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20.10.2015

16:15 Uhr

Crowdfunding

Gründerszene atmet auf

VonGian Hessami

Crowdinvesting ist beliebt: Die Lobby der Gemeinschaftsinvestoren hat ihre Forderungen durchgesetzt. Das Gute daran: Firmen können auch künftig ohne größere Regulierung auf Schwarmfinanzierung setzen.

Startups benötigen oft ein gewisses Startkapital: Crowdinvesting kann da helfen. dpa

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Startups benötigen oft ein gewisses Startkapital: Crowdinvesting kann da helfen.

AachenBeim Fußball kann die Rudelbildung zu hässlichen Szenen führen. Zumeist nach einer strittigen Entscheidung des Schiedsrichters versammeln sich Spieler beider Mannschaften, um Mitspieler verbal oder handgreiflich zu unterstützen. Im schlimmsten Fall führt die Rudelbildung zur Massenschlägerei.

In der Finanzwelt hingegen ist der Begriff „Crowd“ überwiegend positiv besetzt. Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele Personen – oft mit geringen Geldbeträgen - über Internetplattformen an zumeist jungen Unternehmen.

Die Kleinanleger hoffen dabei zum Teil auf hohe Renditen. In den vergangenen Jahren ist die vor allem durch soziale Netzwerke bekannt gewordene Kapitalbeschaffung immer beliebter geworden. Das wohl bekannteste deutsche Crowdprojekt ist die Produktion des Kinofilms „Stromberg“, die von mehr als 3.000 Kleinanlegern finanziert wurde. Insgesamt wurden an die Finanzierungsgemeinschaft, die eine Million Euro aufgebracht hatte, nach der ersten Abrechnungsperiode seit dem Kinostart 1,169 Millionen Euro ausgeschüttet.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Das Risiko ist beim Crowdinvesting hoch. Bleibt der Erfolg des Unternehmens aus, droht der Verlust des Kapitaleinsatzes. Nach dem Milliardenskandal um den Windpark-Finanzierer Prokon 2014 sollen Kleinanleger besser vor dem Verlust ihrer Gelder geschützt werden. Jüngst hat der Bundestag den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Kleinanlegerschutzgesetzes beschlossen. Die gute Nachricht für Unternehmen, die auf Schwarmfinanzierungen setzen: Nach der Kritik der Gründerszene enthält das Gesetzespaket nun weitreichende Ausnahmen für die Crowdfinanzierung.

„Die Crowdinvesting-Lobby hat sich weitgehend mit ihren Forderungen durchgesetzt. Die Unternehmen können ohne größere Regulierung weiterhin Schwarmfinanzierung aufnehmen“, sagt Robert Michels, Partner in der Kanzlei Dentons. So wurden die ursprünglich geplanten strengen Informationspflichten gelockert. Anbieter von Crowdfunding-Projekten müssen nun erst ab einer Schwelle von 2,5 Millionen Euro einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gebilligten Verkaufsprospekt vorlegen.

Die Schwelle war zunächst bei einer Million Euro angesetzt worden. „Die Erstellung solcher Prospekte kann sehr kostspielig werden. Sie würden bei vielen Unternehmen mit geringem Kapitalbedarf wirtschaftlich keinen Sinn machen“, erläutert Michels. Das Vermögensanlagen-Informationsblatt ist jedoch weiterhin Pflicht. „Anleger müssen in jedem Fall bestätigen, dass sie das Informationsblatt erhalten haben“, ergänzt Michels.

Die Gründerszene konnte noch ein weiteres Anliegen durchsetzen: Die Obergrenze von 10.000 Euro wurde bei der Schwarmfinanzierung für Großinvestoren aufgehoben. Kleinanleger dürfen hingegen höchstens 10.000 Euro in ein Projekt stecken.

Ein anderer Kritikpunkt der Gründer war die ursprünglich geplante Beschränkung der Werbemöglichkeiten. Der ursprüngliche Gesetzesentwurf sollte so weit gehen, Werbung über soziale Netzwerke zu verbieten. „Das hätte für die Crowdfinanzierung schwerwiegende Folgen gehabt“, so Michels. Letztlich wurde dies jedoch nicht umgesetzt.

Werbung bleibt weiterhin in allen Medien möglich, muss aber mit einem deutlichen Warnhinweis versehen werden. Unseriöse Werbung kann darüber hinaus von der Bafin individuell beschränkt oder verboten werden.

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