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26.11.2015

07:55 Uhr

Karriere in der Männerwelt

„Denkt in Möglichkeiten und seid nicht so verbissen!“

VonChristina Bösenberg

„In der Wirtschaftslandschaft hat sich – bis auf ein paar Firmen-Kitas und Frauenbeauftragte – in den letzten Jahren kaum etwas bewegt“, sagt Unternehmensberaterin Christina Bösenberg. Wie sich Frauen trotzdem behaupten.

„Das änderte natürlich einiges, aber nicht so viel, dass der Erfolg im Beruf nicht weiter gehen konnte. Heute rate ich Frauen: Denkt in Möglichkeiten und seid nicht so verbissen!“, sagt die Leadership-Expertin Christina Bösenberg. Getty Images

Und dann kam das Kind...

„Das änderte natürlich einiges, aber nicht so viel, dass der Erfolg im Beruf nicht weiter gehen konnte. Heute rate ich Frauen: Denkt in Möglichkeiten und seid nicht so verbissen!“, sagt die Leadership-Expertin Christina Bösenberg.

Die Leadership-Expertin Christina Bösenberg konnte sich in einer Männerwelt durchsetzen und ist eine erfolgreiche Unternehmensberaterin – heutzutage (leider) noch immer eine Seltenheit. In ihrem Gastbeitrag, den Sie exklusiv für unsere Initiative Leader.In, ein Businessnetzwerk zur Vernetzung erfolgreicher Frauen und Männer aus der Wirtschaft, geschrieben hat, erzählt sie von ihrem persönlichen Weg nach oben – und verrät, was Frauen auf gar keinen Fall tun sollten, wenn sie wirklich erfolgreich sein wollen.

Ja, Frauen sind genauso gute Führungskräfte wie Männer. Ja, Karriere und Familie schließen sich einander nicht aus. Und ja, auch die Rollenmodelle des vergangenen Jahrhunderts passen nicht mehr in unsere moderne Zeit. All das ist heute weitgehend gesellschaftlicher Konsens. Und doch hinkt die Realität in der deutschen Wirtschaft der Theorie nach wie vor hinterher. Noch immer und weit.

So sind, das hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young jüngst in ihrem „Mixed Leadership Barometer 2015“ ermittelt, nur 37 der 663 Vorstände in den Dax-, S-Dax-, M-Dax und Tec-Dax-Unternehmen weiblich. Das entspricht umgerechnet einer Frauenquote von gerade einmal 5,6 Prozent. Und die klassischen Männer- und Frauenberufe bestehen weiter. Denn ändert man die Blickrichtung weg von reinen Vorstandsfunktionen hin zum mittleren Management so sieht man deutlich mehr Frauen – allerdings in oft in den typischen Funktionen (HR, Personalbereich etc.).

Selbstmarketing: Ten Golden Rules

1. Positioniere dich

Positioniere dich: Am Anfang stehen dein Profil und dein Ziel. Wer bin ich, was kann ich, wo will ich hin? Wer nicht weiß, wo er steht, und nicht weiß, wo er hinwill, kann auch keine Route planen, schreibt die Autorin Ute Blindert in ihrem Buch „Per Netzwerk zum Job - Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst“. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken über seine Strategie machen, zu der dann natürlich die Auswahl der Kommunikationskanäle (Website, Social-Media, Businessnetzwerke, Newsletter) und selbstverständlich auch Überlegungen zum Netzwerken im wirklichen Leben gehören.

2. Jeder hat ein Netzwerk

Jeder hat ein Netzwerk – auch du. Freunde, Kommilitonen, Arbeitskollegen, Vereinsfreunde, Fußballkumpel, Dozenten und Austauschstudenten bilden das Fundament deines Berufsnetzwerks. Ute Blindert rät: „Recherchiere, wer von diesen Kontakten bei Xing, Linkedin oder Facebook ist, und vernetze dich mit diesen.“ Wer auf Jobsuche ist, sollte das dort auch entsprechend zur Sprache bringen.

