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05.11.2013

16:55 Uhr

„Komitee für Vielfalt“

Schwulenaktivist soll Barillas Image aufpolieren

Der Nudelhersteller Barilla leidet unter den schwulenfeindlichen Äußerungen seines Chefs. Ein „Komitee für Vielfalt“ soll dem Unternehmen nun weiterhelfen. In Werbespots verzichtet Barilla auf Frauen.

Nach dem medialen Sturm der Entrüstung entschuldigte sich Guido Barilla, wenn seine Worte Missverständnisse oder Kontroversen ausgelöst hätten. Reuters

Nach dem medialen Sturm der Entrüstung entschuldigte sich Guido Barilla, wenn seine Worte Missverständnisse oder Kontroversen ausgelöst hätten.

RomDer italienische Nudelkonzern Barilla hat eine Reihe internationaler Experten engagiert, die sein Image aufpolieren sollen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass in dem „Komitee für Vielfalt“ zum Beispiel der US-Schwulenaktivist und Autor David Mixner sitzen soll, zudem der italienische Handbike-Fahrer Alex Zanardi, ein ehemaliger Formel-1-Rennfahrer, dem nach einem Unfall beide Beine amputiert wurden.

Barilla-Chef Guido Barilla hatte im September mit seiner Äußerung, er würde niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen, für Entrüstung gesorgt - und sich nach Boykottaufrufen auch entschuldigt.

Das nun verkündete „Komitee für Vielfalt“ sei Teil einer Initiative, die vor mehr als einem Jahr begonnen habe, betonte ein Sprecher des Konzerns in Parma. Einen Zusammenhang mit der Aufregung um die Äußerungen Barillas gebe es nicht. Das Komitee solle „Ziele und konkrete Strategien erarbeiten, um die Vielfalt zu verbessern, die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte von Behinderten“. Zudem werde es bei Barilla künftig ein für die Vielfalt zuständiges Vorstandsmitglied geben, die brasilianisch-stämmige Juristin Talita Erickson, derzeit für Barilla in den USA tätig.

Nie Werbung mit Homosexuellen: „Arrivederci, Barilla“

Nie Werbung mit Homosexuellen

„Arrivederci, Barilla“

Mit seiner Bemerkung über homosexuelle Paare mit Kindern sorgt Nudelboss Guido Barilla für Empörung. Im Netz wird der Boykott des Konzerns gefordert. Der rudert jetzt zurück und spricht von einem Missverständnis.

Firmenchef Barilla hatte in einem Interview mit einem Radiosender gesagt, sein Konzern habe andere Vorstellungen von Familie als Homosexuelle. Zu Klagen von Parlamentspräsidentin Laura Boldrini über Stereotypen in der italienischen Werbung befragt, sagte er, er werde niemals einen Spot mit einer homosexuellen Familie schalten. Die Werbung seines Unternehmens ziele auf die „traditionelle“ Familie, in der die Frau eine „grundlegende Rolle“ spiele.

Der Sprecher von Barilla versicherte am Dienstag, in den letzten Werbespots des Unternehmens sei keine Frau in der Küche mehr zu sehen gewesen. Im neuesten Fernsehspot für die Barilla-Gebäckfirma Mulino Blanco trete zum Beispiel der spanische Schauspieler Antonio Banderas auf, der sein eigenes Weißbrot backt und es gemeinsam mit anderen Männern verzehrt.

Von

afp

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