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08.07.2015

16:49 Uhr

Last-Minute-Buchungen rückläufig

Spontanreisende meiden Hellas

VonChristoph Schlautmann

Die Schuldenkrise in Griechenland schreckt deutsche Last-Minute-Bucher ab. In der vergangenen Woche ging die Zahl der Flugbuchungen um fast 40 Prozent zurück. Warum der Einbruch für Griechenland dennoch verkraftbar ist.

Weniger Last-Minute-Buchungen. Reuters

Urlauberin in Santorini

Weniger Last-Minute-Buchungen.

DüsseldorfDie Finanzkrise in Griechenland hält deutsche Urlauber zunehmend davon ab, kurzfristig ihren Urlaub in dem beliebten Mittelmeerland zu buchen. Nach Angaben der Flugbuchungs-Plattform Amadeus sank die Zahl der deutschen Ticketverkäufe in der vergangenen Woche um 39 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. In den sieben Tagen zuvor hatte es ein Minus von 25 Prozent gegeben.

Dass Hellas damit die Reisesaison 2015 abschreiben kann, bedeutet dies jedoch noch lange nicht. Üblicherweise buchen deutsche Urlauber bei Veranstaltern wie Tui, Neckermann oder Alltours die Sommerreisen bereits kurz nach Weihnachten. Weil es derzeit für Griechenland vom Auswärtigen Amt keine Reisewarnung gibt, können die Buchungen nicht kostenfrei storniert werden.

Griechenland vor der Pleite – die entscheidenden Termine

1. August

177 Millionen Euro Rückzahlung an den IWF

7. und 14. August

1,0 und 1,4 Milliarden Euro Rückzahlungen an T-Bills (kurzfristige Staatsanleihen)

20. August

3,2 Milliarden Euro Rückzahlung an EZB

4. September

305 Millionen Euro Rückzahlung an IWF

4. September

1,4 Milliarden Euro Rückzahlung an T-Bills (kurzfristige Staatsanleihen)

14., 16. und 21. September

343 Millionen Euro, 572 Millionen Euro und 343 Millionen Euro Rückzahlung an IWF

Bis zum Juni sah es sogar so aus, als ob Griechenland den Vorjahresrekord brechen könnte. 2014 waren 24 Millionen Urlauber ins Land gekommen und hatten 13,5 Milliarden Euro ausgegeben – und damit 17 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen. Experten hatten zum Jahresbeginn für 2015 mit 25 Millionen Urlaubern gerechnet.

Tourismus: Was Griechenland-Urlauber jetzt wissen müssen

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Die Bargeld-Krise macht für viele Griechen den Alltag zum Kampf. Für Urlauber in dem Land ist die Lage weniger dramatisch. Aber auch sie sollten einige Dinge beachten – am besten schon vor dem Abflug.

Auch wenn es damit wohl nichts mehr wird, ist der derzeitige Rückgang für Griechenland verkraftbar. Das aktuelle Buchungsgeschäft umfasst nahezu ausschließlich Last-Minute-Angebote – und damit nur einen geringen Teil des Touristikgeschäfts. „Hier spielt Griechenland schon seit langem kaum noch eine Rolle“, bestätigt die Iserlohner Reisebüroinhaberin Marija Linnhoff, Ausschussmitglied im Deutschen Reiseverband (DRV).

Stärker als die Reiseveranstalter trifft die Krise griechische Hoteliers. Sie klagen seit Wochen über mangelnde Nachfrage, weil Individual-Touristen, die ihre Reise meist kurzfristig antreten, einen Bogen um das Land machen. Auch einheimische Gäste bleiben in den Hotels aus. Wirklich kritisch aber wird es für Griechenland erst, wenn das Finanzchaos bis zur Hauptbuchungszeit im Januar und Februar 2016 nicht beendet ist.

Kommentare (3)

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Herr Klaus Wagner

08.07.2015, 17:00 Uhr

Kein Wunder, wenn der Grexit kommt, was dann wohl auf dem Teller passier, von der Küche über den Ober an den Tisch. Der Hass ist gezielt gesät und aufgegangen.

Herr Horst Hamacher

08.07.2015, 17:09 Uhr

Ja, was passiert wohl mit dem Teller, der einem deutschen Gast serviert wird ..... oder mit seinen Getränken? Sie werden an uns Deutschen kein gutes Haar lassen. Und der Zsipras mit seinem grenzdebilen Dauergrinsen, dem wird das Grinsen sehr bald vergehen.

Herr Paul Kersey

08.07.2015, 18:04 Uhr

@Hamacher und Wagner
Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Touristen sind nach wie vor gern gesehen, bin Anfang Juli zurückgekommen.
Sie müssen ja nicht gerade in die Armenviertel nach Athen reisen....

Wenn Griechenland einigermaßen clever ist (was man nicht sicher sagen kann), dann sollte bis zur Hauptbuchungsphase allles geregelt sein, notfalls in Drachmen.
Dann könnte es sich sogar wieder richtig lohnen nach Griechenland zu reisen.

Auf Hydra kostet die Limo, das Bier oder der Kaffee am Strand 4 EUR. Das passt einfach nicht mehr! Den kriegt man auf der Nachbarinsel für 2,50 EUR.

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