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18.02.2014

15:39 Uhr

Malu Dreyer

Frauen müssen auf dem Weg in Chefetage mehr gefördert werden

Seit rund einem Jahr ist Malu Dreyer Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz. Ihre Erfahrung: Frauen in Führungspositionen sind immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Malu Dreyer ist seit dem 16. Januar 2013 Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz. Damals löste die SPD-Sozialministerin den langjährigen Landesvater Kurt Beck an der Spitze der rot-grünen Regierung in Mainz ab. Das überraschte auch deshalb viele, weil Dreyer Multiple Sklerose (MS) hat, eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. dpa

Malu Dreyer ist seit dem 16. Januar 2013 Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz. Damals löste die SPD-Sozialministerin den langjährigen Landesvater Kurt Beck an der Spitze der rot-grünen Regierung in Mainz ab. Das überraschte auch deshalb viele, weil Dreyer Multiple Sklerose (MS) hat, eine Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Für mehr Frauen in den Chefetagen wird nach wie vor zu wenig getan, findet die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Wenn es zum Beispiel zwei Politikerinnen nach ganz oben schaffen - wie etwa derzeit als Spitzenkandidatinnen im Landtagswahlkampf in Thüringen -, dann werde das als „Frauenduell“ zum großen Thema gemacht. „Das zeigt, dass es immer noch nicht ganz normal ist, dass Frauen in Führungspositionen sind“, kritisiert Dreyer im Interview.

Frau Dreyer, wenn Sie im Landtag mit CDU-Oppositionsführerin Julia Klöckner streiten, wenn im Wahlkampf in Thüringen zwei Politikerinnen an der Spitze stehen, wird das schnell speziell als „Frauenduell“ kommentiert. Warum ist diese Konstellation nach wie vor eine Schlagzeile wert?

Das zeigt, dass es immer noch nicht ganz normal ist, dass Frauen in Führungspositionen sind. Sonst würde das nicht immer zum großen Thema gemacht.

Wird denn genug getan, um Frauen auf dem Weg nach oben zu unterstützen?

Innerhalb der Landesregierung tun wir sehr viel, um Frauen zu unterstützen, auch in der mittleren Führungsebene. Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn Frauen nicht schon in der mittleren Führungsebene Spitzenpositionen erreichen, ist es für sie noch schwieriger, ganz nach oben zu kommen. Da gibt es sicher in vielen Bereichen noch Nachholbedarf. Auch beim Land selbst haben wir noch Handlungsbedarf, etwa in Aufsichtsräten. Das bleibt ein wichtiges Thema. Wir haben nach wie vor viele Bereiche, in denen wir die Gleichstellung noch nicht geschafft haben.

Die Diskussion konzentriert sich ja derzeit oft auf die Frauenquote in DAX-Unternehmen. Ist das ausreichend?

Das ist sicher nicht ausreichend. Ich glaube, die Konzentration auf die DAX-Unternehmen spielt deshalb eine Rolle, weil das - ähnlich wie in der Politik - eine Signalwirkung für viele andere Bereiche hätte. Weil dann klar ist: Selbst in solchen Unternehmen haben es die Frauen geschafft. Deshalb ist das ein sehr wichtiger Punkt. Aber natürlich gilt die Frage für alle Ebenen, alle gesellschaftlichen Bereiche. Und da haben wir noch lange nicht erreicht, was wir erreichen wollen.

Glauben Sie, dass es einen weiblichen Führungsstil gibt?

Die Frage wurde mir schon zu Beginn meiner Amtszeit immer wieder gestellt. Das ist sehr schwer zu beantworten. Ich finde, die jüngere Generation von Männern ist anders als die Generation der Männer früher. Sehr viel kooperativer und auch viel kommunikativer. Und trotzdem ist die Atmosphäre, wenn Gremien und Kreise mit vielen Frauen besetzt sind, eine andere. Sie ist irgendwie entspannter, das sage ich ganz wertfrei.

Von

dpa

Kommentare (1)

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18.02.2014, 16:25 Uhr

Dürfen wir für die Frauen auch die Arbeit machen?
Wenn noch etwas benötigt wird, nur raus damit. Wir rationalisieren uns auch für Sie weg, damit der Weg auch frei ist. Na dann, toi, toi, toi, liebe Frauen, ich drücke Ihnen die Daumen, ganz fest.

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