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20.06.2013

19:39 Uhr

Konzernkreise

Audi-Entwicklungschef muss gehen

Nach nur wenigen Monaten muss Audi-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer seinen Posten räumen. Sein Nachfolger ist im VW-Konzern kein Unbekannter. Er ist der Vater des modularen Querbaukastens.

Wolfgang Dürheimer zu Bentley-Zeiten: Bei Audi muss er seinen Posten als Entwicklungschef räumen. dapd

Wolfgang Dürheimer zu Bentley-Zeiten: Bei Audi muss er seinen Posten als Entwicklungschef räumen.

Frankfurt/MünchenNach weniger als einem Jahr im Amt muss Audi -Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer Konzernkreisen zufolge seinen Hut nehmen. Der frühere Chef der VW-Nobelmarken Bentley und Bugatti war erst im Rahmen eines großen Führungsumbaus im VW-Konzern im September zu Audi gewechselt. Im Zuge der Umgestaltung waren bei Audi auch andere Posten verändert worden.

Dürheimer werde durch VW-Chefentwickler Ulrich Hackenberg ersetzt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Dürheimer wurde 2012 Entwicklungschef von Audi. Top-Manager seien jedoch unzufrieden mit ihm, da die Premiummarke des VW-Konzerns dem Slogan „Vorsprung durch Technik“ zu selten gerecht werde, hatte „Spiegel Online“ zuvor auf seiner Webseite berichtet. VW betonte, man könne den Bericht nicht kommentieren.

Konkurrent BMW, der bei seinem Ende 2013 auf den Markt kommenden Elektroauto i3 als erster großer Autohersteller auf eine Karosserie aus Kohlefaser setzt, gilt in der Branche mittlerweile als technisch führend. Audi hatte die geplanten Elektrovarianten des Sportwagens R8 und des Kleinwagens A1 hingegen gestoppt.

Hackenberg ist Vater des „modularen Querbaukastens“, den VW derzeit Zug um Zug bei allen kleinen und mittleren Modellen einführt. Dabei haben die Wolfsburger ihre Entwicklung und Fertigung so organisiert, dass einzelne Teile und ganze Baugruppen nicht nur für einen Autotyp passen, sondern gleich für mehrere Modelle. So können sie über die Grenzen der Konzernmarken hinweg verwendet werden. Wenn die Kundschaft nach einer neuen Variante eines Fahrzeugs ruft - etwa nach einem kleinen Geländewagen oder einem Cabriolet auf Basis eines existierenden Modells - kann sich der Konzern aus vorentwickelten Teilen bedienen. Das spart Zeit und Geld. VW will durch die Weiterentwicklung des Modulsystems die Kosten um mindestens ein Fünftel senken.

Audi-Chef Rupert Stadler will bis 2020 an BMW vorbei ziehen. Allerdings hatten die Ingolstädter dieses Ziel bereits nach hinten verschoben. Ursprünglich sollte dies schon 2015 gelingen.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

20.06.2013, 20:43 Uhr

Dürheimer ist der vorgeschobene Schuldige, weil der eigentliche Versager - Stadler - sich gerade noch karrieretechnisch so halten konnte.

Stadler steht für Krampf und Stillstand.

Stadler ist verantwortlich für
1. den Design-Einheitsbrei ("Einen neuen Audi A6 erkennt man von außen immer zuerst am Design des neuen Audi-Logos"),
2. den Stillstand bei der Effizienz (BMW legendäres Efficient Dynamics ist vorbildlich) und
3. den nicht gerade hervorstechenden Motoren (BMW ist hier ebenso Vorbild) und
4. sonstigen Kern-Technologien (wo bleibt bspw. die Weiterentwicklung der Piech-Leichtbautechnik???).

Aber was ist auch von einem Betriebswirt an der Spitze eines technologiegetriebenen Autokonzerns zu halten, Hr. Piech?

Jahrelange, supertolle Unternehmengewinne können auch eine gigantische Hypothek auf die Zukunft sein, Hr. Stadler. Aber vielleicht versteht genau das ein Betriebswirt eben nicht.

Buerokrat_Duerheimer

20.06.2013, 20:57 Uhr

Dürheimer war schon bei Porsche ein penetranter Griffelspitzer.
Bei BMW kreierte er den Jahrhundert Flop C100 (Zweirad mit Überrollbügel).
Es war mir schleierhaft, wie so ein techn. Ahnungsloser im Vorstand landet.
Zur diesem Manko gesellte sich noch seine katholische Allgäuer Hinterhältigkeit.
Trauen kann man dem Typ nicht.
Ich bin hocherfreut, dass er jetzt endgültig weg ist. Am Ende bleiben ohne hin nur die Besten übrig.

GrandLEXUS

20.06.2013, 20:59 Uhr

Deutsche Autos sind rollender Restmüll. Uralttechnik aus den 70ern/80ern, Proletenimage, beworben und verkauft über Schleichwerbung und Propaganda der Springer Presse.

Wer für deutschen Schrott ernsthaft Geld ausgibt, hätte den Betrag besser in Bildung (in die Eigene!) investiert:

[...]
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