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19.01.2007

11:29 Uhr

Korruptions-Affäre

Ganswindt offenbar nicht mehr tragbar

Auch bei seinem neuen Arbeitgeber, der Elster Group, scheint der ehemalige Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt keinen Rückhalt mehr zu haben. Der Manager, der im Zusammenhang mit schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen ins Visier der Münchner Staatsanwaltschaft geraten war, zog jetzt die Konsequenzen.

HB LUXEMBURG. Ganswindt hat am heutigen Freitag sein Amt als CEO der Elster Group niedergelegt. In einer Pressemitteilung des Unternehmens hieß es, der Manager habe beschlossen, dass er seiner Rolle bei dem Unternehmen nicht in vollem Maße nachkommen könne, solange Ermittlungen andauern. Er verließe die Elster Group, um sich ganz auf die rechtlichen Auseinandersetzungen konzentrieren zu können.

“Es ist sehr bedauerlich, dass Thomas Ganswindt diese Maßnahme ergreifen muss. Aber seine Gründe sind verständlich und wir respektieren seine Entscheidung”, sagte Managing Director Siegfried Putzer. Zwischenzeitlich übernimmt der Vorsitzende des Aufsichtsrates Howard Dyer die Aufgaben Ganswindts.

Die Staatsanwaltschaft München führt Ganswindt unter anderen als Beschuldigten in dem Schmiergeld-Ermittlungsverfahren der Firma Siemens. Der ehemalige Spitzenmanager saß vorübergehend sogar in Haft. Ein Dutzend Strafverfolgte sollen den Behörden zufolge bei Siemens rund 200 Millionen Euro abgezweigt und als Schmiergeld eingesetzt haben. Als Folge des Skandals musste der Konzern seine Bilanzen überarbeiten und den Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr nach unten korrigieren. Siemens überprüft derzeit fragwürdige Zahlungen über 420 Millionen Euro.

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