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29.06.2011

14:41 Uhr

Kommentar

Konzerne kämpfen zurecht für die Euro-Rettung

VonThomas Hanke

Ein Riss geht durch die Wirtschaft: Die kleinen Unternehmen wollen einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland. Doch die Konzerne sind mit ihrer Forderung nach Euro-Rettung im Recht.

Tränengaswolke vor dem griechischen Parlament. Quelle: Reuters

Tränengaswolke vor dem griechischen Parlament.

Deutschlands Unternehmer machen eine neue Erfahrung: Sie sind tief zerstritten. Die großen börsennotierten Unternehmen setzen sich vehement dafür ein, die bisherige Politik der Euro-Rettung weiterzuführen. Mit einer Anzeigenkampagne haben sie dafür geworben.

Die Mehrheit der Familienunternehmer aber ist gegen weitere Kreditpakete für Griechenland, will einen schnellen Schuldenschnitt und kann sich zur Not auch eine verkleinerte oder geteilte Währungsunion vorstellen: der Euro ohne Eule.

Der Riss, der durch die Wirtschaft geht, ist nicht zu übersehen. Warum läuft das nach dem Muster Groß gegen Klein? Die eigentümergeführten Gesellschaften machen geltend, es gehe nicht um Größe, sondern um Verständnis für den Zusammenhang zwischen Risiko und Haftung. Mitgedacht, aber nicht mitgesagt ist dabei: Die Vorstände der großen Aktiengesellschaften sind doch eh daran gewöhnt, mit anderer Leute Geld zu wirtschaften.

Wenn’s schiefgeht, müssen sie nicht mit ihrem eigenen Vermögen geradestehen. Da sehen die Familienunternehmer die Parallele zur Euro-Schuldenkrise: Athen wie auch die Griechenland finanzierenden Banken wollten jetzt nicht für das eingegangene Risiko haften, sondern sich vom Steuerzahler auslösen lassen.

Kommentare (12)

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29.06.2011, 15:00 Uhr

"Weil sie an vielen Standorten in europäischen Nachbarländern produzieren, wissen sie, dass der Euro sich nicht rückabwickeln lässt, ohne auch den Binnenmarkt zu zerstören."

Diese Behauptung müsste jetzt nur noch bewiesen werden. Vor Euroeinführung gab es schon einen Binnenmarkt und England, Dänemark, Schweden usw. haben keinen Euro eingeführt und sind dennoch Mitglied im Binnenmarkt.

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29.06.2011, 15:03 Uhr

"Weil sie an vielen Standorten in europäischen Nachbarländern produzieren, wissen sie, dass der Euro sich nicht rückabwickeln lässt, ohne auch den Binnenmarkt zu zerstören." Dieser Meinung kann man ja sein, aber ob sie der Realität entspricht ? Vor Euroeinführung der einzelnen Länder gab es einen Binnenmarkt und Englang, Schweden, Dänemark usw. sind ohne Euroeinführung Mitglied im Binnenmarkt.

Franke

29.06.2011, 15:38 Uhr

lieber herr hanke, die famielienunternehmer werden auf jeden fall recht behalten. sie hingegen unterliegen einem gewaltigen irrtum. wahrscheinlich, weil sie die gesamtwirtschaftlichen zusammenhänge nicht verstehen..
denn die pleite griechenlands läßt sich nicht mehr abwenden. auch nicht, wenn noch mehr steuergelder dort reingepumpt werden. diese form der insolvenzverschleppung wird auf jeden fall in den nächsten wochen oder monaten ein natürliches ende finden und auch finden müssen.griechenland muss aus dem euro austreten und ihnen würde in demselben atemzug ca. 80% der schulden erlassen werden....das ist die einzig gangbare lösung. der kapitalmarkt wird das ökonomisch unbedeutende griechenland auf jeden fall überleben....und für die griechen wäre es die einzige lösung um wieder wettbewerbsfähig zu werden...

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