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29.07.2016

12:27 Uhr

Business-Outfit

Bloß nicht auffallen

VonJan Guldner

Kleider machen nicht nur Leute, sie erleichtern auch die Karriere. Dunkler Anzug oder Kostüm in gedeckten Farben sind für viele Mitarbeiter auch Protektion. Denn wer sich optisch anpasst, sticht seltener negativ hervor.

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Es gibt Dinge, mit denen man als leitender Angestellter bei einem firmeninternen Überlebenstraining eher nicht rechnet. Zum Beispiel mit der zweifelhaften Ehre, nach einem Tag in der Wildnis am Lagerfeuer den Preis als am schlechtesten angezogener Manager zu gewinnen. Das Training, das das Führungsteam eigentlich zusammenschweißen sollte, endete so mit einem blamierten Kollegen. „Der Gewinner stand da wie ein begossener Pudel“, erinnert sich Stilberaterin Ulrike Mayer an das unschöne Erlebnis eines Kunden. „Sein Selbstbewusstsein sackte in den Keller.“

Mayers Job war es dann, sein Ego wieder aufzubauen – mit der richtigen Garderobe. Sie ist Textilwirtin, hat ein Maßkleidungsatelier und berät Unternehmen und Angestellte in Sachen Outfit und Karriere. Mayers erster Schritt bei der Beratung: Sie lässt sich einen Querschnitt des Kleiderschranks ihrer Klienten präsentieren. Beim wenig stolzen Besitzer des Worst-dressed-Awards sei dort tatsächlich nicht mehr viel zu retten gewesen.

Ein Risiko für seinen beruflichen Aufstieg, denn: „Kleidung ist wie Mimik und Gestik Teil unserer nichtverbalen Kommunikation“, sagt Expertin Mayer. Nachdem sie seine textilen Karrierehindernisse ausgemistet und ihm die Grundlagen der Geschäftskleidung vermittelt hatte, ging er auf Shoppingtour. „Er hat dann einen Rundumschlag gemacht und sich neue Anzüge, Hemden und Krawatten zugelegt“, erklärt Mayer. „Key pieces“ nennt sie die. Der neue Look kam besser an. Von einer weiteren Auszeichnung ist nichts bekannt.

Jede Branche hat eigenes Regelwerk Kleider machen nicht nur Leute, sie machen zugleich Karrieren - oder verhindern selbige. Dem Einheitslook im Unternehmen kann man so tatsächlich auch etwas abgewinnen: Der Dresscode ist für viele auch ein Schutzmechanismus, denn wenn jemand seine Kleidung frei wählen muss, ist die Gefahr größer, negativ aufzufallen.

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