Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2017

11:33 Uhr

Frauen an die Spitze

Chefin unter Allah

VonMathias Peer

Frauen gelten in vielen muslimisch geprägten Ländern als unterdrückt – tradiertes Rollenverständnis, geringe Bildungschancen, keine berufliche Karriere. Malaysia entwickelt sich zum Gegenentwurf.

Junge, muslimische Angestellte in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Malaysierinnen sind im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich ehrgeizig. Viele streben Geschäftsführer- und Vorstandsposten an. picture alliance / ZB

Karriere-Ambitionen

Junge, muslimische Angestellte in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Malaysierinnen sind im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich ehrgeizig. Viele streben Geschäftsführer- und Vorstandsposten an.

Kuala LumpurPremium-Inhalt: Sie haben mit diesem Text Zugang zu einem Digitalpass-Inhalt, den wir den Mitgliedern unseres Business-Netzwerkes Leader.In an dieser Stelle kostenlos zur Verfügung stellen. Erfahren Sie mehr über die Initiative Leader.In in unserer Linkedin-Gruppe.

Es gibt mehrere Gründe, warum man ein Treffen mit Janet Yap nicht so schnell vergisst. Die überraschend tiefe Stimme der zierlichen Malaysierin zum Beispiel. Oder das Tattoo mit dem Namen ihrer Tochter, das sich in Form einer Pflanze über den rechten Handrücken der Unternehmensberaterin schlängelt. Und es ist nicht lange her, dass noch ein anderes Merkmal für Aufsehen sorgte: ihr Geschlecht. Denn Yap ist die erste Frau, die in Malaysia die lokale Niederlassung des internationalen Beratungsunternehmens Accenture leitet. „Ich arbeite in einer Branche, die lange Zeit von Männern dominiert wurde“, sagt die 52-jährige Informatikerin. „In den Konferenzräumen der Klienten war ich oft die einzige Frau.“

Diese Erfahrung machte Yap zuletzt aber immer seltener. Das Geschlechterverhältnis in Malaysias Chefetagen ändert sich gerade rasant und grundlegend: Weibliche Führungskräfte drängen vehement an die Spitze. Das Klischee der im Islam unterdrückten Frauen erscheint in der Unternehmenswelt des muslimisch geprägten Staates inzwischen alles andere als zutreffend. Stattdessen fallen Malaysias weibliche Führungskräfte durch einen verblüffenden Ehrgeiz und Optimismus auf. „Als ich mich in den 80er-Jahren für eine Karriere im Technologiesektor entschied, waren meine Eltern noch geschockt“, erinnert sich Yap. Sie befürchteten, ihre Tochter würde beruflich in einer Sackgasse landen. „Frauen gab es auf diesem Gebiet damals so gut wie keine. Heute wollen viele junge Frauen eine ähnliche Karriere machen.“

10 Tipps für den perfekten Chef

Ein perfekter Chef macht Fehler

Jeder Mensch macht Fehler, denn Menschen sind nicht perfekt. Durch diese Eigenschaft werden Menschen überhaupt erst liebenswert. Wichtig ist jedoch, dass wir um unsere Fehler wissen und Wege finden, wie diese Fehler behoben werden können. Fehler, richtig verstanden, führen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des Unternehmens.

... ist nicht perfekt

Es ist daher verwunderlich, warum immer noch so viele Chefs meinen, dass sie perfekt sind. Eine solch grobe Selbstüberschätzung führt letztlich zu Arroganz und einem Stillstand an Wachstum (sowohl persönlich als auch unternehmerisch).

... verbessert sich ständig

Darin liegt die Größe eines wirklich „perfekten“ Chefs. Er verwendet die Kenntnis seiner Fehler für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten meinen nicht, „jemand zu sein“, sondern verstehen sich als „jemand, der wird“ und zwar jeden Tag ein wenig mehr.

... ist Menschenfreund

Eine wesentliche Eigenschaft von „perfekten“ Chefs ist, dass sie Menschen mögen. Viele so genannte Führungskräfte mögen aber nicht einmal sich selbst, geschweige denn andere Menschen. Unter solchen Umständen wird Führung nur schwer möglich sein. Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben.

