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06.12.2015

17:28 Uhr

Drei Karriere-Frauen, ein Problem

Das Scheitern gehört einfach dazu

VonClaudia Obmann

Drei erfahrene Pharma-Managerinnen sprechen erstmals über gravierende Fehler ihrer Karriere. Heute sind sie engagierte Mentorinnen und wollen weibliche Talente für Stolpersteine auf dem Weg nach oben sensibilisieren.

„Auch wäre es hilfreich gewesen, mich als Quereinsteigerin intensiver mit den anderen Disziplinen auseinander zu setzen.“ Helmut Nägele

Helga Rübsamen-Schaeff

„Auch wäre es hilfreich gewesen, mich als Quereinsteigerin intensiver mit den anderen Disziplinen auseinander zu setzen.“

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HELGA RÜBSAMEN-SCHAEFF
Vernetzung vernachlässigt

Als Wissenschaftlerin hatte sie sich früh und konsequent einen Namen gemacht: mit nur 24 Jahren hatte Helga Rübsamen-Schaeff 1973 in Chemie „summa cum laude“ promoviert. Nach einem Aufenthalt in Harvard und ihrer Habilitation an der Goethe-Universität in Frankfurt leitete die ambitionierte Naturwissenschaftlerin in der Mainmetropole sechs Jahre lang das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus und zählte Anfang der 1990er-Jahre zu den renommiertesten Aids-Experten Deutschlands.

So binden Unternehmen ihre Mitarbeiter

Platz 6

Stress auf der Arbeit nervt. Deshalb wünschen sich viele Mitarbeiter die Möglichkeit, arbeitsbezogenen Stress zu begrenzen. Gerade Leistungsträger eines Unternehmens finden dies wichtig (Platz vier). Nachwuchstalente hingegen sind offenbar noch stressresistenter - für sie gehört die Möglichkeit nicht zu den zehn Punkten, die sie an ein Unternehmen bindet.

Platz 5

Die Deutschen wollen auch eine gute Atmosphäre im Büro. Das Arbeitsumfeld gehört im Ranking Mitarbeiterbindung zu den Top Fünf. Bei Nachwuchstalenten kommt es sogar auf den vierten Platz.

Platz 4

Mitarbeiter wollen auf ihr Unternehmen Vertrauen können. Daher zählt für sie Vertrauen in das Top-Management (Platz vier). Für Nachwuchskräfte ist dieser Punkt tendenziell wichtiger (Platz drei). Bei Leistungsträgern kommt das Vertrauen gar an erster Stelle.

Platz 3

Wie bei der Mitarbeitergewinnung ist auch bei der Bindung die Sicherheit des Arbeitsplatzes von Bedeutung. Dazu zählen laut Towers Watson zum Beispiel eine verkürzte Probezeit bei einigen Stellen oder Alternativen zum Stellenabbau. Leistungsträger und Nachwuchstalente interessieren diese Punkte dagegen nur wenig: Bei ihnen kommt Sicherheit nur auf den sechsten Platz bzw. nicht in die Top Ten.

Platz 2

Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern zudem Chancen bieten, ihre Karriere voranzutreiben. Für Beschäftigte und Leistungsträger zählen Aufstiegsmöglichkeiten zu den zweitwichtigsten Aspekten in einem Job. Bei den Nachwuchskräften kommen die Karrierechancen sogar auf den ersten Platz.

Platz 1

Wer seine Mitarbeiter binden will, sollte vor allem eins: sie anständig bezahlen. Denn das Grundgehalt schafft es bei den meisten Deutschen auf Platz eins bei der Mitarbeiterbindung. Nachwuchskräfte und Leistungsträger finden den Lohn zwar auch wichtig (Platz zwei und drei), halten es aber nicht für das Hauptargument, einem Unternehmen treu zu bleiben.

Quelle: Towers Watson, Global Workforce Studie 2012

Kein Wunder, dass der Leverkusener Pharmakonzern Bayer Helga Rübsamen-Schaeff 1993 die Verantwortung für seine Virusforschung anbot. Ein wirksames Aids-Medikament wurde weltweit fieberhaft gesucht, der Markt dafür ist riesig. Begeistert von den neuen Möglichkeiten, wechselte die Professorin für Biochemie in die Industrie.

Doch kurz vor Weihnachten 2004 kam für die Forschungschefin dann der Schock: Der Bayer-Vorstand teilte ihr mit, ihren Bereich aufgeben und sich künftig auf Krebs- und Herzkreislauf-Medikamente konzentrieren zu wollen. „Wäre ich damals besser vernetzt gewesen, hätte ich diese Entscheidung vielleicht noch beeinflussen können“, glaubt Rübsamen-Schaeff rückblickend. „Doch ich hatte mich zu sehr um den Aufbau einer guten Forschung gekümmert und zu wenig darum, die Macht- und Entscheidungsstrukturen im Konzern zu verstehen. Auch wäre es hilfreich gewesen, mich als Quereinsteigerin intensiver mit den anderen Disziplinen auseinanderzusetzen“, räumt sie selbstkritisch ein.

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