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14.05.2017

08:26 Uhr

Präsenz auf der Bühne

Sieben Punkte für mehr Überzeugungskraft

VonRegina Mehler

An welche Konferenzauftritte erinnern Sie sich noch? Welcher Redner hat Sie mit seinem Vortragnachhaltig beeindruckt, und von welcher Präsentation im Meeting waren Sie nicht genervt? Es geht auch anders. Ein Gastbeitrag.

Die Gründerin der Managementberatung 1ST ROW und Geschäftsführerin der Women Speaker Foundation gibt Tipps für den gelungenen Auftritt. PR

Regina Mehler

Die Gründerin der Managementberatung 1ST ROW und Geschäftsführerin der Women Speaker Foundation gibt Tipps für den gelungenen Auftritt.

MünchenHand aufs Herz – an welche Konferenzauftritte von Rednern und Rednerinnen der letzten Wochen erinnern Sie sich noch? Welcher Vortrag in Ihrem Unternehmen hat Sie nachhaltig beeindruckt, von welcher Präsentation im Meeting waren Sie nicht genervt? Haben Sie sich schon häufiger gedacht: „Das kann ich auch, vielleicht sogar besser“? Nur Mut, die Bühne gehört ihnen. Vor allem Frauen sollten die Karrierechance des großen Auftritts für ihr ganz persönliches Branding nutzen und sich und ihre Kompetenz häufiger selbstbewusst nach außen darstellen. Wie sie die Bühne richtig für sich nutzen können, weiß Regina Mehler, Gründerin der Managementberatung 1ST ROW und Geschäftsführerin der Women Speaker Foundation, die diesen Beitrag für unser Businessnetzwerk Leader.In geschrieben hat.

Sie landen fast täglich in unseren Postfächern: Einladungen zu Konferenzen, die uns eine Fülle an fachlichem Know-how und im besten Fall sogar neue Inspiration versprechen. „Melden Sie sich jetzt sofort an, sonst verpassen Sie etwas“, lautet die Botschaft. Allerdings hat die Sache ein paar Haken: Wer diese Konferenzen häufiger besucht, stellt schnell fest, dass er eigentlich gar nichts verpasst.

Denn zum einen erscheinen im Programm viele bekannte Persönlichkeiten, die mit ihren Botschaften sehr häufig auf Vortragsbühnen stehen und dort immer wieder nur sehr ähnliche Inhalte verbreiten. Zum anderen sind diese Persönlichkeiten meist männliche Redner – Rednerinnen und Managerinnen sind in vielen Fachgebieten leider immer noch die Ausnahme.

Netzwerken für Dummies

Freiwillig aushelfen

Wer Probleme damit hat, auf Fremde zuzugehen, sollte den Veranstaltern kurz vor dem Event seine Hilfe anbieten. So geht der angehende Netzwerker auf Nummer sicher, dass er nicht nur dumm in der Ecke rumsteht – schließlich hat er durch sein Engagement eine klare Aufgabe. Und währenddessen kommt er ganz zufällig mit neuen Menschen ins Gespräch, ohne dafür selbst den ersten Schritt machen zu müssen.

Gewohntes Umfeld verlassen

Leute außerhalb des direkten Umfeldes können dafür sorgen, dass man eine ganz neue Perspektive auf Projekte oder Probleme einnehmen kann. Jedem sollte eine Chance gegeben werden: Schließlich weiß man nie, wer einen interessanten Kontaktpartner ausmacht.

Frühzeitig da sein

Ganz wichtig beim Netzwerken: die Ruhe vor dem Sturm ausnutzen. Um neue Kontakte während einer Veranstaltung zu knüpfen, bietet es sich an, etwas früher da zu sein als die Mehrheit der Gäste. Denn wenn nur ein paar Menschen da sind, bleibt einem nichts anderes übrig, als auf diese zuzugehen. Und dann ist auch die Chance groß, die Organisatoren oder Sprecher wichtiger Organisationen zu erwischen, bevor sie von einer Meute umringt werden, die sich gerne vorstellen will.

