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18.10.2016

08:36 Uhr

Beteiligungsmarkt neu gewürfelt

Hochzeit auf chinesisch

VonLara Sogorski

Deutsche Gründlichkeit trifft auf fernöstliche Finanzen: Investoren der Volksrepublik kaufen bevorzugt mittelständische Marktführer ihrer Branchen. Das Problem liegt oft darin, die verschiedenen Kulturkreise zu vereinen.

Der Maschinenbauer wurde von der China National Chemical Corporation gekauft. Pressebild

Produktion bei Krauss-Maffei

Der Maschinenbauer wurde von der China National Chemical Corporation gekauft.

BerlinDer Luftfahrtzulieferer Broetje Automation, der Hersteller von Gartenprodukten Compo Consumer und der Maschinenbauer Krauss-Maffei – drei deutsche Mittelständler aus unterschiedlichen Branchen, die seit ein paar Monaten aber eine Gemeinsamkeit teilen: Sie alle wurden erst in diesem Jahr von chinesischen Investoren aufgekauft. Im Fall von Broetje liegt der Verkauf nur knapp zwei Monate zurück. Das Unternehmen aus Niedersachsen ging zu einem Kaufpreis von rund 174 Millionen Euro an den chinesischen Mischkonzern Shanghai Electric Group. Broetje stellt unter anderem Nietmaschinen her, mit denen Teile wie Flügel am Flugzeug angebracht werden können.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Der Private-Equity-Markt boomt und deutsche Mittelständler stehen bei den Beteiligungsgesellschaften weltweit ganz oben auf der Wunschliste. Insbesondere chinesische Investoren haben ihre Zukäufe im Mittelstand über die vergangenen Jahre deutlich ausgeweitet. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind in der komfortablen Lage, sich einen Käufer aussuchen zu können. „Der deutsche Mittelstand ist bekannt für seine Hidden Champions, hier finden sich zahlreiche weltweit sehr erfolgreiche Unternehmen“, erklärt Wilken von Hodenberg, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), das große Interesse internationaler Investoren.

Viele der Kaufkandidaten seien darüber hinaus häufig Technologie- und Marktführer in Nischenmärkten. „Besonders auch chinesische Investoren suchen verstärkt nach Beteiligungsmöglichkeiten bei dieser Art von Unternehmen“, sagt von Hodenberg. Im Fokus stehen vor allem Firmen aus den Bereichen Automotive sowie Maschinen- und Anlagenbau und der IT- und Gesundheitsbranche. Während die Stimmung im Hinblick auf große Private-Equity-Deals nachgegeben hat, erwarten mittelständisch orientierte Investoren weiter starke Zuwächse, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner zeigt. Das Transaktionsvolumen beträgt dabei schwerpunktmäßig bei bis zu 20 Millionen Euro, bei jedem vierten Zukauf liegt die Unternehmensbewertung bei bis zu 50 Millionen Euro.

Kommentare (2)

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Herr Ciller Gurcae

18.10.2016, 10:29 Uhr

Interessant wäre: Was machen die Verkäufer dann mit den vielen, vielen Millionen Euros? Italienische Staatsanleihen? Ackerland in Afrika? Oder in der Ukraine? Gold? Schweizer Franken?

Peter Meyfarth

18.10.2016, 10:58 Uhr

Herr Ciller Gurcae@Das können Sie an den Kursen ablesen. Das Geld geht in die USA oder wo es noch sicher ist, jedoch keinesfalls in die EU, in der soziale Unruhen und Bürgerkriege bevorstehen..

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