentiert.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Rene

20.01.2014, 08:36 Uhr

Lasst die Bürger ihre Stadt ruinieren. Gut für den Steuerzahler, dem die Ausgaben erspart bleiben. Gut für die anderen Messestädte in NRW. Nur Essen wird irgendwann auf der Landkarte verschwunden sein.

Account gelöscht!

20.01.2014, 10:07 Uhr

So ist es eben wenn man den dummen Bürger über alles abstimmen lässt. Ich bin mir sicher jeder der Wähler hat zuvor Wochenlang die Pläne genauestens studiert, so wie diejenigen die sich von Berufswegen damit beschäftigen..lächerlich sowas.

MarcDaniel_Buck

20.01.2014, 10:31 Uhr

14,52% der Wahlberechtigten haben es also verhindert, dass der Messeumbau/-ausbau kommt. Ob man das noch als demokratisch legitimiert bezeichnen kann, insbesondere wenn man das klare Votum des von deutlich mehr Bürgern gewählten Stadtrates daneben stellt, ist m. E. höchst zweifelhaft. Hier wurde eine Chance vertan...

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