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17.03.2017

10:42 Uhr

Zehn Tipps für mehr Spontaneität

Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt

VonRalf Schmitt

Durch Globalisierung und Digitalisierung passiert Vieles im Alltag, das uns dazu zwingt, sekundenschnell zu reagieren. Starre Pläne gehören der Vergangenheit an. Die Praxis zeigt jedoch, dass es an der Umsetzung hapert.

Spontaneität und Flexibilität gehören inzwischen zu den zwei meistverwendeten Begriffen in Stellen- und Kontaktanzeigen. Nur wer seine Komfortzone verlässt, entdeckt Neues. Nur wer Fehler macht, kann über sich hinauswachsen. Getty Images

Mut zur Veränderung

Spontaneität und Flexibilität gehören inzwischen zu den zwei meistverwendeten Begriffen in Stellen- und Kontaktanzeigen. Nur wer seine Komfortzone verlässt, entdeckt Neues. Nur wer Fehler macht, kann über sich hinauswachsen.

DüsseldorfRalf Schmitt trainiert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Firmen wie Mercedes Benz, BMW, der deutschen Telekom AG, Panasonic, Tchibo und sogar des Bundesfinanzministeriums in Sachen Spontaneität und bringt ihnen bei, sich von Situationen, die sie vor scheinbar unlösbare Probleme stellen, nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Anfang März ist sein neuestes Buch "30 Minuten Spontaneität" bei Gabal erschienen. In seinem Gastbeitrag, den er für unser Businessnetzwerk Leader.In geschrieben hat, gibt er einfache Tipps, wie wir Kopf und Bauch in Einklang bringen und uns auf das Abenteuer Spontaneität einlassen können. Raus aus der eigenen Komfortzone und rein in die Unplanbarkeit.

Haben Sie sich auch schon oft gefragt, warum Herausforderungen und Planänderungen Sie immer wieder in Panik versetzen? Das liegt daran, dass die meisten von uns gelernt haben, dass Regeln uns Sicherheit geben. Und jedes Mal, wenn dann doch etwas Unvorhergesehenes passiert, wissen wir nicht, wie wir damit umgehen können. Uns fehlt die nötige Spontaneität – bis heute! Ich gebe Ihnen zehn Tipps, wie Sie mit Spontaneität Herausforderungen ganz einfach und flexibel meistern können.

Tipp 1: Lassen Sie Ihre Pläne los!

John Lennon hat einmal gesagt „Leben ist das, was passiert, während wir eifrig dabei sind, andere Pläne zu machen“. Damit trifft er es auf den Punkt. Trotzdem die eigenen Pläne loszulassen ist für viele Menschen die größte Herausforderung auf dem Weg in ein spontanes Leben. Wer das schafft, handelt zwar oft ungeplant, lebt aber trotzdem nicht planlos. Es kommt nur darauf an, ein Gleichgewicht zwischen den eigenen Plänen und spontanen Handlungen herzustellen, mit dem man sich persönlich wohlfühlt. Verabschieden Sie sich im ersten Schritt vom Gedanken, dass Pläne Ihnen Sicherheit bieten. Es gibt keine Sicherheit! Etwas Unvorhergesehenes geschieht auch dem besten Planer. Da ist es besser, Sie sind darauf vorbereitet, im Ernstfall zu improvisieren.

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

Fehler eins

Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

Fehler zwei

Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

Fehler drei

Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

Fehler vier

Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

Fehler fünf

Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

Fehler sechs

Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

Fehler sieben

Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

Fehler acht

Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

Quelle

Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

Tipp 2: Nehmen Sie den Moment an!

Ich sage es gerne noch einmal: Es gibt keine Sicherheit! Wenn Sie also plötzlich gefühlt vor einem unlösbaren Problem stehen, sollten Sie diesen Moment annehmen, anstatt sich von ihm aus der Bahn werfen zu lassen. Damit besiegen Sie Ihr inneres Panikkaninchen und üben, spontaner zu sein. Überlegen Sie sich zum Beispiel, womit Sie in der neuen Situation arbeiten können, anstatt in eine Schockstarre zu verfallen. Dann lässt sich viel leichter eine Lösung finden, die einen Ausweg aus der Situation bietet.

Tipp 3: Trainieren Sie Ihren Spontaneitätsmuskel!

Wir sind von Geburt an spontan, müssen diese Fähigkeit jedoch im Laufe unseres Lebens immer weiter trainieren, wie einen Muskel. Das geht schon ohne viel Aufwand. Zum Beispiel, wenn wir im Restaurant einmal ein neues Gericht ausprobieren oder auf dem Weg zur Arbeit das Fahrrad statt das Auto nehmen. Indem wir uns immer wieder bewusst dafür entscheiden, zu improvisieren, bilden wir unseren Spontaneitätsmuskel immer weiter aus und er rettet uns dann auch in schwierigen, unvorhersehbaren Situationen. Er sorgt für mehr Souveränität und Selbstsicherheit und erleichtert und bereichert unser Leben immens.

Tipp 4: Schärfen Sie Ihre Navituition

Setzen Sie in Sachen Spontaneität auf Ihre Navituition – damit meine ich die gesunde Mischung aus Intuition, Bauchgefühl und Navigation, die wir im Grunde alle beherrschen, wenn wir nur richtig damit arbeiten. Während unser Kopf Gelerntes anwendet, stehen Bauch und Intuition für gefühltes Wissen, das Sie aufgrund von zahlreichen Erfahrungen gesammelt haben. Wer Navituition einsetzt, hat zum Beispiel ein eingebautes Alarmsignal, wenn jemand Absurdes von ihm fordert. Sie werden von nun an auf keinen Fall in einen Fluss fahren, wenn Ihnen Ihr Navigationsgerät rät, weiterhin geradeaus zu fahren, obwohl die Vorderreifen bereits im Wasser stehen.

Kommentare (1)

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17.03.2017, 13:50 Uhr


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