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18.03.2014

09:43 Uhr

WSI-Studie

Frauen verdienen 20 Prozent weniger als Männer

Frauen verdienen bei gleicher Arbeit häufig immer noch weniger als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung. Und je älter sie sind, desto größer wird der Abstand.

Im Schnitt verdienen Frauen 20 Prozent weniger. Und je älter sie sind, desto größer wird der Abstand zu den männlichen Kollegen. Thomas Raupach / argus

Im Schnitt verdienen Frauen 20 Prozent weniger. Und je älter sie sind, desto größer wird der Abstand zu den männlichen Kollegen.

Frauen verdienen in Deutschland nach Daten der Hans-Böckler-Stiftung im Schnitt 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Abstand betreffe die große Mehrzahl aller Berufe, teilte die gewerkschaftsnahe Stiftung am Montag in Düsseldorf unter Verweis auf Daten der Jahre 2009 bis 2013 mit. Je älter die Beschäftigten, desto größer sei der Abstand.

Die Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Stiftung (WSI) wurde kurz vor dem „Equal Pay Day“ veröffentlicht, an dem international auf die unterschiedlichen Einkommen von Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird. Der Untersuchung zufolge liegt der durchschnittliche Abstand beim Bruttomonatsverdienst der 15- bis 30-Jährigen bei rund 13 Prozent, in der Altersgruppe der 36- bis 40-Jährigen aber schon bei 19 Prozent - und er steigt danach weiter an. Bei den 61- bis 65-Jährigen beträgt der Rückstand der Frauen 28 Prozent.

So meistern Chefs das Bewerbungsgespräch

Verblüffen

Verblüffen Sie Ihren Gesprächspartner mit der Wahrheit, nach der Sie niemand gefragt hat, die Sie auch gut hätten verschweigen können! Dann kann sich dann folgendermaßen anhören: „Über die Merkmale F und G hingegen verfüge ich nicht, jedenfalls nicht in der Ausprägung, wie Sie sie vermutlich wünschen.“

Wahrheit

Für die schriftlichen Unterlagen gilt dasselbe wie für das Interview: Oft ist die Grenze schmal zwischen Formulierungskunst und blanker Übertreibung oder gar Unwahrheit. Wer sich im Gespräch „zu gut verkauft“, muss sich nicht wundern, wenn auch er „verraten und verkauft“ wird.

(Quelle: Jürgen & Nane Nebel, „Die CEO-Bewerbung“)

Glaubwürdigkeit

Sie gewinnen zusätzlich an Glaubwürdigkeit. Denn wer von sich aus Nachteile anspricht, genauer Nichtstärken oder auch nur nicht gemachte Erfahrungen oder fehlende Kenntnisse, ist ehrlich, will sich offenbar nicht „verkaufen“, den Job nicht um jeden Preis bekommen. Daraus lässt sich für Ihr Gegenüber schließen, dass Sie doch sicherlich auch die Wahrheit sagten, als Sie die von Ihnen erfüllten Merkmale A bis E zusammenfassten.

Verantwortung des Gegenübers

Sie nehmen mit dem expliziten Daraufhinweisen, worüber Sie nicht verfügen, Ihren möglichen künftigen Arbeitgeber mit in die Verantwortung. Ihr Gesprächspartner, der das Unternehmen schon länger kennt, muss dessen Bedarf abschätzen, muss "Flagge zeigen", ob die wenigen fehlenden Kenntnisse oder Erfahrungen gemeinsam mit Ihnen "behebbar" sind, etwa durch künftige Mitarbeiter von Ihnen, die das abdecken.

Oder der Arbeitgeber kann Ihnen die Zeit geben, in diesen Teil der Aufgabe hineinzuwachsen. Oder abwägen, ob das Fehlende "hinnehmbar" ist, einfach ohne Flankierungen akzeptiert wird, weil es bei Gesamtwürdigung Ihrer Person und Qualifikation doch nicht so entscheidend ist.

Akzeptanz

Ihr Gesprächspartner weiß vorher, was ihn nachher erwartet. Sie können mit Akzeptanz rechnen, wenn Sie nachher auf diesem Gebiet wie angekündigt nicht dieselbe Leistung zeigen wie auf anderen.

