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26.03.2017

15:47 Uhr

Arbeitszeitmodelle

Auszeit als Anreiz

VonChristine Haas

Mitarbeiter gehen lassen, um sie zu binden – das ist nur auf den ersten Blick ein Paradoxon. Mit Sabbaticals erhöhen Unternehmen die Attraktivität für Fachkräfte. Gute Planung hält den Aufwand für Betriebe in Grenzen.

Freistellung für mehrere Monate ist möglich. picture-alliance / Patrick Seege

Produktion bei Hansgrohe

Freistellung für mehrere Monate ist möglich.

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Mit dem Rucksack durch Asien reisen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen – welches Projekt die Mitarbeiter auch anstreben, Thomas Egenter will ihnen dafür Zeit freischaufeln. Seit zehn Jahren sorgt der Personalleiter des Armaturenherstellers Hansgrohe dafür, dass seine Leute mehrere Monate von der Arbeit freigestellt werden können, um sich auf private Interessen zu konzentrieren. „Das ist nicht einfach, aber wir bemühen uns sehr, für jeden eine Lösung zu finden“, sagt Egenter.

Die Finanzierung sei meist kein Problem: Auf einem Zeitkonto könnten die Mitarbeiter Überstunden und Prämien ansammeln und diese dann in bezahlte Freizeit umwandeln. Die größte Herausforderung stellt sich dem Personalleiter im laufenden Betrieb: Wie ersetzt man die fehlende Kraft? „Da muss ich auch mal akzeptieren, wenn Arbeit liegen bleibt“, erläutert Egenter. Über allem steht ein Gedanke: „Ich möchte meine guten Mitarbeiter halten. Diejenigen, denen ich so eine Auszeit ermögliche, die kommen zufrieden und hochmotiviert zurück.“

Tipps gegen Stress

Rituale schaffen

Versuchen Sie, ein Ritual zu finden, das den Job klar von Ihrem Feierabend und vor allem dem Wochenende abgegrenzt.

Über Stress reden

Wann immer Sie wieder gestresst sind: Geteilter Stress ist halber Stress. Also reden Sie darüber.

Aufgaben ablehnen

Sagen Sie öfter Nein.

Erfolge registrieren

Nehmen Sie Ihre Erfolge wahr, nicht nur das, was schief gegangen ist.

Zufrieden sein

Lernen Sie, mit dem, was Sie erreichen, zufrieden zu sein, auch wenn es von außen keine Anerkennung gibt. Loben Sie sich also auch einfach mal selbst, und erkennen Sie Ihre Leistungen an.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Mitarbeiter gehen lassen, um sie zu binden – nur auf den ersten Blick ein Paradoxon. Für Konzerne und Mittelständler sind mehrmonatige Auszeiten vom Job, auch Sabbaticals genannt, mittlerweile ein wichtiges Instrument der Personalführung. Im steigenden Wettbewerb um Fachkräfte nehmen Unternehmen die zusätzlichen Kosten auf sich, denn sie wissen: Wollen sie qualifiziertes Personal anlocken oder halten, müssen sie auf Wünsche eingehen. Sabbaticals stehen dabei weit oben auf der Liste.

Fast jeder dritte Berufstätige beschäftigt sich aktiv mit dem Thema Sabbatical, ergab eine Studie des Karrierenetzwerks Xing im Januar. Zehn Prozent der Deutschen haben bereits eine Auszeit genommen, weitere 21 Prozent liebäugeln mit einer beruflichen Verschnaufpause, so die repräsentative Studie, für die knapp 1.500 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Die Berlinerin Andrea Oder hilft als Sabbatical-Coach den Unternehmen und ihren Beschäftigten dabei, die Sabbatzeiten umzusetzen. „Gerade für junge Absolventen ist der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit sehr wichtig. Die Lebensarbeitszeit steigt, deshalb nimmt auch das Bedürfnis nach zwischenzeitlichen Pausen zu“, sagt Oder. „Wer das anbietet, steigert seine Attraktivität als Arbeitgeber deutlich. Und der Aufwand ist wesentlich geringer, als viele befürchten.“ Ein Rechtsanspruch bestehe hingegen nicht.

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