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09.05.2011

08:21 Uhr

Lars Olofsson

Supermarkt-König unter Druck

VonHolger Alich

Letzte Chance für Lars Olofsson: Der Chef des Handelskonzerns Carrefour kämpft mit schlechten Zahlen. Viel Zeit hat er nicht mehr - die Stimmung im Unternehmen wird immer schlechter.

Lars Olofsson ist CEO vom französischen Konzern Carrefour. Quelle: Reuters

Lars Olofsson ist CEO vom französischen Konzern Carrefour.

ParisCarrefour-Chef Lars Olofsson hat nun keine Ausrede mehr. Nach dem Rauswurf des Briten James McCann hat der Schwede selbst die direkte Verantwortung für den Heimatmarkt Frankreich übernommen. Damit steuert Olofsson nun persönlich die Reform von Carrefours in die Jahre gekommenen Hypermarkt-Konzepts. „Die Ergebnisse entsprachen nicht meinen Erwartungen“, begründete der 59-Jährige den Rauswurf des Frankreich-Chefs, den er selbst erst vor anderthalb Jahren geholt hatte.
Es dürfte Olofssons letzte Chance sein. Die Stimmung seiner Großaktionäre, LVMH-Eigner Bernard Arnault und der Fonds Colony Capital, nähert sich dem Nullpunkt. Der Handelskonzern Carrefour verliert in Frankreich weiter Marktanteile, daher musste der Konzern auch den Börsengang der Immobiliensparte abblasen – von dem sich die Großaktionäre einen großen Gewinn versprachen. Auf den warten sie schon Jahre, denn der Carrefour-Kurs ist auch zweieinhalb Jahre nach der Berufung Olofssons weit von ihrem Einstandskurs von 53 Euro entfernt.

Doch mit eisigem Klima kennt sich der ehemalige Nestlé-Manager aus. Der Marketing-Profi begann seine Karriere bei Nestlés Tiefkühltochter Findus. Und er beruhigt: Die Ergebnisse der ersten in „Carrefour Planet“ umgestalteten Hypermärkte seien ermutigend. Und bittet öffentlich um Geduld: „Um den vollen Effekt der Renovierung zu beurteilen, muss man bis Mitte 2012 warten, wenn wir in Frankreich rund 90 Carrefour-Märkte umgestaltet haben“, erklärte Olofsson der Zeitung „Les Echos“. Bleibt die Frage, ob die Aktionäre noch so viel Geduld aufbringen. Olofsson ist bereits der dritte CEO in knapp sechs Jahren.

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