Weniger Druck

Sie nehmen Druck aus der Verhandlung! Solange Sie vorgeben, alles zu können, zu wissen, schon einmal gemacht zu haben, wird Ihr Gesprächspartner eine gesunde Skepsis aufrechterhalten. Druck erzeugt Gegendruck. „Nachgeben“ dagegen, von sich aus das Wahre zuzugestehen, nötigt Respekt ab, getreu dem Motto: "Schwäche zu zeigen, heißt Stärke zu haben."

Fragen zuspitzen

Nachdem Sie mit Ihrer ehrlichen Art "in Vorlage" gegangen sind, ist es an Ihnen, auf ihren Gesprächspartner überzuleiten und von ihm Offenheit und Ehrlichkeit einzufordern. Das könnte so aussehen: „Könnte es sein, dass wir etwas übersehen haben? Ich habe Ihnen die Punkte genannt, die ich erfülle, ebenso diejenigen, die aus meiner Sicht nur bedingt oder gar nicht vorliegen. Gibt es etwas, das ich wissen sollte, was wir noch nicht angesprochen haben? Laufen Patente aus? Droht ein wichtiger Kunde wegzubrechen? Stehen Fusionen, Aufkäufe, Abspaltungen an?"

Emotionen

Ist emotional das Gegenteil von professionell? Nein, ganz im Gegenteil - auch wenn Emotionalität öfter mal als vornherein "unprofessionell" abgetan wird! Sie brauchen Emotionen nicht gezielt einzusetzen. Es genügt, sie nicht fortwährend zu unterdrücken. Das alleine schon verschafft Ihnen mehr Glaubwürdigkeit und größere Überzeugungskraft.

Humor

Innere Attraktivität macht sympathisch. Hierzu gehört der Humor. Ein Gespräch des Karriere-Experte Jürgen Nebel begann mit der Frage: „Tell me your latest joke, please.“ Solche Fragen stehen wohl in keinem Bewerbungsratgeber, sie sind aber aus der Praxis, sie sind emotionsgeladen und ihre Beantwortung womöglich sogar aufschlussreich.

Mythos Motivationsschreiben

Zum komischsten bei Bewerbungsverfahren zählt das Ansinnen eines Unternehmensvertreters, vom Bewerber ein Motivationsschreiben zu fordern. Woher soll ein Manager vor dem ersten Gespräch wissen, ob er eine Vakanz überhaupt will, oder warum sollte er dies auch noch schriftlich vorab begründen? Hier würde das Pferd von hinten aufgezäumt. Für C-Level-Manager sind solche hingehaltenen Stöckchen fehl am Platz.

Warum sind Sie der Richtige?

Lassen Sie sich nicht in die Defensive drängen - auf Fragen wie "Warum glauben Sie, dass Sie der Richtige für diese Aufgabe sind?" ist nur zu antworten: "Das weiß ich noch nicht, ob ich das bin. Deswegen sitzen wir ja überhaupt erst hier zusammen."

Referenzen einholen

Verbreitet ist, dass vor Besetzung von Topmanagementpositionen Referenzen über den "Bewerber" eingeholt werden, die dieser benennt. Warum, bitte schön, sollten Manager nicht ihrerseits Referenzen über ihren künftigen Chef einholen?

Augenhöhe par excellence

Bewerber mit Chuzpe fragen bisweilen den Unternehmensvertreter, der auf ihre Initiativbewerbung geantwortet hat: "Was hat Ihnen an meiner Bewerbung so gut gefallen, dass Sie mich eingeladen haben?". Diese "Umkehrfrage" demonstriert Augenhöhe par excellence.

Stärken und Schwächen - aber nicht Ihre!

Fragen Sie doch mal den Personalchef oder Vorstand nach den Stärken und Schwächen des Unternehmens! Das signalisiert nicht nur Augenhöhe, sondern kann Ihnen auch wertvolle Informationen für Ihre Entscheidung liefern.

Frauen würden durch eine ganze Kombination von Faktoren benachteiligt, die den Lohnabstand im Laufe des Berufslebens immer mehr vergrößerten, erklärten die Experten: Zunächst stiegen sie bereits mit Verdienstnachteilen ein, etwa weil sie häufiger in schlechter entlohnten Berufen arbeiteten. Im weiteren Verlauf fielen die Frauen dann weiter zurück, weil sie einen Großteil der Familienarbeit übernähmen und seltener in Führungspositionen kletterten.

