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04.01.2008

10:04 Uhr

Lars Windhorst

Der Türöffner

VonDirk Heilmann und Georg Weishaupt

Als Unternehmer ist Lars Windhorst oft abgestürzt. Als deutscher Bill Gates wurde er schon einmal gefeiert, zuletzt konnte er seinen Gläubigern nur durch eine Privatinsolvenz entkommen. Jetzt steigt er bei Air Berlin ein. Aber wer steckt hinter dem Deal?

Gilt als Überlebenskünstler: Lars Windhorst Foto: dpa Quelle: dpa

Gilt als Überlebenskünstler: Lars Windhorst Foto: dpa

LONDON/DÜSSELDORF. Die zweistrahlige Challenger 604 hebt nur kurz von der Landebahn ab. Dann stürzt der Geschäftsjet ab und schleudert gegen eine Mauer. Ein Pilot stirbt, der andere wird schwer verletzt. Der einzige Passagier an Bord ist Jungunternehmer Lars Windhorst. Er überlebt den Absturz am zweiten Weihnachtstag in der kasachischen Hauptstadt Almaty. Später wird er mit Verletzungen in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert. Inzwischen hat er es wieder verlassen.

Lars Windhorst überlebt wieder einmal und ist wieder einmal in den Schlagzeilen. Der schillernde 31-Jährige hat schon viele finanzielle Abstürze überlebt und hat sich immer wieder zurückgemeldet, mit neuen Firmen, neuen Geldgebern.

Momentan mischt er als Geschäftsführer der Vatas Holding in Berlin mit. Die Beteiligungsgesellschaft gab gestern bekannt, dass sie mit rund 15,4 Prozent bei Air Berlin eingestiegen und so zum größten Aktionär der Fluggesellschaft aufgestiegen ist. Weder Vatas noch Windhorst wollten dazu Stellung nehmen.

Zuvor ist Vatas schon als Aktionär beim Handy-Zulieferer Balda, bei Curanum, dem Betreiber von Pflegeeinrichtungen, und beim Internet- und Telekomdienstleister Freenet in Erscheinung getreten. Laut Handelsregisterauszug gehört Vatas zu 100 Prozent der Sapinda International Ltd. in London. Wer die angegebene Adresse im Londoner Westend allerdings aufsucht, findet dort weder ein Firmen- noch ein Klingelschild des Unternehmens. Sapinda gehört jedenfalls einem gewissen Robert Hersov der offensichtlich im feinen Londoner Stadtteil South Kensington wohnt.

Wikipedia weiß, dass Hersov, in Südafrika geboren, in Kapstadt studiert und einen MBA an der Harvard Business School gemacht hat. Danach arbeitet der heute 47-Jährige bei Goldman Sachs in New York, bei Morgan Stanley in London und bei Rupert Murdochs Medienriesen News Corporation. Schließlich wechselt Hersov als Chef zu Telepiu in Mailand, Italiens größter Pay-TV-Gesellschaft, die zu Berlusconis Mediengruppe Mediaset gehört. Dann, 1999, macht er sich als Investor und Unternehmer selbstständig. So ist er Mitgründer von Marquis Jets Europe, die 2004 von Netjets Europe übernommen wird.

Robert Hersov ist laut „Manager-Magazin“ ein langjähriger Freund von Windhorst. Er war es offenbar, der Windhorst das Geld verschaffte, um die Gläubiger bei dessen Privatinsolvenz zumindest teilweise abzufinden.

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