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18.03.2014

16:13 Uhr

Daniela Schadt

Die First Lady, die am meisten Zeitung liest

Die 54-jährige Politikjournalistin Daniela Schadt ist seit zwei Jahren Deutschlands First Lady. Empfänge und Ehrenämter, Staatsbesuche und Schirmherrschaften: Für diesen Posten gibt es keine Stellenbeschreibung.

Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt auf dem militärischen Teil des Flughafens von Medellin (Kolumbien). dpa

Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt auf dem militärischen Teil des Flughafens von Medellin (Kolumbien).

BerlinMorgens sitzt sie in Bermudashorts an der Brombeerhecke in der Ostseefrische und schmiert sich ein Brötchen. Später macht sich Daniela Schadt Gedanken, was sie zum Besuch bei der Queen in London anziehen soll. Die 54-Jährige kennt Tage, an denen das Leben gewisse Kontraste birgt. Seit zwei Jahren ist sie Deutschlands First Lady.

Am 18. März 2012 wurde Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. Das war auch für die Frau an seiner Seite ein Neubeginn. Der ehemalige Stasi-Aufklärer aus dem Osten und die Politikjournalistin aus dem Westen sind seit 2000 ein Paar. Sie lernten sich bei einem Vortrag in Nürnberg kennen, Schadts Wahlheimat. Jahrelang pendelten „Jochen“ und „Dani“ zwischen Berlin und Bayern. Schadts Wohnung muss recht bescheiden gewesen sein, laut Gauck ein „Wohnklo“, wie in einer Biografie zu lesen ist.

Nach der Präsidenten-Wahl konnte die „First Freundin“ („Welt“) nicht mehr als Innenpolitik-Chefin der „Nürnberger Zeitung“ das Weltgeschehen kommentieren, das wäre als Einmischung verstanden worden. Sie zog nach Berlin. Es gab ein bisschen Aufregung, weil Gauck nicht von seiner früheren Frau geschieden ist und in „wilder Ehe“ lebt. Das Gerede kam aus der konservativen Ecke und legte sich.

Empfänge und Ehrenämter, Staatsbesuche und Schirmherrschaften: Im Bürotrakt von Schloss Bellevue wartet ein Fulltime-Job, den Daniela Schadt locker und mit Bodenständigkeit absolviert. Mit Interviews hat sie sich in der ersten Zeit zurückgehalten. Manchmal ist sie vorsichtig, weil sie ahnt, was die Reporter in ihre Blöcke schreiben. Sie hat Bettina Wulffs Erlebnisbericht „Jenseits des Protokolls“ gelesen. Das Buch will sie nicht öffentlich kommentieren, auch wenn sie nur Freundliches über ihre Vorgängerin sagt.

Auf die Frage in einem Interview, ob sie noch ein Privatleben hat, sagte Schadt einmal schlicht: „Ja“. Wie ihr Mann, so hat auch sie Zeit gebraucht, ihre Rolle zu finden. Was eine First Lady machen soll, steht nirgendwo geschrieben. Bislang haben sich alle Frauen an die Tradition gehalten, soziale Projekte zu fördern.

Schadt hat bei ihrem ersten Benefiz-Auftritt Erich Kästner zitiert: „Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.“ Das passt zu ihr. Es ist ohne Zynismus und ernst gemeint. Sie engagiert sich für das Müttergenesungswerk, Unicef, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und die Bienen-Initiative „Deutschland summt!“. Und: die Klassikfreundin ist Patronin des Windsbacher Knabenchors in Mittelfranken.

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