3. Zeige dich

Zeige dich – online. Wer von Recruitern und Headhuntern gefunden werden will, kommt an einem Profil bei Xing oder Linkedin i.d.R. nicht vorbei. Legt ein durchdachtes Profil an und tretet selbst in Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern.

4. Zeige dich Teil 2

Zeige dich – im realen Leben. Auch wenn es vielleicht manchmal schwer fällt, aber der persönliche Kontakt macht das Netzwerk erst stabil und führt zu mehr Verbindlichkeit. Man kann sich auch ein bestehendes Netzwerk (Studierendenorganisation, Berufsnetzwerk, Verband, Verein) suchen, durch das sich schon viele Kontaktmöglichkeiten mit anderen Menschen ergeben.

5. Lerne Leute kennen

Lerne Leute kennen – einfach aus Spass. Die Autorin empfiehlt „systematische Mittagessen“, also zufällig anmutende Begegnungen, bei denen meist ein lohnender Austausch für beide Seiten entsteht. Der Vorteil: Ein Mittagessen oder auch mal der Kaffee zwischendurch sind kurz, aber doch lang genug für den verbindlichen Austausch.

6. Baue dein Netzwerk aus

Baue dein Netzwerk aus – mit Strategie. Identifiziere dazu in deinem (Online-)Businessnetzwerk, wen du unbedingt kennenlernen willst oder wer dir eine Verbindung zu diesem Menschen herstellen kann. Vor allem solltest du wissen, wer eine relevante Person in deiner Branche oder in einem Unternehmen ist. Das kann auch auf einer Konferenz sehr hilfreich sein, da kommst du diesen auch einmal näher - und vielleicht sogar ins Gespräch.

7. Sei aktiv

Wer nie irgendwo präsent ist, wird weniger wahrgenommen, bekommt weniger Empfehlungen und Tipps, wenn der Austausch fehlt. Das gilt auch virtuell, indem du in sozialen Netzwerken präsent bist, Fragen stellst, dich mit anderen austauscht und dich mit deinem Fachwissen als Persönlichkeit zeigst.

8. Teile dein Wissen

Wer dich als kompetent für ein bestimmtes Thema oder als relevant bei einer bestimmten Gruppe wahrnimmt, wird dich vielleicht weiterempfehlen. Das kann für einen neuen Job in einem anderen Unternehmen sein, für ein spannendes Projekt oder auch für einen Vortrag oder eine Podiumsdiskussion bei einer Konferenz.

9. Verzettle dich nicht

Es ist gut, sich ab und zu die Zeit zu nehmen und zu überlegen, welches Engagement was gebracht hat. Auch die beruflichen Kontakte sollte man sich ab und zu anschauen und entscheiden, wen du gern mal wieder treffen möchtest und bei wem du gern mehr Distanz hättest.

10. Gib dir Zeit und bleibe gelassen

Netzwerken zahlt sich nicht immer sofort und auch nicht immer aus. Aber mindestens in der Freude, mit anderen zusammen zu sein und etwas zu unternehmen. Aber auch für die Jobsuche und deine Karriere. Fange daher am besten jetzt mit dem Aufbau deines Netzwerks an.

Quelle

Wie ist es mir als Psychologin gelungen in einem technischen, reinen Männerumfeld der deutschen Industrie erfolgreich Verantwortung zu übernehmen und mich im Anschluss daran als Unternehmensberaterin im Dax zu etablieren? Groß denken, sich viel zutrauen, mutig handeln – auf diesen Nenner kann ich meine Erfolgsstrategie bringen.

Ich glaube niemand, der richtig Karriere gemacht hat, hat sich nur auf Jobs beworben, deren Anforderungen er komplett erfüllt. Man lernt nur nachhaltig, wenn man in eine Aufgabe hineinwachsen kann. Genau so habe ich meine Karriere gemacht: Ich akzeptierte in den ersten 15 Jahren ständig Stellen und Angebote, die weit über meinem Kompetenz-Level lagen und auch völlig unbekannte Bereiche beinhalteten. Sich viel zutrauen und ein großräumiges Vorstellungsvermögen über das, was möglich ist, haben mir immer geholfen – die gute Nachricht: Das können Sie trainieren!

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