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01.05.2017

08:08 Uhr

Management in der digitalen Welt

Wie Sie als Chef das Ruder in der Hand behalten

VonAnnette Alsleben

Weitermachen wie bisher geht nicht mehr: Im digitalen Zeitalter funktioniert Führung nach neuen Spielregeln. Entscheidend ist der Mix an vielseitigen Skills – für ein innovatives Management der Zukunft. Ein Gastbeitrag.

Im Management der Zukunft werden mehr universellere, vielseitigere Kompetenzen gefragt sein. Getty Images

Im Management der Zukunft werden mehr universellere, vielseitigere Kompetenzen gefragt sein.

MünchenUtopische Ziele, extreme Taktung, maximale Unsicherheit und wegfallende Hierarchien bestimmen vielerorts die Agenda. Gleichzeitig gilt es, die Mitarbeiter nicht zu verlieren, sondern einzubinden. "Wirklich wirksam wird Management erst durch die richtige Balance von Sache und Mensch", sagt die Managementberaterin Annette Alsleben, die für unser Businessnetzwerk Leader.In diesen Gastbeitrag geschrieben hat. Einen Beitrag für Managerinnen und Manager bis in die oberste Unternehmensebene, die in der digitalen Welt Herausragendes bewirken wollen.

Durch zahlreiche Forschungsergebnisse bestätigt, werden im Management der Zukunft mehr universelle Kompetenzen gefragt sein - ein Mix an Skills im Bereich künstlicher und menschlicher Intelligenz. Auch der Universalgelehrte Leonardo da Vinci (1452–1519) war seinerzeit als Maler, Erfinder, Bildhauer, Architekt, Philosoph und Ingenieur sehr vielseitig. Er hat durch diese universellen Kompetenzen Herausragendes bewirkt.

Netzwerken für Dummies

Freiwillig aushelfen

Wer Probleme damit hat, auf Fremde zuzugehen, sollte den Veranstaltern kurz vor dem Event seine Hilfe anbieten. So geht der angehende Netzwerker auf Nummer sicher, dass er nicht nur dumm in der Ecke rumsteht – schließlich hat er durch sein Engagement eine klare Aufgabe. Und währenddessen kommt er ganz zufällig mit neuen Menschen ins Gespräch, ohne dafür selbst den ersten Schritt machen zu müssen.

Gewohntes Umfeld verlassen

Leute außerhalb des direkten Umfeldes können dafür sorgen, dass man eine ganz neue Perspektive auf Projekte oder Probleme einnehmen kann. Jedem sollte eine Chance gegeben werden: Schließlich weiß man nie, wer einen interessanten Kontaktpartner ausmacht.

Frühzeitig da sein

Ganz wichtig beim Netzwerken: die Ruhe vor dem Sturm ausnutzen. Um neue Kontakte während einer Veranstaltung zu knüpfen, bietet es sich an, etwas früher da zu sein als die Mehrheit der Gäste. Denn wenn nur ein paar Menschen da sind, bleibt einem nichts anderes übrig, als auf diese zuzugehen. Und dann ist auch die Chance groß, die Organisatoren oder Sprecher wichtiger Organisationen zu erwischen, bevor sie von einer Meute umringt werden, die sich gerne vorstellen will.

Nicht sofort drauf losschießen

Der angehende Netzwerker ist überpünktlich da, überwindet seine Hemmungen und gesellt sich zu einer kleinen Gruppe. Den größten Fehler, den er dann machen kann: einfach drauf losplappern. Wenn es zu einem Gespräch kommt, sollte er lieber erst einmal aufmerksam zuhören und Fragen stellen. Schließlich ist Netzwerken keine Einbahnstraße: Wenn man ehrliches Interesse an den Problemen anderer zeigt, werden sie wahrscheinlich auch dasselbe für ihr Gegenüber tun.

Lächle

Noch Fragen?

Sich ein Ziel setzen

Schon vor der Veranstaltung sollte man sich gut überlegen, mit wie vielen Leuten man sich unterhalten will. Schließlich passt nicht jede x-beliebige Person in das persönliche Netzwerk. The Changer rät angehenden Netzwerkern deshalb dazu, sich vorab die Teilnehmerliste zu organisieren, um vorab herauszufinden, wer während des Events als möglicher neuer Kontakt geeignet ist.

Fragen zurechtlegen

Wenn geklärt ist, wen der angehende Netzwerker ansprechen möchte und warum, ist es sinnvoll, sich ein paar Fragen zurecht zu legen. Zum Beispiel: „Welche Vorschläge hast für mich?“ oder „Kennst du jemanden, mit dem ich mal reden sollte?“. Natürlich sollte man sich vorab auch Gedanken darüber machen, welche Fragen einem selbst gestellt werden könnten.

