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11.08.2015

10:37 Uhr

Telekom-Vorstand Claudia Nemat

„Wir brauchen keine Pavian-Felsen“

VonCarina Kontio

Im Vorstand der Deutschen Telekom verantwortet Claudia Nemat ein Milliarden-Geschäft. Im Interview spricht die Managerin über ihr Verhältnis zur Macht, Schwiegermütter und darüber, was Frauen von Männern lernen können.

Claudia Nemat zog vor drei Jahren als erste Frau in den Telekom-Vorstand ein. Dort bringt die Naturwissenschaftlerin nicht nur das Europageschäft in Schwung, sondern verhilft auch mehr Frauen in die Chefetagen. PR

Claudia Nemat zog vor drei Jahren als erste Frau in den Telekom-Vorstand ein. Dort bringt die Naturwissenschaftlerin nicht nur das Europageschäft in Schwung, sondern verhilft auch mehr Frauen in die Chefetagen.

Claudia Nemat ist eine der Gewinnerinnen des Wettbewerbs „25 Frauen, die wir bis 2025 als Dax-30-CEO sehen wollen“, den das Handelsblatt mit der Plattform Edition F und der Huffington Post ausgerichtet hat. Vor vier Jahren zog sie als erste Frau in den Telekom-Vorstand ein. Dort bringt die Naturwissenschaftlerin nicht nur das Europageschäft und die Technologie-Entwicklung in Schwung – sie setzt sich auch dafür ein, dass mehr Frauen in die Chefetagen einziehen. Wir treffen die energiegeladene Top-Managerin, die in ihrem Bonner Büro ein Teleskop zum Sterne beobachten stehen hat, am frühen Vormittag zum Gespräch. Nemat beginnt pünktlich auf die Minute. Angesetzt für den Termin sind eigentlich 60 Minuten, doch schon nach knapp 40 Minuten hat die gebürtige Bensbergerin alle unsere Fragen in einem rasanten Tempo beantwortet. Ihre Pressesprecherin kommt beim Mitschreiben kaum hinterher. „Puh“, sagt Claudia Nemat, nachdem sie unsere letzte Frage beantwortet hat, schenkt uns ein großes, strahlendes Lächeln und atmet zufrieden tief durch.

Frau Nemat, ich weiß, dass es Sie nervt, immer wieder als erste Frau im Vorstand der Telekom angesprochen zu werden. Reden wir also kurz über Schwiegermütter. Die genießen ja oft einen zweifelhaften Ruf – Sie sind sich aber ganz grün mit Ihrer, oder?
Oh ja, ich verstehe mich mit meiner Schwiegermutter ausgezeichnet. Sie und auch meine Mutter helfen uns, übrigens genauso wie Onkel, Tante und Kinderfrau, wahnsinnig dabei, die ganze Organisation mit den Kindern, die fünf und sieben Jahre alt sind, auch hin zu bekommen.

Diese 25 Frauen haben das Zeug zur Dax-Chefin

1.-25. Gewinnerin - kein Ranking!

Es gibt sie doch: 25 herausragende Frauen, die das Zeug für den Chefsessel eines Dax-Konzerns haben. Gemeinsam mit unseren Lesern haben wir nach weiblichen Top-Talenten für Spitzenpositionen gesucht – und sie gefunden. Wir möchten direkt am Anfang nochmal darauf hinweisen, dass dies hier kein Ranking ist, sondern 1.-25. Gewinnerin lediglich die Gewinnerinnen der Reihe nach auflistet. Selbstverständlich sind alle Siegerinnen gleichermaßen Siegerin und Teil der 25 Top-Talente, die unseren Wettbewerb gewonnen haben.

1. Gewinnerin

Jumana Al-Sibai, Bereichsvorstand des Geschäftssegments Chassis Systems Control, Bosch GmbH

2. Gewinnerin

Xiaoqun Clever, Chief Technology Officer, ProSiebenSat.1 Media AG

3. Gewinnerin

Lea-Sophie Cramer, Geschäftsführerin, Amorelie

4. Gewinnerin

Nurten Erdogan, Managing Director, Commerzbank AG

5. Gewinnerin

Dr. Caren Genthner-Kappesz, CEO, Kalahari

6. Gewinnerin

Beatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorsitzende, Nestlé Deutschland AG