Nicht sofort drauf losschießen

Der angehende Netzwerker ist überpünktlich da, überwindet seine Hemmungen und gesellt sich zu einer kleinen Gruppe. Den größten Fehler, den er dann machen kann: einfach drauf losplappern. Wenn es zu einem Gespräch kommt, sollte er lieber erst einmal aufmerksam zuhören und Fragen stellen. Schließlich ist Netzwerken keine Einbahnstraße: Wenn man ehrliches Interesse an den Problemen anderer zeigt, werden sie wahrscheinlich auch dasselbe für ihr Gegenüber tun.

Lächle

Noch Fragen?

Sich ein Ziel setzen

Schon vor der Veranstaltung sollte man sich gut überlegen, mit wie vielen Leuten man sich unterhalten will. Schließlich passt nicht jede x-beliebige Person in das persönliche Netzwerk. The Changer rät angehenden Netzwerkern deshalb dazu, sich vorab die Teilnehmerliste zu organisieren, um vorab herauszufinden, wer während des Events als möglicher neuer Kontakt geeignet ist.

Fragen zurechtlegen

Wenn geklärt ist, wen der angehende Netzwerker ansprechen möchte und warum, ist es sinnvoll, sich ein paar Fragen zurecht zu legen. Zum Beispiel: „Welche Vorschläge hast für mich?“ oder „Kennst du jemanden, mit dem ich mal reden sollte?“. Natürlich sollte man sich vorab auch Gedanken darüber machen, welche Fragen einem selbst gestellt werden könnten.

Rechtzeitig weiterziehen

Das Gespräch mit einer fremden Person kann super laufen. Das bedeutet aber nicht, dass man bis zum Ende der Veranstaltung zusammenbleibt. Spätestens nach zehn Minuten sollten Netzwerker weiterziehen – um mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Wem es schwer fällt, das Gespräch zu beenden, dem rät The Changer dazu, in einem geeigneten Moment die Businesscard zu zücken und vorzuschlagen, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt intensiver weiterzuführen.

Zweitkontakt intelligent herstellen

Der erste Kontakt wurde während des Events hergestellt. Im zweiten Schritt gilt es, den Zweitkontakt geschickt herzustellen. Wer allerdings nicht mehr zu bieten hat als „Schön, dich gestern kennengelernt zu haben“ läuft Gefahr, dass der Kontakt ins Leere läuft. Sinnvoll ist es, Informationen – zum Beispiel zu Gesprächsthemen – mitzuschicken, um zu beweisen, dass man als Kontaktperson wirklich etwas zu bieten hat.

Netzwerk pflegen

Netzwerken bedeutet nicht: Man tut es einmal und hakt es dann auf seiner Liste ab. Netzwerken muss vielmehr in die Arbeitsweise integriert werden. Wer wirklich von seinen Kontakten profitieren will, muss sie pflegen und Zeit investieren.

Quelle

Die Karriereplattform The Changer gibt in ihrem Buch „Karriere mit Sinn“ zehn Tipps, wie Laien zu Netzwerk-Experten werden.

Woran liegt das? In den vergangenen Jahren waren sich die Veranstalter häufig gar nicht bewusst, dass sie nur Männer angesprochen haben. Sie besetzten die Panels so, wie es schon immer gut funktioniert hat. Angeblich seien Frauen ja auch zögerlicher, wenn es um Zusagen für öffentliche Auftritte geht, ist dann von den Verantwortlichen zu hören.

Doch hier hat sich das Blatt inzwischen deutlich gewendet: Stimmt das Geschlechterverhältnis nicht, meldet sich immer öfter die Presse mit kritischer Berichterstattung zu Wort. Oder weibliche Interessensgemeinschaften veröffentlichen einen „Brandbrief“ an die Veranstalter, während die Besucherinnen und Userinnen im Netz ihrem Ärger Luft machen. Kurz: Die Veranstalter geraten ziemlich schnell in Erklärungsnot, wenn sie ihre Panels oder Keynotes nur männlich besetzen. Andersrum gilt aber auch: Viele Frauen auf der Bühne bringt auch positive PR und gute Stimmung in den sozialen Netzwerken.

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