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11.02.2014

07:02 Uhr

Mary Barra

GM-Chefin bekommt eine massive Gehaltserhöhung

Mary Barra, die seit Januar amtierende General-Motors-Chefin, bekommt voraussichtlich ein zweistelliges Millionengehalt - und damit 60 Prozent mehr als ihr Vorgänger Dan Akerson. Viel hängt vom GM-Aktienkurs ab.

Mary Barra, die n eue GM-Chefin, verdient 60 Prozent mehr als ihr Vorgänger. ap

Mary Barra, die neue GM-Chefin, verdient 60 Prozent mehr als ihr Vorgänger.

DetroitDie seit Januar amtierende General-Motors-Chefin Mary Barra bekommt ein höheres Gehalt als ihr Vorgänger. Die Ingenieurin kann in diesem Jahr mit 14,4 Millionen Dollar (10,6 Millionen Euro) rechnen, wie der Opel-Mutterkonzern am Montag in Detroit mitteilte. Vorgänger Dan Akerson hatte in den Vorjahren jeweils gut 9 Millionen Dollar verdient.

„Marys Gesamtgehalt ist auf Augenhöhe mit vergleichbaren Managern“, erklärte der Verwaltungsratsvorsitzende Tim Solso. Er trat damit dem Eindruck entgegen, die erste Frau an der Spitze eines Autokonzerns bekomme deutlich weniger Geld als ihr männlicher Vorgänger. GM hatte zunächst nur Teile des Gehaltspakets veröffentlicht, was zu dieser Fehleinschätzung mancher Medien führte.

Zehn Dinge, mit denen Frauen ihre Karriere riskieren

Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Während 49 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und 44 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 16 Prozent auf Prestige und 9 Prozent auf eine rasche Beförderung aus.

Keine Ellenbogenmentalität

Gerade in größeren Abteilungen müssen sich Mitarbeiter häufig gegen ihre Kollegen durchsetzen, um sich Gehör und Respekt beim Chef zu verschaffen. Doch gerade dieser interne Konkurrenzkampf gefällt vor allem Frauen nicht. Eine Umfrage von TNS Emnid und der Axa-Versicherung zeigt, dass über ein Drittel aller Frauen Angst vor dem Konkurrenzkampf mit Kollegen haben. Nur 15 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter sorgen sich darum.

Übersteigerter Teamgeist

Teamfähigkeit gilt als einer der wichtigsten Soft-Skills und gerade Frauen bevorzugen diese Form des Arbeitens. Ein Experiment an der Universität Lyon hat gezeigt, dass Männer vor allem dann Teamarbeit nutzen, wenn sie in dem geprüften Bereich nicht so leistungsfähig sind. Frauen arbeiten generell lieber im Team, unabhängig davon wie stark sie selbst auf dem jeweiligen Gebiet sind. Eine durchaus positive Fähigkeit, solange die eigene Leistung nicht vom Können des Teams überschattet wird.

Falsche Studienwahl

Die karriererelevanten Studienfächer sind nach wie vor Wirtschaftswissenschaften, Jura und Ingenieurswissenschaften. Während bei den Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010 immerhin 45 Prozent der deutschen Studierenden weiblich waren und bei Jura sogar über die Hälfte, sieht es im Bereich der Ingenieurswissenschaften weiterhin düster aus. Die Maschinenbaustudiengänge verzeichneten gerade einmal einen Frauenanteil von neun Prozent. Bei Elektrotechnik waren es sogar nur sechs Prozent.

Zu wenig Selbstbewusstsein

Frauen verkaufen sich häufig unter Wert und trauen sich selbst viel zu wenig zu. Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, dass Frauen sich selbst beschuldigen, wenn es um die Gründe für ihre schlechten Aufstiegschancen geht. 28 Prozent der befragten Damen sagen, ihnen fehlten die nötigen Fertigkeiten für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.  

Chefinnen unerwünscht

Nicht nur Männer wollen keine Frauen als Chef, sogar die weiblichen Arbeitnehmer sind von Frauen in Führungspositionen wenig überzeugt. Nur drei Prozent wollen eine Chefin. Neunmal so viele finden es besser einen Mann als Chef zu haben. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Forsa.    

Rivalität unter Frauen

Damit in Zusammenhang könnte das Phänomen der Stutenbissigkeit stehen. Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass Frauen zwar gut kooperieren können, aber nur so lange sie mit männlichen Kollegen zu tun haben. Sobald sie mit Frauen zusammenarbeiten sollen, ist es um den Teamgeist schlechter bestellt. Ein internationales Forscher Team setzte kürzlich sogar noch einen obendrauf. Sie fanden heraus, dass die Damen besonders schlecht miteinander können, wenn die jeweils andere bei den männlichen Kollegen gut ankommt. 

Über Geld spricht man nicht

Selbst Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 12.000 Akademikern zeigt die Unterschiede. Ein männlicher Abteilungsleiter verdient etwa 5000 Euro monatlich, sein weibliches Pendant gerademal 3800 Euro. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden sind und andere Faktoren wichtiger finden.

Familie oder Beruf? Familie!

Zugegeben, es ist nicht einfach Familie und Karriere miteinander in Einklang zu bringen. 72 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern halten dieses Unterfangen für schwierig. Und die Mütter sind es letztendlich auch, die in Sachen Karriere den Kürzeren ziehen. Dafür verantwortlich sind die traditionellen Vorstellungen von Familie, die sowohl Männer als auch Frauen immer noch mit sich herumtragen. Während 2010 nur etwa 5 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit arbeiteten, waren es über 68 Prozent der Mütter.  

Der fehlende Wille

Zu all diesen Karrierehemmnissen kommt ein zentraler Punkt hinzu. Viele Frauen wollen überhaupt nicht aufsteigen. Das Beratungsunternehmen Accenture fand heraus, dass nur jede fünfte Frau ihre Karriere überhaupt vorantreiben will. Ganze 70 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position im Unternehmen zufrieden.

Barra bekommt demnach ein Grundgehalt von 1,6 Millionen Dollar sowie sofort fällige Boni über 2,8 Millionen Dollar. Hinzu kommen Aktien im Wert von 10 Millionen Dollar, die zeitlich verzögert ausgegeben werden. „Am Ende wird das Abschneiden des Unternehmens darüber entscheiden, wie viel sie bekommt“, erklärte Solso.

Barras Vergütung muss in Juni von den Aktionären genehmigt werden. Mit der 52-Jährigen steht erstmals eine Frau an der Spitze eines großen Autokonzerns.

Ein Handelsblatt-Dossier zum Thema finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Von

dpa

Kommentare (1)

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noharthfeelings

12.02.2014, 11:02 Uhr

Interessante Überschrift. Eine Mögliche Überschrift wäre auch gewesen: "Erfolgreiches Etappenziel zum Equal Pay erreicht" oder ähnlich positiv. Was mich auch interessiert ist der unkommentierte Übergang zu den angeblichen "Zehn Dinge mit denen Frauen ihre Karriere riskieren":

Lieber Spaß als Macht Keine Ellenbogenmentalität
Übersteigerter Teamgeist
Falsche Studienwahl
Zu wenig Selbstbewusstsein
Chefinnen unerwünscht
Rivalität unter Frauen
Über Geld spricht man nicht
Familie oder Beruf? Familie!
Der fehlende Wille

Abgesehen davon, dass das wirklich bekannte Allgemeinplätze sind, die nicht sehr zielführend für Gender Equality sind, verstehe ich die Auflistung im Anschluss an die Erfolgsmeldung der GM-Chefin Mary Barra wirklich nicht. Vielen Dank, C.Harth, Harthc.ommunications

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