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08.05.2015

11:12 Uhr

Führungsexperte

Wie heißt die Frage, auf die Frauen die Antwort sind?

VonReinhard Sprenger

Reinhard Sprenger berät Firmen und sagt ihnen, was schief läuft. Die Debatte um die Quote hält er für einen Luxusdiskurs. Wie es aussieht beim Thema Frauenförderung in den Topetagen der Konzerne – ein Gastbeitrag.

Der Bundestag beschließt die Frauenquote. In Norwegen gibt es die schon seit zehn Jahren.

Frauen an die Macht

Der Bundestag beschließt die Frauenquote. In Norwegen gibt es die schon seit zehn Jahren.

WinterthurWas immer man zu dem Thema Frauenförderung sagt, ist kontaminiert vom Geschlecht. Die Person, die da spricht, ist entweder Frau oder Mann. Insofern hat man immer ein Glaubwürdigkeitsproblem, einen Betroffenheitsmalus. Das steigert sich, wenn man in stereotyper Form pluralisiert. Natürlich wissen wir alle, dass es weder „die“ Frauen gibt noch „die“ Männer. Aber wie soll man sonst reden?

Die Zahlen zum Thema „Frauen im Management“ sind bekannt und, je nach Zählweise, provozierend. In den Topetagen der Konzerne liegen sie im niedrigen einstelligen Prozentbereich: eine männliche Monokultur, die sich allerdings langsam – sehr langsam - differenziert. Im öffentlichen Dienst ist der Frauenanteil an Chefposten gespreizt: in der hierarchischen Mitte niedrig, oben und unten hoch. Das hat nicht nur etwas mit guter Kinderbetreuung zu tun. Insgesamt aber steht die weibliche Repräsentanz in einem krassen Missverhältnis zu den Ausbildungszahlen führender Wirtschaftshochschulen.

Diese Frauen werden weltweit am stärksten bewundert

Platz 10

Angela Merkel (60), deutsche Bundeskanzlerin

Quelle: Die weltweit zehn am meisten bewunderten Frauen, Meinungsforschungsinstitut YouGov, dpa.

Platz 9

Aung San Suu Kyi (69), Oppositionsführerin in Myanmar

Platz 8

Julia Roberts (47), US-Schauspielerin

Platz 7

Oprah Winfrey (61), US-Fernsehmoderatorin

Platz 6

Céline Dion (46), kanadische Sängerin

Platz 5

Michelle Obama (51), Ehefrau des US-Präsidenten

Platz 4

Elizabeth II. (88), britische Queen

Platz 3

Hillary Clinton (67), frühere US-Außenministerin

Platz 2

Malala Yousafzai (17), pakistanische Kinderrechtsaktivistin

Platz 1

Angelina Jolie (39), US-Schauspielerin

Schon hier beginnt der Streit. Soziale Kausalität ist ohnehin ein schwer zu isolierendes Phänomen, und so bedient sich jeder nach Interessenlage. Unzweifelhaft ist: Männer und Frauen waren über Jahrtausende arbeitsweltlich klar getrennt und konkurrieren erst seit jüngster Zeit. Wer das in ein paar Jahrzehnten ändern will, muss sich gegen den Vorwurf anthropologischer Naivität verteidigen.

Verhandelbarer scheinen da lebensstilistische Argumente, deren gegenwartskritische Untertöne politisch korrekt abgenickt werden. So beklagt man die geschlechtsspezifische Sozialisation, der zufolge Frauen zu bescheiden seien: Sie würden keine Forderungen stellen, wären detailversessen und sendeten nur schwache Botschaften.

Zudem werde immer noch – horribile dictu! - biologistisch argumentiert, Kinder gehörten zu ihrer Mutter. Entsprechend bedauert man das Zurückfallen in starre Rollenmuster in den Familien, sobald das erste Kind auf dem Weg ist. Als Lebensstil-Entscheidung gilt auch die Attraktivität der „zweiten Reihe“: Frauen lehnten die archaischen Positionskämpfe im Primatenrudel der Topetagen ab, vor allem auch die sogenannte „Präsenzkultur“ (gemeint ist wohl eine Vollzeit-Kultur, denn präsent ist ein global agierender Manager schon lange nicht mehr); Frauen begnügten sich deshalb mit Trostpreis-Positionen, die Familie und Job vereinbarer machten.

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

08.05.2015, 15:25 Uhr

Auch bei diesem Thema zensiert das Handelsblatt (bei einem anderen Artikel )wieder.
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