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04.02.2014

11:42 Uhr

Kraftwerks-Abschreibungen

Vattenfall macht 1,5 Milliarden Euro Minus

VonDana Heide

Nicht nur in Deutschland stehen Gaskraftwerke immer öfter still, auch in den Niederlanden lohnt sich ihr Betrieb oft nicht mehr. Beim schwedischen Energieversorger Vattenfall hat das zu einem Milliarden-Verlust geführt.

Vattenfall-Verwaltung in Berlin: Der Energiekonzern hat im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Minus gemacht. dpa

Vattenfall-Verwaltung in Berlin: Der Energiekonzern hat im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro Minus gemacht.

Düsseldorf„2013 wurde immer deutlicher, dass die gesamte Energiebranche in Europa in einem fundamentalen Strukturwandel steckt“, stellte Vattenfall-Chef Øystein Løseth bei der Vorlage der Jahreszahlen zunächst einmal ganz nüchtern fest. Für seinen Konzern bedeutet dieser Strukturwandel unterm Strich ein dickes Minus. Ein Verlust von 13,5 Milliarden schwedischen Kronen (rund 1,53 Milliarden Euro) sei im abgelaufenen Geschäftsjahr entstanden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im Vorjahr hatte Vattenfall noch einen Gewinn von 17 Milliarden Kronen verbucht. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 171,7 Milliarden Kronen (19,5 Milliarden Euro).

Grund für die unerfreulichen Zahlen seien vor allem hohe Abschreibungen auf Gaskraftwerke in den Niederlanden, hieß es. Denn auch außerhalb der Landesgrenzen wirkt die deutsche Energiewende. So flossen im vergangenen Jahr fast 25 Terrawattstunden Strom aus deutschen Leitungen über die Grenze – das ist rund sechsmal so viel wie für die Straßenbeleuchtung in Deutschland benötigt wird. Grund dafür sind die gestiegenen Produktionsmengen von Wind- und Solarkraft, die Leistung der konventionellen Kraftwerke wird immer seltener gebraucht.

Bereits im vergangenen Jahr war Vattenfall auf Sparkurs gegangenen, unter anderem sollen bis Ende dieses Jahres 2.500 Jobs gestrichen werden, 1.500 davon in Deutschland.

Einen Lichtblick gab es für den schwedischen Konzern: Die Stromproduktion stieg leicht. „In Bezug auf die Produktion war 2013 ein sehr gutes Jahr für Vattenfall, vor allem bei der Kernkraft, wo die Erzeugung das zweithöchste Level seit dem Start vor 40 Jahren erreichte“, erklärte Vattenfall-Chef Løseth. Den Anlegern, also dem schwedischen Staat, nützt das wenig: Der Vorstand sprach sich dafür aus, angesichts des dicken Minus für 2013 keine Dividende auszuzahlen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.02.2014, 12:48 Uhr

Was für eine Überraschung ?!??

Wie könnte ein solches Unternhemen auch Gewinne machen??? Die Polit-Kasper haben den Energieunternehmen weite Teile der Existzenzgrundlage weggenommen: Abschalten AKWs, Außerbetriebnaahme (weitgehend) von Gaskraftwerken, Zwangsinvestitionen größten Umfangs in Netze, Abnahmeverpflichtungen für überflüssigen Strom usw. usw.

Eine Überraschung wäre es, wenn Vatenfall nicht auch aus dem Tritt käme .....!

Account gelöscht!

04.02.2014, 16:24 Uhr

Nee, watten Fall!
Schon kurz nach der Meldung über das neueste Management-Ergebnisse bei der RWE ergeht es dem schwedischen Staatsunternehmen Vattenfall auf deutschen Boden nicht anders.

Beide Firmen hatten beschlossen azyklisch am Markt zu handeln:
Nachdem 2012 eine völliges Überangebot an Strom zu niedrigen Preisen festgestellt worden war, beschloss man noch mehr billigen Kohlestrom zu produzieren.

Mit diesem Geniestreich gelang es auch die eigenen Kraftwerke in den Niederlanden aus der Rentabilität zu drängen.
Milliardenabschreibungen sind die Folge, wovon jedoch nicht die deutschen Kraftwerke betroffen sind. RWE-Sprecherin Annett Urbaczka: Betroffen davon seien kaum Kraftwerke in Deutschland, sondern "vorrangig" solche in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien.

Jetzt müsste ja nur noch ein Bericht mit demselben Inhalt zu E.on und EnBW folgen.

Ach Gott ist das aufregend!

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