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23.03.2016

12:51 Uhr

Frauen in Fondshäusern

Managerinnen braucht das Land

VonIngo Narat

Viele Fondsgesellschaften besetzen karriereträchtigen Positionen vor allem mit Männern, zeigt eine aktuelle Studie von KPMG und dem Netzwerk Fondsfrauen.

Bei Fondsgesellschaften gibt es gerade in Führungspositionen einen eklatanten Mangel an Frauen. dpa

Eklatanter Mangel

Bei Fondsgesellschaften gibt es gerade in Führungspositionen einen eklatanten Mangel an Frauen.

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Nach wie vor gibt es viel zu wenige weibliche Mitarbeiter bei den Fondsgesellschaften. "Und in den Führungspositionen ist der Mangel noch eklatanter", sagt Elmar Schobel, Partner beim Wirtschaftsprüfer KPMG, der zusammen mit dem Netzwerk Fondsfrauen eine Studie zu "Gender Diversity" in Fondshäusern erstellt hat.

Es ist die erste ihrer Art zur Lage bei den deutschen Investmenthäusern. Sie nahm 17 Asset-Manager mit einem verwalteten Kapital von über 1,1 Billionen Euro und knapp 5 500 Mitarbeitern unter die Lupe und erfasst damit knapp die Hälfte des hiesigen Marktes für Wertpapierfonds.

Die 10 besten Ratschläge für Unternehmer

Hab Spaß

„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

Glaub an dich

Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glück ist eine Einstellungssache

„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

Versuchen ist gut, machen ist besser

Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

Nutze alle Ressourcen

Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

Manchmal hilt nur: Zähne zusammenbeißen!

Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

Gib dein Wissen weiter

Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

The winner shares it all

Steuern Sie auf Ihrem Weg gezielt Win-Win-Win-Effekte an und ermöglichen Sie es so einer größeren Anzahl von Menschen, sich mit Ihrer Idee und der Sache, für die Sie stehen, zu identifizieren. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie etwas vom Kuchen abgeben müssen; es bedeutet, so Reiter, dass alle am Ende mehr haben. Wenn jemand also einen WLAN-produzierenden Baum entwickeln würde, wäre der zusätzliche Klimafaktor solch ein Effekt.

Verändere das Spiel der Könige

Was hat Unternehmertum mit Schach zu tun? Reagieren Sie im Business nicht nur auf die Züge des Gegners, sondern gehen Sie einen Schritt weiter über die Grenzen des Bretts hinaus, rät Thorsten Reiter. So werden die Regeln des Spiels neu definiert, das Feld wird erweitert und die Möglichkeiten sind plötzlich unzählig. Wer als Unternehmer gelernt hat, das Spiel zu durchschauen, hält einen Trumpf in der Hand, der die Konkurrenz ins Chaos stürzen kann. Reiter: „Manchmal ist ein vermeintlich irrationaler Zug der entscheidende Schlag, und was von außen wie Chaos erscheint, ist lediglich die strategische Wendung hin zum eigenen Competitive Advantage und ein echter Game Changer.“

Finde deine Antworten

Sind Sie ein Unternehmer? Haben Sie den Mut dazu, Ihr Leben – egal ob angestellt oder selbstständig – nachhaltig zu verändern? Ist das der richtige, der einzige Weg? Diese Fragen möchten Thorsten Reiter jedem potentielen Gründer mit auf den Weg geben, denn er kann lediglich Denkanstöße geben. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden. Reiter: „Ob du ins Abenteuer Unternehmertum aufbrechen wirst, ob diese Reise für dich bestimmt ist, kannst nur du selbst sagen. Nur du kannst diese Antworten geben.“

Der Studie zufolge gibt es typische Männer- und typische Frauendomänen: "Die karriereträchtigen Kernfunktionen wie Produktentwicklung, Vertrieb und Portfoliomanagement werden nach wie vor in erster Linie von Männern besetzt", sagt Schobel. Frauen seien stärker vor allem in den Unterstützungsabteilungen vertreten. So sind beispielsweise im Bereich Portfoliomanagement 81 Prozent der Mitarbeiter männlich. Im unterstützenden Personalbereich erreicht die Frauenquote dagegen 91 Prozent.

Bei den Führungspositionen gibt es ein ähnliches Ungleichgewicht. "In den Frauendomänen ist deren Anteil auch am höchsten, aber trotzdem noch relativ gering", bemerkt Schobel. In dem von Frauen geprägten Personalbereich sei aber noch nicht einmal die Hälfte der Führungspersonen weiblich besetzt. Bei der IT sind dagegen Frauen in Führungspositionen überhaupt nicht zu finden.

Weniger als die Hälfte der befragten Fondsgesellschaften hat eigene Gender-Diversity-Ziele formuliert. "Und diese Quoten sind nirgendwo höher als jene, die man ohnehin bereits hat", sagt Anne Connelly vom Netzwerk Fondsfrauen. "Da gibt es viel zu tun", ergänzt sie. Ein Anteil von 30 Prozent wäre ihrer Ansicht nach wünschenswert. In Zukunft müsse man sich mehr um Frauen kümmern, schon allein deshalb, weil die Zahl der Hochschulabsolventen in den kommenden Jahren einbrechen werde. Vor diesem Hintergrund hält KPMG ein verstärktes Angebot von Teilzeitarbeit für sinnvoll. "Da geht es um Kultur und die organisatorischen Voraussetzungen dafür", sagt Schobel.

Rein rechtlich sind die Vermögensverwalter jedoch kaum angreifbar. 2015 trat zwar ein Gesetz zur Gleichberechtigung von Mann und Frau bei Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft. Doch die 30-Prozent-Quote gilt lediglich für größere Unternehmen, die börsennotiert und mitbestimmungspflichtig sind.