... ist Teamplayer

Der „perfekte“ Chef sagt und meint „Wir!“ und nicht „Ich!“ Er ist ein Teamspieler. Im 21. Jahrhundert werden nur Teams gewinnen und nicht Einzelspieler. Die Mondlandung beispielsweise war auch nicht das Werk eines einzelnen Menschen, sondern das mehrerer tausend Ingenieure, auch wenn die visionäre Kraft eines Wernher von Brauns dahinter stand. Aber er hätte es niemals alleine geschafft.

... fordert Menschen

Der „perfekte“ Chef fordert Menschen heraus. Er will Leistung erleben und regt Menschen an, sie zu erbringen. Dabei orientiert er sich nur ungern am Durchschnitt, sondern an Spitzenleistungen. Der „perfekte“ Chef gibt sich nicht mit dem zweitbesten Ergebnis nicht zufrieden.

... ist fachlich selten der Beste

Von dem Gedanken, stets der Beste in allen Bereichen sein zu wollen, müssen sich Führungspersönlichkeiten trennen. Der „perfekte“ Chef konzentriert sich auf seine Stärken und seine Hauptaufgaben.

... verkörpert Werte

Grundvoraussetzung eines „perfekten“ Chefs sind gelebte Werte, die von allen Mitarbeitern als Führungsgrundsätze empfunden werden. Nur so entsteht das viel geforderte Vertrauen.

... ist wirksam

Letztlich geht es um das wesentliche: Der „perfekte“ Chef be-wirkt, dass Menschen Ziele erreichen. Das Wesen guter Führung ist Wirksamkeit.

... ist offen für andere Wirklichkeiten

Meistens halten wir unsere Meinung für die Wahrheit, basierend auf der Wirklichkeit, wie wir sie empfinden. Häufig entspricht unsere Wirklichkeit jedoch nicht der Realität. Der „perfekte“ Chef setzt sich auf den Stuhl des anderen. Wer durch die Augen anderer sieht, entdeckt eine Fülle von Wirklichkeiten.

Quelle: Perspektive Mittelstand

Das neue Geschlechterverhältnis macht sich im öffentlichen Leben deutlich bemerkbar. Wenn es um den beruflichen Aufstieg von Frauen geht, bescheinigen Studien dem südostasiatischen Land mit rund 30 Millionen Einwohnern eine Sonderstellung: Zusammen mit den Philippinen hat Malaysia laut einer Befragung des Beratungsunternehmens PwC aus Sicht junger Arbeitnehmerinnen im internationalen Vergleich die größte Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsplatz. Eine Untersuchung des Personaldienstleisters Hays, die Japan, China, Hongkong, Singapur und Malaysia analysierte, zeigte zudem Anfang 2016, dass malaysische Firmen mit 37 Prozent über den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte verfügen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Ciller Gurcae

08.02.2017, 11:46 Uhr

Mal angenommen, der Bericht stimmt so, obwohl er stark nach PR aus Arabien duftet.

Dieses angebliche Frauenprogramm hört doch spätestens dann auf, wenn Malysia vom sich ausbreitenden Saudi-Islam richtig wahrgenommen wird. Derzeit wird gerade Indonesien übernommen, da ist Malaysia nicht weit.

Frau Lana Ebsel

08.02.2017, 12:07 Uhr

Da es diese Kulturen schon länger gibt, als die westliche Kultur, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis die Frauen bei uns auch dort ankommen werden, wenn sie es mit ihrer "Gleichberechtigung" weiter so ungeniert und rücksichtslos den Männern gegenüber übertreiben. Ein Pendel schlägt immer irgendwann zurück.

Account gelöscht!

08.02.2017, 12:31 Uhr

In der freien Geschäftswelt geht es nicht um Allah, Gott, Budda oder sonst wen sondern nur darum, ob die Person Leistung erbringen kann oder nicht. Hat diese Person keine Leistungsbereitschaft und einen Verstand und eine Vernunft um ein Geschäft erfolgreich zu führen, so wird diese Person mit dem Geschäft untergehen oder rechtzeitig entlassen.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×