Wie eine detaillierte Auswertung der vom WSI im Projekt „Frauenlohnspiegel“ gesammelten Daten für das Jahr 2013 zeigt, gibt es insgesamt nur wenige Berufe, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Dazu gehören Informatikerinnen, die demnach drei Prozent mehr Gehalt kassieren. Ferner ergab die Auswertung, dass Frauen auch seltener Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten. Während 50 Prozent der Männer im vergangenen Jahr Weihnachtsgeld erhielten, waren es lediglich 38 Prozent der Frauen.

Beim „Frauenlohnspiegel“ werden zahlreiche Lohn- und Berufsinformationen im Internet über eine eigens eingerichtete Homepage erfasst und vom WSI ausgewertet. Interessierte Nutzer können dort einen Online-Fragebogen ausfüllen. Nach WSI-Angaben beteiligten sich seit 2004 etwa 250.000 Beschäftigte an der Umfrage, die Teil eines internationalen Forschungsnetzwerks zum Thema Lohnabstand ist.

Diskutieren Sie diesen Beitrag auch in unserer Linkedin-Gruppe Leader.In; einem Businessnetzwerk zur Vernetzung erfolgreicher Frauen aus Politik und Wirtschaft untereinander sowie mit einflussreichen Vorständen und Führungskräften aus Politik und Wirtschaft. Sie erhalten dort außerdem aktuelle Informationen und Tipps zum Thema Frauen in Führung und sind herzlich zum Austausch darüber eingeladen. Leader.In ist eine Kooperation des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zusammen mit dem Medienpartner Handelsblatt.

Von

afp

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

18.03.2014, 10:17 Uhr

Wenn Frauen für die gleiche Arbeit (!) im Schnitt 20% weniger bekommen, dürfte es keine arbeitslosen Frauen geben. Dann würde jeder Chef nur noch die "billigen" Frauen einstellen und den "teuren" Männern kündigen. Wenn sich für meine Firma Frauen bewerben die für 20% weniger arbeiten als meine Männer, stelle ich die sofort ein!
Man muß auch bedenken, dass Frauen deutlich früher in Rente gehen und wesentlich länger leben als Männer! Zudem sind sie körperlich gesehen nicht so belastbar.

Account gelöscht!

18.03.2014, 11:09 Uhr

Das Handelsblatt hat -danke- den letzten Artikel gelöscht. Damit auch meinen Kommentar. Die Gehaltsunterschiede, so wurde im alten Artikel noch klar gesprochen, liegen an der Berufswahl und Teilzeit der Frauen. Was können dafür Männer? Sollen wir nun Führungspositionen mit Arbeitnehmern besetzen die frisch aus der Kindererziehung wieder in den Job einsteigen und nur angestaubtes 10 Jahre altes Wissen vorlegen können? Na herzlichen Dank, das trifft dann die restlichen 99% aller Mitarbeiter die nicht in einer Führungsposition sind und mit einer unfähigen Chefin leben müssen. Es gibt auch heute schon genug Unfähige in der Führungsetage.

Und wenn Frauen eben lieber Kunstgeschichte oder Germanistik studieren, dann kann die Dame nicht erwarten den gleichen Lohn wie ein Naturwissenschaftler zu bekommen. Oder wollen wir das in guter sozialistischer Manier auch gleich machen? Ein Ingenieur soll also das gleiche Gehalt wie ein Lektor bekommen. Na dann Prost Mahlzeit.

Ich arbeite in einem frauendominierten Berufsbild und bekomme exakt das gleiche Gehalt wie meine Kolleginnen.

Account gelöscht!

18.03.2014, 11:14 Uhr

die protestierenden '68er mit alles Liebe, Gleichheit und Peace wollen ja nicht einmal als "moderne Frau" den Wasserkasten vom Auto zur Wohnung tragen...Sorry - aber ich weiß nicht einmal was meine direkten Kollegen (ja auch die -innen) verdienen.Nur weil einer eine größere Schippe als der andere hat dieses Neidgejammere.Es wird immer jemanden (muß ich nun auch schreiben "jemandin"?) geben, der mehr verdient, höher springt, weiter pinkelt...wenn das Gehalt nicht paßt kann nach einer Gehaltserhöhung gefragt werden oder bewirbt sich woanders - that's the game

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