Rechtzeitig weiterziehen

Das Gespräch mit einer fremden Person kann super laufen. Das bedeutet aber nicht, dass man bis zum Ende der Veranstaltung zusammenbleibt. Spätestens nach zehn Minuten sollten Netzwerker weiterziehen – um mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Wem es schwer fällt, das Gespräch zu beenden, dem rät The Changer dazu, in einem geeigneten Moment die Businesscard zu zücken und vorzuschlagen, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt intensiver weiterzuführen.

Zweitkontakt intelligent herstellen

Der erste Kontakt wurde während des Events hergestellt. Im zweiten Schritt gilt es, den Zweitkontakt geschickt herzustellen. Wer allerdings nicht mehr zu bieten hat als „Schön, dich gestern kennengelernt zu haben“ läuft Gefahr, dass der Kontakt ins Leere läuft. Sinnvoll ist es, Informationen – zum Beispiel zu Gesprächsthemen – mitzuschicken, um zu beweisen, dass man als Kontaktperson wirklich etwas zu bieten hat.

Netzwerk pflegen

Netzwerken bedeutet nicht: Man tut es einmal und hakt es dann auf seiner Liste ab. Netzwerken muss vielmehr in die Arbeitsweise integriert werden. Wer wirklich von seinen Kontakten profitieren will, muss sie pflegen und Zeit investieren.

Quelle

Die Karriereplattform The Changer gibt in ihrem Buch „Karriere mit Sinn“ zehn Tipps, wie Laien zu Netzwerk-Experten werden.

Nun liegt sein Wirken schon einige Jahrhunderte zurück. Doch schon zu seiner Zeit galt er zu Recht als „der Erfinder der Zukunft“. Natürlich ist es utopisch zu erwarten, dass diese Breite an Kompetenzen sich in einzelnen Manager-Persönlichkeiten bündelt. Niemand hat den Anspruch, dass ein Manager ein "Universalgelehrter" sein sollte. Ganz im Gegenteil: Das Bündeln der geforderten Kompetenzen in einer Person ist in der digitalen Welt schlicht kontraproduktiv und nicht leistbar.

Stattdessen geht es vielmehr darum, loszulassen, den Anspruch aufzugeben, Aufgaben allein innerhalb von Ressorts steuern zu können. Es geht darum, in eine Haltung der Offenheit gegenüber seinem Umfeld zu kommen und deren komplementäre Kompetenzen bei der Lösung von Herausforderungen geschickt einzubinden.
Warum braucht es dieses Tun und vor allem: Wie kann man die steigende Komplexität der digitalen Welt generell besser in den Griff bekommen?

Kommentare (3)

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Herr man reg

01.05.2017, 12:21 Uhr

Im digitgalen Zeitalter funktioniert Führung nach neuen Regeln? Ein Schmarren. Es funktioniert so, wie es immer funktioniert hat: nach den Prinzipien von Niccolo Machiavalli, niedergeschrieben in "Der Fürst". Im Grossen wie im Kleinen. Alles andere ist schöngeistige Akrobatik. Natürlich können wir das bedauern. Ändern wir es nichts.

Frau Annette Bollmohr

01.05.2017, 14:27 Uhr

Habe gerade eine hochinteressante Doku zum Thema gesehen und bin immer noch baff (http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr-weltweit/video-tanzende-bauarbeiter---arbeiten-schweden-gluecklicher-100.html).

Nicht nur als Deutscher könnte man meinen, es handele sich um ein Märchen.

Ist aber, zumindest in Schweden, Realität.

Herr Alexander Gerber

02.05.2017, 18:10 Uhr

Inhaltlich volle Zustimmung.

Es gibt sogar ein Werkzeug, um das Vorgehen von Handeln unter maximaler Ungewissheit (auch "Komplexität" oder "Unsicherheit") zu einem Handeln unter reiner Kompliziertheit zu überführen.

Das up2U-Protokoll: https://up2u.blog/2017/03/17/what-is-it/

Wichtig ist die Unterscheidung zw. Management (Verwaltung) und Führung (Leadership).
Verwaltung geschieht auf dem blauen Pfad. Hier werden "Ergebnisse erzielt" - hier zählt Effizienz.
Auf dem roten Pfad braucht es Führung, um das Richtige in Angriff zu nehmen - Effektivität.

MACCHIAVELLI beschrieb, wie man einen Staat verwaltet - blau.
CLAUSEWITZ beschrieb dagegen, wie man Schlachten gewinnt - "der Nebel des Krieges" - rot.

Alles Blaue lässt sich früher oder später automatisieren.
Es braucht Menschen und deren Interaktion auf Augenhöhe <) (>, um ZUVOR das Richtige zu bestimmen.

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