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25.01.2016

13:48 Uhr

Krankenhaus vs. Praxis

Welcher Arzt verdient mehr?

VonMaike Telgheder

Wer verdient eigentlich mehr – der angestellte Krankenhausarzt oder der niedergelassene Mediziner in der eigenen Praxis? Zwei aktuelle Studien liefern widersprüchliche Erkenntnisse.

Immer mehr Mediziner scheuen das Risiko, eine eigene Praxis zu eröffnen. Imago

Wo verdient der Arzt am meisten?

Immer mehr Mediziner scheuen das Risiko, eine eigene Praxis zu eröffnen.

FrankfurtKnapp ein Viertel der niedergelassen Ärzte geht bis 2020 in den Ruhestand. Jede Menge Nachwuchs wird also gebraucht, gemessen an der Zahl der knapp 100.000 Arztpraxen in Deutschland. Viele Mediziner finden es aber nicht mehr attraktiv, eine eigene Praxis zu gründen. Immer mehr von ihnen entscheiden sich für eine Anstellung und gegen die Niederlassung, wie die Erhebungen der Bundesärztekammer zeigen. Die Mediziner suchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Freizeit und scheuen das Risiko der Selbstständigkeit.

Rein finanziell betrachtet allerdings würden sich Ärzte mit einer eigenen Praxis besser stellen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Apotheker-und Ärztebank. Das Institut hat für die Analyse Jahresabschlüsse von mehr als 1400 Allgemeinmedizinischen Praxen aus seiner Kundendatenbank ausgewertet.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

Obst und Gemüse schützt vor Krebs

Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

Dunkle Schokolade macht weniger dick

Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

Kaffee trocknet den Körper aus

Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

Salat hat viele Vitamine

Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.

Salz ist ungesund

Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

Mehrere Mahlzeiten sind besser

Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

Am Abend essen macht dick

Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.

Der Mensch nutzt nur einen Bruchteil des Gehirns

Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.

Danach erzielte die Einzelpraxis eines Allgemeinmediziners im Jahr 2014 rund 167.100 Euro Praxisüberschussnach 155.600 Euro im Jahr zuvor. Der Praxisüberschuss (Honorareinnahmen minus Personal-, Raum-, Materialkosten sowie Zinsen) ist dabei laut Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank, in etwa mit dem Bruttoeinkommen eines Oberarztes zu vergleichen: Das lag laut dem letztem Vergütungsreport der Beratungsgesellschaft Kienbaum bei 126.000 Euro im Jahr 2014.

Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) wiederum hat genau das Gegenteil ermittelt. Danach liegt der durchschnittliche Praxisüberschuss mit 117.100 Euro deutlich unter dem Bruttogehalt eines Klinikoberarztes, der laut Institut 135.000 Euro pro Jahr verdient.

Die Daten des Zentralinstituts aus dem Jahre 2013 basieren auf dem Praxispanel des Instituts, das regelmäßig 5500 Praxen quer durch alle Fachrichtungen zu Einnahmen, Kosten und Überschüssen befragt. „Während die Klinikärzte von Tariferhöhungen profitieren, verringert sich das Einkommen der Vertragsärzte durch stetig steigende Betriebskosten“, sagte Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Instituts im vergangenen November bei der Präsentation der Daten.

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