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14.06.2015

13:22 Uhr

Lakshmi Mittal

Der „König des Stahls“ wird 65

Geboren wurde Lakshmi Mittal in einem armen indischen Dorf. Gegen viele Widerstände baute er den größten Stahlhersteller der Welt auf. Nun wird der „König des Stahls“ 65 Jahre alt – und zählt künftig auf seine Familie.

Am 15. Juni feiert der Stahl-Magnat seinen 65. Geburtstag. dpa

Lakshmi Mittal

Am 15. Juni feiert der Stahl-Magnat seinen 65. Geburtstag.

Neu DelhiSeinen ersten Vornamen hat Lakshmi Niwas Mittal von der hinduistischen Gottheit für Erfolg und Reichtum. Besser hätten die Eltern seinen Lebensweg nicht vorzeichnen können: Der Junge aus einem Dorf im indischen Rajasthan, wo es weder Strom noch fließend Wasser gab, führt heute mit Arcelor-Mittal den weltgrößten Stahlkonzern. Lakshmi Mittals Imperium erstreckt sich über die ganze Welt, von Eisenhüttenstadt nach Taiwan, von Algerien bis Chile. Am kommenden Montag (15. Juni) wird der Stahl-Magnat 65 Jahre alt.

Sein Erfolgsrezept beschreibt der Mann, der von den indischen Medien gerne „König des Stahls“ genannt wird, so: „Ich kaufe Unternehmen, fusioniere, konsolidiere sie, reduziere ihre Kosten, mache sie sehr effizient.“ Denn selber Stahlwerke auf der grünen Wiese bauen, das habe er schon früh erkannt, dauere einfach zu lange. „Das Leben ist sehr kurz. Wenn man wirklich etwas erreichen will, muss man es sehr schnell machen“, sagte er der indischen TV-Größe Simi Garewal.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Mittals Vater Mohan sah das anders, er setzte als kleiner Stahlindustrieller auf Beständigkeit. Das war in den 70er Jahren, als Neu Delhi alle Betriebe staatlich kontrollierte. Wachstum war schwierig. Der junge Mittal sah seine Chance erst gekommen, als er mit 25 Jahren das erste Mal im Ausland Urlaub machte. Sein Vater hatte ihm den Auftrag gegeben, nebenbei das Stahlwerk in Indonesien zu verkaufen. Doch Mittal behielt es – und blieb 14 Jahre in dem südostasiatischen Land.

Es folgten Einstiege in Trinidad, Mexiko, Kanada und 1995 der Kauf der Hamburger Stahlwerke – dabei hatte Mittals Vater das Wagnis in Mexiko als einen Sprung von einer Brücke bezeichnet. Doch die kühne Strategie ging auf, Mittal setzte sich an die Spitze der Branche. Er ist der erste Industrielle aus einem Schwellenland, der über ein weltweites Firmenimperium herrscht.

Nach der Fusion mit Arcelor setzte Mittals Unternehmen zwischenzeitlich 125 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) pro Jahr um, beschäftigte 326.000 Mitarbeiter und der Konzernchef stieg Schätzungen zufolge zum drittreichsten Mann der Welt auf. Dann litt sein Unternehmen – wie die gesamte Stahlbranche – unter der weltweiten Konjunkturabkühlung. Heute wird sein Vermögen vom US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf fast 14 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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