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10.02.2014

06:37 Uhr

Führungspositionen

„Auf dem Weg nach oben gehen Frauen verloren“

Frauen in der Chefetage großer Konzerne sind in Deutschland immer noch eine Seltenheit. Es hat sich aber einiges getan in der jüngsten Zeit. Bald gibt es zudem eine Quote für die Aufsichtsräte. Alles gut also?

Die Führungsetagen deutscher Großunternehmen sind in den vergangenen Jahren weiblicher geworden. dpa

Die Führungsetagen deutscher Großunternehmen sind in den vergangenen Jahren weiblicher geworden.

BerlinMary Barra am Steuer bei General Motors, Yahoo-Chefin Marissa Mayer und Janet Yellen als neue oberste Währungshüterin bei der US-Notenbank Fed: Blickt man über den großen Teich, sieht es gar nicht so schlecht aus für Frauen in Führungspositionen. Anders hierzulande: Bei Deutschlands Top-Konzernen sucht man vergeblich eine Vorstandschefin. Dennoch sehen Forscher einen Silberstreif am Horizont.

In der Privatwirtschaft hat sich beim Anteil von Frauen in den Chefetagen in den vergangenen Jahren insgesamt wenig getan, wie die Experten des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer jüngst veröffentlichten Studie herausfanden. Der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit zufolge lag der Frauenanteil 2012 in der ersten Führungsebene der Betriebe - damit ist meist der Vorstand gemeint - bei 26 Prozent, nach 25 Prozent vier Jahre zuvor.

Zehn Dinge, mit denen Frauen ihre Karriere riskieren

Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Während 49 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und 44 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 16 Prozent auf Prestige und 9 Prozent auf eine rasche Beförderung aus.

Keine Ellenbogenmentalität

Gerade in größeren Abteilungen müssen sich Mitarbeiter häufig gegen ihre Kollegen durchsetzen, um sich Gehör und Respekt beim Chef zu verschaffen. Doch gerade dieser interne Konkurrenzkampf gefällt vor allem Frauen nicht. Eine Umfrage von TNS Emnid und der Axa-Versicherung zeigt, dass über ein Drittel aller Frauen Angst vor dem Konkurrenzkampf mit Kollegen haben. Nur 15 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter sorgen sich darum.

Übersteigerter Teamgeist

Teamfähigkeit gilt als einer der wichtigsten Soft-Skills und gerade Frauen bevorzugen diese Form des Arbeitens. Ein Experiment an der Universität Lyon hat gezeigt, dass Männer vor allem dann Teamarbeit nutzen, wenn sie in dem geprüften Bereich nicht so leistungsfähig sind. Frauen arbeiten generell lieber im Team, unabhängig davon wie stark sie selbst auf dem jeweiligen Gebiet sind. Eine durchaus positive Fähigkeit, solange die eigene Leistung nicht vom Können des Teams überschattet wird.

Falsche Studienwahl

Die karriererelevanten Studienfächer sind nach wie vor Wirtschaftswissenschaften, Jura und Ingenieurswissenschaften. Während bei den Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010 immerhin 45 Prozent der deutschen Studierenden weiblich waren und bei Jura sogar über die Hälfte, sieht es im Bereich der Ingenieurswissenschaften weiterhin düster aus. Die Maschinenbaustudiengänge verzeichneten gerade einmal einen Frauenanteil von neun Prozent. Bei Elektrotechnik waren es sogar nur sechs Prozent.

Zu wenig Selbstbewusstsein

Frauen verkaufen sich häufig unter Wert und trauen sich selbst viel zu wenig zu. Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, dass Frauen sich selbst beschuldigen, wenn es um die Gründe für ihre schlechten Aufstiegschancen geht. 28 Prozent der befragten Damen sagen, ihnen fehlten die nötigen Fertigkeiten für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.  

Chefinnen unerwünscht

Nicht nur Männer wollen keine Frauen als Chef, sogar die weiblichen Arbeitnehmer sind von Frauen in Führungspositionen wenig überzeugt. Nur drei Prozent wollen eine Chefin. Neunmal so viele finden es besser einen Mann als Chef zu haben. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Forsa.    

