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09.11.2013

15:18 Uhr

Laienmodels

Ausziehen für den Chef

Die einen strahlen von der Würstchenpackung, die anderen präsentieren sich in den hauseigenen Dessous: Statt auf Models setzen einige Unternehmen lieber auf eigene Mitarbeiter. Geld sparen sie damit nicht unbedingt.

Mitarbeiter der Firma Comazo posieren für Werbeaufnahmen: Immer mehr Unternehmen werben mit den eigenen Mitarbeitern – und nicht mit Models. dpa

Mitarbeiter der Firma Comazo posieren für Werbeaufnahmen: Immer mehr Unternehmen werben mit den eigenen Mitarbeitern – und nicht mit Models.

StuttgartWenn der Chef zum Fotoshooting in BH und Höschen bittet, würden die meisten Mitarbeiter wohl ganz schnell die Flucht ergreifen. Beim Unterwäschehersteller Comazo lassen sie hingegen freiwillig die Hüllen fallen – zu Werbezwecken. Ob im Online-Shop oder auf Werbeplakaten, das schwäbische Unternehmen verzichtet gänzlich auf professionelle Models und präsentiert stattdessen die eigenen Leute in Schlafanzug und Boxershorts. Allein ist Comazo mit seiner ungewöhnlichen Werbekampagne nicht: Auch andere Unternehmen setzen auf Mitarbeiter statt Models.

„Ob im Webshop des Wäscheherstellers Comazo oder in TV-Spots des Wurstproduzenten Rügenwalder Mühle: Die eigenen Mitarbeiter sollen gegenüber potenziellen Kunden Werte wie Glaubwürdigkeit und Stolz auf die Produkte vermitteln“, sagt Maik Luckow, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Auch für Unternehmen wie Carglass, Obi oder die HSH Nordbank standen schon die eigenen Leute vor der Kamera.

Wo Mitarbeiter für die Firma werben

Comazo

Der Wäschehersteller von der schwäbischen Alb bewirbt BH und Höschen ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern. Im Online-Shop posieren sie in der Wäsche ihres Unternehmens.

Rügenwalder Mühle

Der Wurstproduzent aus Niedersachsen tauschte jüngst Moderator Jörg Pilawa als Werbefigur aus - und holte stattdessen die eigenen Leute vor die Kamera.

Commerzbank

In einem Werbespot joggt derzeit eine Filialleiterin der Bank mit Kapuzenpulli und Musik auf den Ohren durch die Stadt - und macht sich dabei Gedanken über die Finanzwelt.

Carglass

„Carglass repariert, Carglass tauscht aus.“ Im Werbeclip des Autoglas-Reparateurs treten stets die eigenen Mitarbeiter auf.

Obi

Die Baumarktkette ließ einst die Belegschaft in oranger Kleidung zu der Melodie von Queens „We will rock you“ den Slogan „Wie, wo, was weiß Obi“ intonieren.

Jung von Matt

Die Werbeagentur erdachte nicht nur die Obi-Werbung, sondern setzte auch selbst schon auf die eigenen Köpfe. In einer Kampagne mit dem Titel „Jede zweite Ehe entsteht am Arbeitsplatz“ warb die Kreativagentur um neue Leute - mit nackten Kolleginnen.

Berliner Zeitung

Redakteure des Blatts treten derzeit in einem Kinospot mit Schauspielerin Friederike Kempter auf, auch Plakate mit ihren Köpfen sind in der Stadt zu sehen.

HSH Nordbank

Die Bank präsentiere ihre Mitarbeiter einst auf Werbeplakaten in eher ungewöhnlichen Situationen - vom Eisloch bis zur Feuerleiter.

„Menschen, die mit ihrem Gesicht für die Produkte stehen, sind glaubwürdiger als Manager, die alle zwei bis drei Jahre das Unternehmen wechseln“, sagt Godo Röben, der beim Lebensmittelhersteller Rügenwalder Mühle für das Marketing zuständig ist. „Das ist so ein wenig wie früher und teilweise auch heute noch beim Fleischer vor Ort: Den kenne ich und dem vertraue ich.“ Rügenwalder Mühle tauschte erst jüngst den Moderator Jörg Pilawa als Botschafter aus.

Neben Werbespots mit den Beschäftigten lachen die Mitarbeiter den Kunden nun auch auf der Wurstverpackung entgegen. Eine repräsentative Studie von TNS Infratest im Auftrag des Herstellers hatte ergeben, dass 52 Prozent der Befragten, sich mehr Offenheit von Unternehmen wünschen.

Kommentare (1)

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11.11.2013, 20:08 Uhr

Die sollten lieber mehr Geld in die Qualität der Produkte investieren! Da mangelt es wohl bei den meisten Herstellern!
Das fängt schon bei der Vergiftung durch Bisphenol A aus den Plastikverpackungen an und endet mit antibiotika verseuchtem Pferdefleisch !!!

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