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10.06.2011

15:56 Uhr

Laut Anwälten

Chodorkowski trotz Entlassungsantrag verlegt

Die Chancen von Michail Chodorkowski auf eine vorzeitige Entlassung sind auf ein Minimum gesunken. Trotz eines entsprechenden Antrags wurde der inhaftierte Kremlkritiker jetzt in ein nicht genanntes Straflager verlegt.

Die russischen Behörden wollten keine näheren Angaben zum neuen Aufenthaltsort des ehemaligen Yukos-Managers machen. Quelle: dpa

Die russischen Behörden wollten keine näheren Angaben zum neuen Aufenthaltsort des ehemaligen Yukos-Managers machen.

MoskauDer inhaftierte russische Kremlkritiker Michail Chodorkowski (47) ist nach Angaben seiner Anwälte aus Moskau in ein noch nicht genanntes Straflager verlegt worden. Die Behörden hätten eine Auskunft über den neuen Aufenthaltsort des ehemaligen Ölmanagers verweigert, sagte Chodorkowskis Anwalt Wadim Kljuwgant am Freitag der Agentur Interfax. Dieser Schritt zeige, dass der Antrag Chodorkowskis auf vorzeitige Entlassung nicht in Moskau geprüft werde.

Menschenrechtler bezeichneten die Verlegung zu diesem Zeitpunkt als Rechtsbruch. „In diesem Prozess wird nichts nach dem Gesetz entschieden, sondern alles auf Anweisung von oben“, sagte Ljudmila Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe.

Der frühere Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos war 2003 verhaftet und unter anderem wegen Betrugs und Öldiebstahls zu insgesamt 13 Jahren Haft bis 2016 verurteilt worden. Die Verfahren gegen den schärfsten Kritiker des Regierungschefs Wladimir Putin gelten international als politisch motiviert.

Von

dpa

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