Rivalität unter Frauen

Damit in Zusammenhang könnte das Phänomen der Stutenbissigkeit stehen. Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass Frauen zwar gut kooperieren können, aber nur so lange sie mit männlichen Kollegen zu tun haben. Sobald sie mit Frauen zusammenarbeiten sollen, ist es um den Teamgeist schlechter bestellt. Ein internationales Forscher Team setzte kürzlich sogar noch einen obendrauf. Sie fanden heraus, dass die Damen besonders schlecht miteinander können, wenn die jeweils andere bei den männlichen Kollegen gut ankommt. 

Über Geld spricht man nicht

Selbst Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 12.000 Akademikern zeigt die Unterschiede. Ein männlicher Abteilungsleiter verdient etwa 5000 Euro monatlich, sein weibliches Pendant gerademal 3800 Euro. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden sind und andere Faktoren wichtiger finden.

Familie oder Beruf? Familie!

Zugegeben, es ist nicht einfach Familie und Karriere miteinander in Einklang zu bringen. 72 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern halten dieses Unterfangen für schwierig. Und die Mütter sind es letztendlich auch, die in Sachen Karriere den Kürzeren ziehen. Dafür verantwortlich sind die traditionellen Vorstellungen von Familie, die sowohl Männer als auch Frauen immer noch mit sich herumtragen. Während 2010 nur etwa 5 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit arbeiteten, waren es über 68 Prozent der Mütter.  

Der fehlende Wille

Zu all diesen Karrierehemmnissen kommt ein zentraler Punkt hinzu. Viele Frauen wollen überhaupt nicht aufsteigen. Das Beratungsunternehmen Accenture fand heraus, dass nur jede fünfte Frau ihre Karriere überhaupt vorantreiben will. Ganze 70 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position im Unternehmen zufrieden.

Auffallend sei aber ein „enormer Anstieg im Westen zwischen 2008 und 2012 auf der zweiten Führungsebene“, sagt die IAB-Forscherin Susanne Kohaut, die gemeinsam mit einer Kollegin für die Untersuchung verantwortlich zeichnet. „Diese Entwicklungen kann man als Hinweis deuten, dass die öffentliche Diskussion möglicherweise schon etwas bewirkt hat. Es bleibt zu hoffen, dass dies kein Strohfeuer ist.“

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Sicher, die Führungsetagen deutscher Großunternehmen sind in den vergangenen Jahren weiblicher geworden. So hat beispielsweise die GM-Tochter Opel gleich zwei weibliche Vorstände: Tina Müller (Marketing) und Susanna S. Webber (Einkauf und Logistik). Bei BMW leitet Milagros Caiña Carreiro-Andree das Personal- und Sozialwesen, und bei Daimler ist Christine Hohmann-Dennhardt die erste Frau im Vorstand - zuständig für den Bereich Integrität und Recht. Generell gilt aber: An den Schalthebeln sitzen nach wie vor meist Männer.

Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sieht das Problem darin, „dass es die meisten großen Unternehmen versäumt haben, Frauen von der untersten bis zu obersten Ebene aufzubauen“. Insbesondere bei kleineren, aber auch bei mittleren Unternehmen sei die Lage aber schon besser. „Natürlich haben Frauen in Konzernen einige Hierarchiestufen mehr zu überbrücken. Auf dem Weg nach oben gehen die Frauen dann einfach verloren“, konstatiert sie.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.02.2014, 09:40 Uhr

Infineon Aandelen, wach uf!

Welchen Erkentniswert erzielt ´ne Selbstanzeige oder `ne Anzege gegen die Kanzlerin in vrirrter Republik mit gesellschaftlichen Vollversagern im Fin de Siècle ? Keinen, das Spiel ist aus.
Jedoch braucht Europa andereSiocherheitshardware! Ansonsten war der ganze Skeptizismus Intellektueller, Literaten, Naturwissnschaftlehr und Techniker ´ne Nullsumme.
Erhöhe die Frauenquote!

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