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26.05.2017

14:57 Uhr

Bitcoin und „Börsengänge“

Explodierender Kurs, neue Lockangebote

VonFrank Wiebe

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin explodiert weiter. Firmen versuchen den Boom der alternativen Zahlungsmittel mit speziellen Finanzierungen zu nutzen. Selbst aus der Szene kommen Warnungen vor sogenannten ICOs.

Bitcoins im Höhenflug

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Bitcoins im Höhenflug: „Ich würde auf keinen Fall investieren“

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New YorkAm Freitag konnten sich Bitcoin-Besitzer über einen weiteren Kurshöhenflug freuen: Die Kryptowährung schoss gut 12 Prozent nach oben gegenüber dem Vortag und kostetet 2567 Dollar pro Stück – so viel wie noch nie. Binnen einer Woche hat die Cyber-Währung rund 31 Prozent zugelegt.

Doch Bitcoins sind nicht nur als Besitz schön. Zunehmend nutzen Anleger virtuelle Währungen dazu, sich an Unternehmen und Projekten zu beteiligen. Nach einer Aufstellung der Beratung CB Insights haben Firmen etwa für Projekte, die auf Währungen nach dem Blockchain-Prinzip setzen, im ersten Quartal 2017 insgesamt umgerechnet 69 Millionen Dollar durch so genannte ICOs eingesammelt. Etwa 118 Millionen strichen sie durch klassische Wagnisfinanzierung in Dollar ein. Die Summen dürften weiter sprunghaft angsteigen.

Bei ICOs stecken die Anleger ihr Geld in Projekte in neuen elektronischen Währungen, die zurzeit gerade einen Höhenrausch erleben. Zum Beispiel einen Anteil an künftigen Erträgen oder Dienstleistungen oder bei Software-Plattformen das Recht zur Nutzung.

Das Problem aber: Niemand weiß so genau, was ein ICO eigentlich ist. Die Abkürzung steht für Initial Coin Offering und ist parallel zu IPO gebildet, der Abkürzung für Börsengänge (IPO). Da fängt der Krach schon an. „Wie kann man nur auf die Idee kommen, einen Namen zu wählen, der die Finanzaufsicht aufmerksam macht“, sagte Peter van Valkenburg auf dem Kongress Consensus in New York. Er ist Forschungsleiter bei Coincenter, einer nicht kommerziellen Organisation, die sich mit Bitcoins anderen virtuellen Währungen beschäftigt. Seiner Meinung nach handelt es sich bei ICOs nicht um Investitionen, sondern um den Erwerb einer Ware.

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Thomas Linder von der Beratung MME im Schweizer Niedrigsteuer-Kanton Zug macht dagegen darauf aufmerksam, dass ICOs rechtlich gesehen manchmal auch Schenkungen ähneln, weil gar keine festen Gegenleistungen vereinbart sind.

„Das ist doch alles Unsinn“, sagt Preston Byrne von der Blockchain-Plattform Monax. Seiner Meinung sind ICOs ganz klar Investitionen. Er argumentiert mit dem Enten-Test: „Wenn es aussieht wie eine Ente, sich bewegt wie eine Ente und gackert wie eine Ente, dann ist es eine Ente.“ Seiner Meinung ist das Test-Ergebnis bei ICOs, wo Anleger Geld geben und dafür irgendeine Art von Rendite erwarten, und sei es in Form Dienstleistungen, eindeutig: Das „Gegacker“ klingt nach Investition.

Kommentare (2)

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Herr Helmut Metz

26.05.2017, 15:36 Uhr

Friedrich August von Hayek (Gott hab ihn selig!!) würde sich wie ein kleines Kind über die neue - private - Konkurrenz zu den staatlichen Monopol- und Zwangswährungen freuen - siehe dazu sein Meisterwerk "Denationalisation of Money" ("Entnationalisierung des Geldes"). Konkurrierendes Privatgeld bedeutet nämlich ultimative Freiheit, und es beschneidet die Regierenden massiv in ihrer Macht, weil sie das Blut der Wirtschaft - das Geld - nicht mehr manipulieren können. Beitrag von der Redaktion editiert.

Herr Fritz Yoski

26.05.2017, 17:03 Uhr

@Helmut Metz
Das ist die Gefahr fuer Crypto-Waehrungen. Jeder "Hinz und Kunz" kann seine eigene Waehrung erfinden. Meine Waehrung ist besser als Deine Waehrung. Ausserdem wurden diverse Bit-Coin Exchanges gehackt und viele Leute haben viel Geld verloren, soviel zur Sicherheit.

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