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24.06.2015

09:28 Uhr

Kunden murren über Streik

„Wann bekomme ich endlich meine Post?“

Im Post-Streik ist kein Ende absehbar. Millionen Briefe und Pakete kommen verspätet an. Das wird für viele Privatleute zum Problem. In der Wirtschaft gibt man sich dagegen vorerst gelassen.

Viele Fahrzeuge der Post bleiben in der Depots. Das sorgt für unterschiedliche Reaktionen. dpa

Poststreik

Viele Fahrzeuge der Post bleiben in der Depots. Das sorgt für unterschiedliche Reaktionen.

München/BonnDer Dauer-Streik bei der Deutschen Post wird für viele Verbraucher zur Geduldsprobe. Ob Bewerbungsschreiben, die nicht ankommen, Konzerttickets für die Lieblingsband oder wichtige Rechnungen, für die Mahngebühren drohen - vor allem Privatleuten machen die Folgen des Tarifkonflikts zwischen der Post und der Gewerkschaft Verdi zu schaffen.

Auf der Facebook-Seite des gelben Riesen machen manche ihrem Unmut Luft. „Wann bekomme ich endlich meine Post? Seit zwei Wochen Leere im Briefkasten. So langsam schwindet meine Verständnis!“, lautet noch einer der milderen Kommentare.

Die Post bittet um Geduld - und verweist regelmäßig darauf, dass rund 80 Prozent der Briefe und Pakete pünktlich ankommen. Manche Privatkunden wollen sich darauf aber offenbar nicht verlassen und weichen auf Alternativen aus.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

So registrieren Post-Konkurrenten einen deutlich größeren Zulauf von Privatkunden in ihren Shops, aber auch zunehmende Anfragen kleiner und mittlerer Firmen, wie der Vorsitzende des Bundesverbandes der Kurier-Express-Post-Dienste, Andreas Schumann, berichtet.

Aktionärsschützer warnen bereits vor größeren Kundenverlusten. Allerdings unterhalten große Unternehmen vielfach langfristige Verträge mit der Post - und zeigen sich bisher weitgehend gelassen.

Zwar müssen vor allem Versandhändler Schwierigkeiten bewältigen und teils auch höhere Kosten schultern, doch sehen sich beispielsweise Versicherer und auch Banken nur wenig betroffen von dem Ausstand, weil immer größere Teile des Geschäfts digital abgewickelt werden. Auch regional fallen die Folgen sehr unterschiedlich aus.

Kommentare (2)

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Herr Siegfried Spek

24.06.2015, 11:08 Uhr

80 %, das ist wohl ein Witz! Seit 2 Wochen ist unser Briefkasten leer. Krankenhausberichte, Atteste, Rezepte liegen irgendwo bei der Post. Wichtige Versicherungsunterlagen haben mich nicht erreicht. Die Ärzte in der Klinik werden noch auf ihr Geld warten, denn die Rechnungen haben mich auch noch nicht erreicht. Wer zahlt die Mahnkosten. Der Streik reicht mir!!! Will ver.di bei uns italienische Verhältnisse einführen? Zieht doch endlich die Wahl für den H. Bsirske vor, damit Deutschland wieder zu normalem Wirtschaftsleben kommt.

Herr Thomas Kohlmeier

29.06.2015, 15:47 Uhr

Man kann das Streikrecht auch überstrapazieren.
Mir reicht es. Ich werde die Post wo imer sich eine Möglichkeit auftut links liegen lassen und mein Beförderungsentgelt einem Wettbewerber zukommen lasen.
Thomas Kohlmeier, Porta Westfalica

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