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27.10.2016

09:34 Uhr

Beteiligungsmarkt

Wie die Brautschau zur Partnerschaft führt

VonLara Sogorski

Finanzinvestoren bringen immer Kapital und immer öfter gute Ideen mit. Doch die Aufnahme eines Investors ist komplex und kostet viel Zeit. Nicht immer geht das reibungslos. Worauf Unternehmer bei der Wahl achten sollten.

Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares: Investoren und Unternehmen müssen lange für die Harmonie arbeiten. dpa

Brautschau erfolgreich beendet

Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares: Investoren und Unternehmen müssen lange für die Harmonie arbeiten.

BerlinDie Zusammenarbeit mit einem Private-Equity-Partner kann gerade für Mittelständler ein großer Wachstumsmotor sein. Wenn nämlich mit dem Investor nicht nur frisches Geld ins Haus kommt, sondern dieser auch zusätzliches Know-how und ein Netzwerk mit erstklassigen Experten mitbringt.

Dafür ist die Wahl des richtigen Partners allerdings Voraussetzung. Sind die Hausaufgaben nicht richtig gemacht, droht am Ende das böse Erwachen. Gerade zwischen eigentümergeführten Unternehmen und den Finanzinvestoren gibt es häufig Konfliktpotenzial, das sich vermeiden lässt.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Dabei beginnt die Suche im eigenen Betrieb. Nach dem Branchen-Motto „Nur eine hübsche Braut findet auch den richtigen Partner“ geht es darum, Kennzahlen und Strukturierung auf Vordermann zu bringen. „Die Aufnahme eines Private-Equity-Investors ist sehr komplex und kostet viel Zeit, besonders um den Betrieb steuer- und gesellschaftsrechtlich sauber aufzustellen“, sagt Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance M&A und Partner bei Rödl&Partner in München. Damit sollte im besten Fall möglichst ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Einstieg begonnen werden.

Weitere Herausforderung ist, das Feld möglicher Investoren einzugrenzen. Die Private-Equity-Häuser in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren zum einen immer stärker auf bestimmte Themen spezialisiert wie Nachfolge, Wachstum, Internationalisierung in bestimmte Länder oder Restrukturierung.

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