7. Gewinnerin

Melody Harris-Jensbach, CEO, Jack Wolfskin

8. Gewinnerin

Dr. Ingrid Hengster, Mitglied des Vorstandes, KfW-Bankengruppe

9. Gewinnerin

Catrin Hinkel, Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin des Bereichs Health & Public Service und Human Capital & Diversity Lead, Accenture

10. Gewinnerin

Donata Hopfen, Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung der Bild- Gruppe, Axel Springer SE

11. Gewinnerin

Jurate Keblyte, CFO, Kuka Roboter GmbH

12. Gewinnerin

Martina Köderitz, Vorsitzende der Geschäftsführung, IBM Deutschland

13. Gewinnerin

Ines Kolmsee, Vorständin, EWE AG

14. Gewinnerin

Janina Kugel, HR-Vorständin, Siemens

15. Gewinnerin

Rocio Lorenzo, Partnerin, Boston Consulting Group

16. Gewinnerin

Antonella Mei-Pochtler, Geschäftsführerin, Boston Consulting Group

17. Gewinnerin

Simone Menne, CFO, Lufthansa AG

18. Gewinnerin

Claudia Michalski, Geschäftsführerin, Verlagsgruppe Handelsblatt

19. Gewinnerin

Daniela Mündler, CEO, Lottowelt AG

20. Gewinnerin

Dr. Claudia Nagel, Gründerin und Geschäftsführerin Operations, Technik & Finanzen, Kiwi.ki

21. Gewinnerin

Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Europa und Technik, Deutsche Telekom AG

22. Gewinnerin

Dr. Siegrid Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende, BVG

23. Gewinnerin

Aliz Tepfenhart, Geschäftsführerin, Burda Digital Holding

24. Gewinnerin

Franziska von Lewinski, Vorständin, Fischer Appelt

25. Gewinnerin

Hildegard Wortmann, Senior Vice President Produktentwicklung, BMW Group

Mutter, Frau, Managerin und Ihr Mann steht als Chefarzt ebenfalls mitten im Berufsleben: Würden Sie das alles auch ohne Omas und Kinderfrau unter einen Hut kriegen?
Sie brauchen schon einen großen Rückhalt und ich würde sagen auch die Kombination aus Omas, Onkel, Tante und Kinderfrau. Vor allem aber braucht es ein gemeinsames Verständnis zwischen meinem Mann und mir. Dass wenn es hart auf hart kommt, die Familie immer Priorität hat. Das ist die Voraussetzung für mich, einen Job machen zu können.

Wenn es brennt, lassen Sie also alles stehen und liegen?
Wenn mit den Kindern irgendwas ist, könnte ich nicht unterwegs sein. Dann kümmere ich mich um sie.

Wie wichtig ist es Ihnen, abends beim Schlafengehen dabei zu sein?
Wenn ich nicht im Ausland unterwegs oder auf einer externen Veranstaltung bin, versuche ich gegen 19 Uhr zu Hause zu sein, um die Kinder selber ins Bett bringen zu können.

Gelingt Ihnen das denn oft?
Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Wochen, da klappt es öfter und es gibt Wochen, da klappt es selten.

Schlagen Sie danach dann noch mal den Laptop auf und loggen sich ins Firmennetzwerk ein?
Auch das hängt ganz von der Situation ab. Bei Problemen bin ich erreichbar, das ist selbstverständlich. Feierabend kann dann zwischen 19 und 24 Uhr sein. Und als beispielsweise in Griechenland das Referendum angekündigt wurde, bin ich nach Athen geflogen und habe mit unseren griechischen Kolleginnen und Kollegen die Lage vor Ort besprochen. Dabei hatten gerade unsere Ferien angefangen.

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

11.08.2015, 10:54 Uhr

"Pavian-Felsen"

Nicht jeder versteht die Anspielung!

Es sollen Verhaltensforscher folgendes festgestellt haben, dass auf einem Pavianfelsen der mächtigste Pavian oben sitzt. Und wenn ihm etwas nicht passt, dann beißt er den oder die Paviane unter sich. Das geht so weiter.

Die Erkenntnis, die die Verhaltensforscher daraus ableiteten war die, dass die Beißerei unten in vollem Gange war, während sich der oberste Pavian schon lange beruhigt hatte.

Soweit die Geschichte mit dem Pavianfelsen.

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