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18.06.2015

11:10 Uhr

Kommentar zu Bilfinger

Utnegaards Schnitt ist hart, aber richtig

VonGeorg Weishaupt

Der neue Bilfinger-Chef Per Utnegaard stellt die Energiesparte zum Verkauf. Es ist der härteste Schnitt in der jüngeren Geschichte des Konzerns – der aber dringend notwendig war. Ein Kommentar.

Der neue Konzernchef greift bei Bilfinger durch. dpa

Per Utnegaard

Der neue Konzernchef greift bei Bilfinger durch.

DüsseldorfDass Bilfinger mal ein solider Konzern war, mit ordentlichen Renditen und einem sicheren Geschäft mag man kaum noch glauben. Zu viele Gewinnwarnungen, Effizienzprogramme und Neuorganisationen sorgten in den vergangenen beiden Jahren für Negativschlagzeilen und ließen Aktien des Industriedienstleisters abstürzen – und konnten den Niedergang von Bilfinger nicht aufhalten.

Der neue Chef Per H. Utnegaard sorgt jetzt für neue Negativmeldungen: Er will sich vom großen Geschäftsbereich Energie trennen. Das ist ein sehr harter Schnitt für den Mannheimer Konzern, der härteste in seiner Geschichte als Industriedienstleister. Aber es ist ein richtiger Schritt.

Bilfinger verkauft Energiegeschäft: Utnegaard zieht die Notbremse

Bilfinger verkauft Energiegeschäft

Utnegaard zieht die Notbremse

Das Energiegeschäft gilt schon länger als Problemzone von Bilfinger. Im ersten Halbjahr haben sich die Probleme massiv verschärft – der neue Chef Utnegaard zieht nun die Notbremse und stellt die Sparte zum Verkauf.

Denn diese Sparte bekommt massiv die Folgen der Energiewende zu spüren. Die großen Energiekonzerne bauen keine neuen Kohle- oder Gaskraftwerke mehr. Und sie verschieben die Sanierung alter Kraftwerke, weil sich dies nicht mehr rechnet. Denn der Boom bei Solar- und Windkraftwerken hat die Strompreise gedrückt.

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Vorgänger Utnegaards an der Firmenspitze, hat zu spät das Auslandsgeschäft der Energiesparte ausgebaut, um die Probleme in Deutschland zu kompensieren. Auch Herbert Bodner, der nach dem abrupten Abgang Kochs für ein Jahr als Interimschef einsprang, konnte dies nicht mehr korrigieren.

Utnegaard darf es aber nicht beim Verkauf der Energiesparte belassen. Er muss schnellstmöglich die laufende Verschlankung der Verwaltung zu Ende bringen. Denn Utnegaard muss vor allem eines schaffen: Er muss wieder Ruhe in den Konzern bringen und Bilfinger wieder ganz auf sein Kerngeschäft Facility Management und Industriegeschäft konzentrieren. Der Imageschaden darf nicht noch größer werden.

Kommentare (1)

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18.06.2015, 16:08 Uhr

Ein deutscher Spitzenpolitiker kann hierzulande alles, denn genau das Suggerieren deutsche Systemmedien bis zum Erbrechen um erst gar keine ernsthaften Diskussionen über unser Führungspersonal aufkommen zu lassen. Selbst die Wirtschaft erliegt ab und zu ihrer eigenen Propaganda und experimentiert mit ergebenen und verdienten Altpolitikern herum. Brutalst möglich gescheitert ist der ehemalige Spitzenpolitiker und Ministerpräsident a. D. Roland Koch als Wirtschaftsboss bzw. Vorstandvorsitzender des MDax Wertes Bilfinger SE. Mittlerweile geht es wohl ums Ganze, um die Existenz von Bilfinger, nachdem Roland Berger nur gut drei Jahre die Gesellschaft geführt hatte. Man hätte ihm besser ebenfalls nur ein gutdotierten Pseudoposten geben sollen, das wäre wohl nicht so verlustreich gewesen.

Es wird aber weiterhin in Zukunft bundesweit ausgeblendet, dass unsere BRD GmbH in all ihren Gliederungen ausschließlich von angepassten und opportunistischen Transatlantikern und fachlichen Nichtskönnern regiert wird, wohl die allermeisten würden in einem richtigen Job erbärmlich scheitern. Den Bürgern ist ihre Firma offensichtlich nichts Wert, denn sonst würden sie derart korruptes und fehlerbehaftetes Personal ja nicht zulassen bzw. in ihren Ämtern ständig bestätigen.
Den wenigstens ist eigentlich wirklich klar wie reich Deutschland tatsächlich sein könnte, würden wir nicht von solch korrupten Nichtkönnern auch noch zu Gunsten einer transatlantischen Feudalkruste ausgeplündert werden.

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