Vermögensverwalter sind oft nicht börsennotiert. Sie müssen also keine Rücksicht auf die Quote nehmen. KPMG-Stratege Schobel rät dennoch zum Nachdenken. Er wirft Argumente wie vielfältige Unternehmenskultur, Gleichberechtigung als gesellschaftliche Aufgabe und nachhaltige Firmenpolitik in die Waagschale. Die Fondshäuser seien auch aus einem anderen Grund gefordert. Investoren schauten genauer auf die Corporate Governance von Firmen und da auch mehr auf Gender Diversity: "Darauf wird immer stärker geachtet."

Diese Top 50 Frauen sollten Sie kennen

Wichtiger Hinweis - das ist kein Ranking!

1.-50. Gewinnerin - kein Ranking!

Wir möchten direkt am Anfang nochmal darauf hinweisen, dass dies hier kein Ranking ist, sondern 1.-50. Gewinnerin lediglich die Gewinnerinnen der Reihe nach auflistet. Selbstverständlich sind alle Siegerinnen gleichermaßen Siegerin und Teil der 50 Top-Talente.

1. Gewinnerin

Finalistin Ann-Kristin Achleitner, Technische Universität München (TUM)

2. Gewinnerin

Finalistin Pina Albo, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG

3. Gewinnerin

Finalistin Simone Bagel-Trah, Henkel AG & Co. KGaA

4. Gewinnerin

Finalistin Yvonne Bauer, Bauer Media Group

5. Gewinnerin

Finalistin Christiane Benner, IG Metall Vorstand

6. Gewinnerin

Finalistin Dorothee Blessing, J.P. Morgan AG

7. Gewinnerin

Finalistin Birgit Bohle, DB Fernverkehr AG

8. Gewinnerin

Finalistin Julia Bösch und Anna Alex, OUTFITTERY GmbH

9. Gewinnerin

Finalistin Constanze Buchheim, i-potentials GmbH

10. Gewinnerin

Finalistin Alison Carnwath, BASF SE

11. Gewinnerin

Finalistin Stephanie Czerny, "Hubert Burda Media DLD Media GmbH"

12. Gewinnerin

Finalistin Lisa Davis, Siemens AG

13. Gewinnerin

Finalistin Daniela Favoccia, Hengeler Mueller Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB

14. Gewinnerin

Finalistin Belèn Garijo, Merck KGaA

15. Gewinnerin

Finalistin Margarete Haase, DEUTZ AG

16. Gewinnerin

Finalistin Karen Heumann, thjnk berlin GmbH

17. Gewinnerin

Finalistin Ingrid Hofmann, I. K. Hofmann GmbH

18. Gewinnerin

Finalistin Christine Hohmann-Dennhardt, Daimler AG

19. Gewinnerin

Finalistin Julia Jäkel, "Gruner + Jahr GmbH & Co KG"

20. Gewinnerin

Finalistin Helga Jung, Allianz SE

21.Gewinnerin

Finalistin Susanne Klatten, Susanne Klatten Beteiligungs GmbH

22. Gewinnerin

Finalistin Renate Köcher, "INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH Gesellschaft zum Studium der öffentlichen Meinung mbH"

23. Gewinnerin

Finalistin Elke König, Single Resolution Board

24. Gewinnerin

Finalistin Melanie Kreis, Deutsche Post DHL Group

25. Gewinnerin

Finalistin Janina Kugel, Siemens AG

26. Gewinnerin

Finalistin Brigitte Lammers Egon, Zehnder International GmbH

27. Gewinnerin

Finalistin Sabine Lautenschläger, Europäische Zentralbank

28. Gewinnerin

Finalistin Nicola Leibinger-Kammüller, Trumpf GmbH + Co. KG

29. Gewinnerin

Finalistin Kathrin Menges, Henkel AG & Co.KGaA

30. Gewinnerin

Finalistin Simone Menne, Deutsche Lufthansa AG

31. Gewinnerin

Finalistin Tina Müller, Opel Group GmbH

32. Gewinnerin

Finalistin Claudia Nemat, Deutsche Telekom AG

33. Gewinnerin

Finalistin Sigrid Evelyn Nikutta, Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

34. Gewinnerin

Finalistin Verena Pausder, Fox & Sheep GmbH

35. Gewinnerin

Finalistin Angelique Renkhoff-Mücke, Warema Renkhoff SE

36. Gewinnerin

Finalistin Anke Schäferkordt, Mediengruppe RTL Deutschland GmbH

37. Gewinnerin

Finalistin Monika Schulz-Strelow, Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) e.V.

38. Gewinnerin

Finalistin Tanja Singer, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. 

39. Gewinnerin

Finalistin Hauke Stars, Deutsche Börse AG

40. Gewinnerin

Finalistin Christine, Strobl Degeto Film GmbH

41. Gewinnerin

Finalistin Margaret Suckale, BASF SE

42. Gewinnerin

Finalistin Katrin Suder, Bundesverteidigungsministerium

43. Gewinnerin

Finalistin Özlem Türeci, Ganymed Pharmaceuticals AG

44. Gewinnerin

Finalistin Bettina Volkens, Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft

45. Gewinnerin

Finalistin Antje von Dewitz, Vaude Sport GmbH & Co. KG

46. Gewinnerin

Finalistin Sylvia von Metzler, Städelscher Museums-Verein e.V.

47. Gewinnerin

Finalistin Carola von Schmettow, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

48. Gewinnerin

Finalistin Judith Wallenstein, The Boston Consulting Group

49. Gewinnerin

Finalistin Ute Wolf, Evonik Industries AG

50. Gewinnerin

Finalistin Regina Ziegler, Ziegler Film GmbH & Co. KG / Ziegler Film Verwaltungs GmbH

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