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25.03.2014

14:58 Uhr

Koalitions-Plan

Die Frauenquote kommt

VonPatrick Schwarz

Es geht nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“: SPD-Minister haben heute die Leitlinien für die Frauenquote vorgestellt. Noch im laufendem Jahr soll das Gesetz verabschiedet werden – bis dahin darf man diskutieren.

Ab 2015 soll es verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben. dpa

Ab 2015 soll es verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.

DüsseldorfEine Führungskraft soll kürzlich zu Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) gesagt haben: „Die deutsche Delegation erkenne ich immer sofort. Die besteht nur aus Männern in blauen Anzügen.“ Das soll sich nun ändern: Für die Führungsetagen großer Unternehmen und im öffentlichen Dienst soll ab 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent gelten. Die Vorgabe werde schrittweise bei den dann neu zu besetzenden Posten angewandt.

Nach Wunsch von Schwesig und Justizminister Heiko Maas (SPD) soll das im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Vorgesehen ist die Regelung für die Aufsichtsräte von rund 110 voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen. Falls ein Konzern die Quote nicht erfüllen sollte, müssten die entsprechenden Plätze im Aufsichtsrat frei bleiben.

Pro Frauenquote

Zu wenige Frauen

In den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland sind Frauen immer noch eine kleine Minderheit. In Aufsichtsräten sind sie durchschnittlich etwa zu zwölf Prozent und in Vorständen nicht einmal zu 5 Prozent vertreten.

Freiwillig funktioniert nicht

Die Quoten-Befürworterinnen argumentieren, dass alle Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung der von Männer dominierten Chefetagen den Frauenanteil in den Spitzengremien nicht wesentlich erhöht hat. Sie verlangen, dass Frauen auch dort die im Grundgesetz geschützte gleiche Teilhabe ermöglicht wird.

40 Prozent bis 2020

Ohne eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Quote sehen die Befürworter keine Chance für Gleichberechtigung. Die EU-Kommission strebt bis 2020 europaweit für alle Aufsichtsräte großer Unternehmen eine Frauenquote von 40 Prozent an.

Daran glaubt Maas allerdings nicht: „Ich wage die Prognose, dass kein Stuhl frei bleiben wird“, sagte der SPD-Politiker. Niemand werde sich die Blöße geben wollen, die gesetzliche Quote nicht zu erfüllen.

Für den Aufsichtsrat, Vorstand und die zwei darunter liegenden Managementebenen von weiteren 3000 mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen soll es bereits ab 2015 verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben. Die Regelungen sollen auch in den Führungspositionen der Bundesverwaltung, der Gerichte und Unternehmen des Bundes gelten. Diese müssten nach den Plänen der Minister ihre Ziele veröffentlichen und offenlegen, warum sie am Ende möglicherweise nicht erreicht werden konnten.

Kommentare (10)

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25.03.2014, 15:28 Uhr

Frauenquoten sind absoluter Unfug, entweder ist die Frau gut, dann wird sie sich im Job behaupten und letztendlich auch durchsetzen; sollte hingegen eine Position lediglich mit einer Quotenfrau besetzt werden, die in aller Regel nicht das erforderliche know-how besitzt, wird sie ehedem nicht ernst genommen; siehe exemplarisch das Verteidigungsresort in der GROKO.

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25.03.2014, 15:30 Uhr

Frauenquote? Warum? Wir brauchen die Qualitätsquote von min. 99,999%!!!!

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25.03.2014, 15:55 Uhr

Schlimm, schlimmer, deutsche(europäische) Politiker! O man, da ist es mir lieber, die beschäftigen sich mit der Ukraine. Seit Jahren immer nur Verschlimmbesserungen, Sachen die kein Mensch braucht, Steuererhöhungen statt Ausgabenkürzungen. Und keine Alternative zum wählen und wenn gehts net durch wegen Hürde oder die Partei wird von abtrünnigen Altpolitikern infiziert! Allein der Linken ist es zu verdanken, dass wenigstens ein bissl frischer Wind reinkommt! Selbst wenn der noch müffig ist.

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