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06.07.2016

12:45 Uhr

Köln, Hannover, München

Deutsche Messen sind Exportschlager

VonRegine Palm

Die deutschen Messeplätze ziehen eine positive Bilanz. Ihre Überschüsse nutzen sie zum Ausbau und zur Modernisierung ihrer Gelände ebenso wie zur Expansion ins Ausland. Wachsen wollen sie vor allem aus eigener Kraft.

Die Deutsche Messe AG hat ihre selbst gesteckten Ziele übertroffen. AFP; Files; Francois Guillot

Hannover Messe im April

Die Deutsche Messe AG hat ihre selbst gesteckten Ziele übertroffen.

DüsseldorfDeutsche Leitmessen sind ein Exportschlager. Die Expansion ins Ausland trägt zu Rekordergebnissen der Branche bei und versetzt sie zugleich in eine recht komfortable Situation. Denn durch die breite Auslandspräsenz seien die Messen „relativ wenig empfindlich für Konjunkturprobleme in einzelnen Weltregionen“, konstatierte Walter Mennekes, der Vorsitzende des Messeverbands Auma, kürzlich. Viele Gesellschaften seien sogar so stark mit eigenen Messen im Ausland präsent, „dass dies auch Schwächen bei einzelnen Inlandsmessen kompensieren könne“. Die Messeunternehmen nutzen ihre gute Position und investieren kräftig. Laut Auma sollen bis 2019 rund 900 Millionen Euro in die Modernisierung der Gelände und in einzelne Erweiterungen fließen.

Starke Zahlen hat etwa gerade die Koelnmesse vorgelegt, die einen Schwerpunkt auf den Bereich Ernährung und Ernährungstechnologie legt. Sie blickt auf das erfolgreichste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück. „Wir haben neue Dimensionen erreicht“, erklärte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Mittwoch. Mit einem Umsatz von 321,2 Millionen Euro und einem Gewinn von 36,7 Millionen Euro seien die eigenen Prognosen übertroffen worden.

Das sind Deutschlands größte Messe-Standorte

Platz 10

Stuttgart

105.200 Quadratmeter Hallenkapazität

Platz 9

Essen

110.000 Quadratmeter

Platz 8

Leipzig

111.300 Quadratmeter

Platz 6

Nürnberg

170.000 Quadratmeter

Platz 6

Berlin - ExpoCenter City

170.000 Quadratmeter

Platz 5

München Messe

180.000 Quadratmeter

Platz 4

Düsseldorf

261.817 Quadratmeter

Platz 3

Köln

284.000 Quadratmeter

Platz 2

Frankfurt

366.637 Quadratmeter

Platz 1

Hannover

463.165 Quadratmeter Hallenfläche

Quelle: Auma

Angaben für 2016.

Der Ausblick ist freilich verhaltener: Da 2016 turnusbedingt schwächer ist, wird die Messe voraussichtlich einen Verlust verbuchen müssen. Bei den Messen schwanken die Ergebnisse von Jahr zu Jahr stark, je nachdem wie viele Großmessen stattfinden.

In Köln soll es aber das letzte Jahr mit einem Fehlbetrag sein: Für die nächsten vier Jahre visiert das Unternehmen einen durchschnittlichen Umsatz oberhalb der 300-Millionen-Euro-Marke an. Um das Gewinnziel durchgängig zu erreichen, investiert der Messeplatz zum einen in die Sanierung des Geländes und in neue Hallen, forciert aber auch in die Digitalisierung des Geschäfts und die Expansion im Ausland. „Nachdem wir unser Portfolio in Südostasien und Indien ausgebaut und stabilisiert haben, steht Südamerika im Fokus unserer Auslandsstrategie“, sagt Messechef Böse. Erst vor wenigen Tagen gab die Messe zudem bekannt, dass sie ihre enge Kooperation mit der Fiere di Parma konsequent fortsetzen wird.

Auch die Deutsche Messe AG in Hannover hat ihre selbst gesteckten Ziele übertroffen. Der Umsatz erreichte mit 329,3 Millionen Euro den höchsten Stand seit 2001. Das Jahresergebnis von 9,4 Millionen Euro toppte sogar deutlich die eigenen Erwartungen von 5,1 Millionen Euro. „Mit dem guten Jahresabschluss 2015 ist die Deutsche Messe einen entscheidenden Schritt in Richtung Eigenfinanzierungsfähigkeit gegangen“, sagte Messechef Wolfram von Fritsch.

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