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02.05.2014

12:53 Uhr

Alles aus einer Hand

Maschinenbauer Trumpf wird zur Bank

Das schwäbische Unternehmen Trumpf spielt eine Vorreiterrolle: Als erster deutscher Maschinenbauer gründet es eine Bank – inklusive Sparkonto für Mitarbeiter. Das Beispiel könnte Schule machen.

Nicola Leibinger-Kammueller führt den Schwäbischen Maschinenbauer Trumpf. dapd

Nicola Leibinger-Kammueller führt den Schwäbischen Maschinenbauer Trumpf.

DüsseldorfNicola Leibinger-Kammüller ist die Überraschung gelungen. Sie strahlt übers ganze Gesicht: „Wir sind Bank. Und wir schreiben ein Stück schwäbische Wirtschaftsgeschichte.“

Die Trumpf-Chefin hatte kurzfristig in die Ditzinger Firmenzentrale eingeladen. Die Nachricht: Als erster deutscher Maschinenbauer hat ihr Unternehmen eine Vollbank-Lizenz erhalten. „Wir sehen das in erster Linie als Instrument zur Absatzförderung. Aber wir werden auch Einlagengeschäft betreiben“, sagt sie. Vorbild seien die Autobanken.

Trumpf will dabei ausschließlich Trumpf-Maschinen finanzieren. Das macht das Unternehmen zwar schon seit zwölf Jahren über eine eigene Leasingtochter. Doch die arbeitete bisher mit Leasingfirmen der französischen Société Générale und der Deutschen Leasing zusammen. „Jetzt bekommen die Kunden alles aus einer Hand, egal, ob sie leasen, finanzieren oder kaufen wollen“, erklärt Finanzchef Harald Völker.

Für wen sich Leasing wirklich lohnt

Was heißt leasen?

Grundsätzlich bedeutet das Wort "mieten" oder "pachten": Das heißt, ein Objekt, wie ein Auto, wird für einen bestimmten Zeitraum vermietet. Das Objekt bleibt im Besitz des Leasinggebers, der für die Vermietung eine laufende Gebühr bzw. mehrere Einmalzahlungen erhebt.

Attraktivität des Leasing

Der wohl größte Vorteil ist es, dass ein Vertrag häufig nur drei bis vier Jahre läuft. Autobesitzer können sich also die schlimmsten Werkstattkosten sparen und müssen sich nicht mit den Reparaturproblemen älterer Autos herumplagen. Auch um den gewinnbringenden Verkauf des Autos muss sich der Halter nicht selber kümmern. Der Vertrag läuft aus und der Leasingnehmer ist das Auto los.

Wie läuft ein Leasing-Geschäft ab?

Wenn Sie sich Ihr Wunschauto ausgesucht haben, dann müssen sie nur noch einen Leasinggeber finden. Neben dem Autohaus gibt es noch andere andere Anbieter, die zum Teil bessere Finanzierungskonditionen bieten: Neben den schon angesprochenen Einmalzahlungen - häufig am Anfang und am Ende des Vertrags, wird auf Basis des Fahrzeuges eine monatliche Rate berechnet. Mit Ablauf des Vertrages geht das Fahrzeug zurück in den Besitz des Leasinggebers. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit den Vertrag zu verlängern bzw. das Fahrzeug gegen Zahlung eines Restwertes zu erwerben.

Für wen sich Leasing lohnt

Vor allem für Selbstständige und für Firmen ist das Leasing eine gute Finanzierungsvariante, die die Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich verrechnen können - die Zahlungen an das Finanzamt reduzieren sich dadurch. Und für kleine mittelständische Unternehmen hat Leasing den Vorteil, dass sie nicht teuer in eine eigene Flotte investieren müssen.

Unterschiedliche Leasing-Möglichkeiten

Die meisten Privatkunden leasen bei den Leasingtöchtern der großen Autohersteller. Das muss allerdings nicht immer die günstigste Option sein. Schauen Sie sich auf dem Leasingmarkt um.

Wann lohnt sich Leasing?

Leasing lohnt sich immer dann, wenn der Leasingnehmer gerne einen Neuwagen möchte und den wieder loswerden will, bevor er anfängt, Krankheiten oder Macken zu kriegen. Schließlich besteht der Leasing-Vertag selten länger als vier Jahre.

Wann lohnt sich Leasing nicht?

Je günstiger der Fahrzeugkäufer an einen Neuwagen kommt, desto unrentabler ist ein Leasingvertrag. Manchmal gibt es auf die Autos zusätzliche satte Rabatte. Die Finanzierungsmöglichkeiten für Kredite können zudem besser sein.

Abrechnung über Kilometer

Die häufigste Abrechnungsvariante ist das Kilometer-Leasing: Hier ist genau definiert, wie viele Kilometer der Kunde zurücklegen darf. Fährt man weniger, bekommt man Geld zurück, fährt man mehr, muss man drauf zahlen.

Natürlich wird nicht genau auf den Kilometer geschaut, häufig bleiben bis zu 2.500 Kilometer bei der der Berechnung außen vor.

Was ist Restwert-Leasing?

Bei dieser Variante wird ein Wert definiert, den der Kunde dann als Abschlusszahlung an den Leasinggeber zahlen muss, wenn er das Vertragsende erreicht hat. Das ist der Betrag, den das Auto erzielen würde, wenn er es an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen würde. Der Kunde muss allerdings nachzahlen, wenn der ursprünglich errechnete Fahrzeugwert nicht erreicht wird.

Die größten Probleme...

... sind Steinschläge, Dreck und die kleine Delle vom letzten Unfall: Häufig gibt es Streit zwischen den Leasingpartnern darüber, welche Form der Abnutzung bei einem drei bis vier Jahre alten Wagen noch normal ist. Dinge, die beseitigt werden können, sollten auch beseitigt werden. Ansonsten müssen diese Reparaturen nachgezahlt werden und das kann teuer werden.

Fast drei Jahre bemühte sich Trumpf um die Banklizenz bei der Bafin. Die regulatorischen Hürden vor einer Bankgründung sind beträchtlich. Als Universalbank erschließt sich Trumpf zudem neue Refinanzierungsmöglichkeiten. Darüber hinaus kommt das schwäbische Unternehmen so an staatliche Kreditfördermittel.

„Wir können das Geschäft unserer Kunden sicherlich besser beurteilen als viele Banken oder Leasingfirmen“, betont die Trumpf-Chefin. Das Unternehmen erwartet durch die für 28 Länder geltende europäische Banklizenz zusätzliches Geschäft, vor allem im Ausland. Das Risiko sei für Trumpf bei einer Bilanzsumme der Bank von 50 Millionen Euro absolut beherrschbar. „Die Bank finanziert sich getrennt vom Unternehmen, nachdem sie mit einer Kernkapitalquote von 35 Prozent ausgestattet worden ist“, erläutert Völker. Gefordert sind bei Neugründungen nur zwölf Prozent.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.05.2014, 16:39 Uhr

na das ist doch prima.
Dann hat doch der Arbeitnehmer alles in einer Hand, seinen Arbeitsplatz und seine Altersversorgung. Ich verstehe nur nicht, warum jeder vierte in Baden-Württemberg keinen unbefristeten Vollzeitarbeitsvertrag hat. Aber solche Arbeitsverträge sind ja kein Trumpf. Dies sind sogenannte atypische Beschäftigungsformen.

MfG

HOTTE_VE

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