Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2017

16:27 Uhr

Digitalisierung

Wenn Geldgeber zum Stresstest bitten

VonDirk Damegger

Der Einzelhandel erlebt eine Revolution. Bislang bewährte Geschäftsmodelle verlieren an Attraktivität. Investoren ziehen sich zurück. Der Handel benötigt neue Antworten, um sich langfristig Kapital zu beschaffen.

Die Digitalisierung beschleunigt den Wandel und stellt somit das Management vor große Herausforderungen. dpa

Stresstest für Einzelhändler

Die Digitalisierung beschleunigt den Wandel und stellt somit das Management vor große Herausforderungen.

DüsseldorfStarke Marktschwankungen und Gegenwind von neuen Wettbewerbern sind für den Einzelhandel keine neuen Phänomene; gegenwärtig befindet sich die Branche allerdings in einem regelrechten Sturm. Die Unternehmen sehen sich einerseits mit politischer Instabilität und Währungsturbulenzen in ihren Absatz- und Beschaffungsmärkten konfrontiert sowie andererseits mit einer zunehmenden Veränderung der Kaufgewohnheiten ihrer Kunden. Dies betrifft Ausgabebereitschaft, die Art des Einkaufs, Markenpräferenz und auch die zielgruppenspezifische Ausrichtung nach Alter, Geschlecht oder auch dem Status.

Die Digitalisierung beschleunigt den Wandel und stellt somit das Management des Einzelhandels vor große Herausforderungen. Eine zentrale Frage dabei: Wie lässt sich angesichts der dramatischen Umbrüche eine belastbare mittelfristige Investitionsplanung überhaupt aufstellen?

Checkliste Digitales für Mittelständler

Quelle

Häufig wissen Mittelständler nicht, wie sie die Digitalisierung angehen sollten. Experte Thomas Denk vom Beratungshaus Deliberate in Böblingen empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen.

1. Situation analysieren

Vor der Gestaltung der digitalen Transformation steht die Analyse. Was passiert gerade in meiner Branche, wie stellen sich die Konkurrenten auf, wo stehen wir und welche Ideen haben wir?

2. Erwartungen der Kunden erfüllen

Digitalisierung heißt, die veränderten Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen. Hilfreich dabei: eine offene Kommunikation – direkt und über soziale Medien.

3. Kulturwandel vorantreiben

Kontinuierliche Veränderung ist notwendig. Dafür muss man bereit sein, Geschäftsprozesse ständig auf den Prüfstand zu stellen.

4. Datenqualität sichern

Nicht die Menge an Daten ist entscheidend, sondern ihre Qualität und Verknüpfung. Mittelständler sollten nur Daten erheben, die sie benötigen.

5. Ressourcen bereitstellen

Digitale Transformation wird von Menschen vorangetrieben. Dafür muss ein Chef Ressourcen bereitstellen und Know-how aufbauen.

6. Kommunikation sicherstellen

Unternehmen, die in Silos strukturiert sind, werden bei der digitalen Transformation scheitern. Benötigt wird permanenter Austausch über Motive, Ansätze und Ziele.

7. Digitalisierungsstrategie verankern

Die digitale Strategie muss Bestandteil der Unternehmensstrategie sein, klar definiert und schriftlich festgehalten werden. So kann jeder Mitarbeiter nachlesen, welche Auswirkungen sie auf das Alltagsgeschäft hat.

8. Klare Verantwortlichkeit schaffen

Digitale Transformation braucht Führung. Hilfreich ist dabei ein Chief Digital Officer, der Stratege, Projektmanager, Impulsgeber und Change Manager ist.

9. Risiken im Auge behalten

Bei jeder Veränderung darf die Arbeit an betrieblichen Abläufen und internen Strukturen nicht den Blick auf den Kunden verstellen.

10. Flexibilität schaffen, Netzwerk pflegen

Digitale Geschäftsmodelle entwickeln sich oft rasant, das erschwert Planungen. Neben der Strategiearbeit ist ein gutes Netzwerk aus Kunden, Partnern und Zulieferern wichtig.

11. Reporting aufsetzen

Digitalisierung lässt sich messen. Um Chancen auszuschöpfen, ist ein Reporting für das ganze Unternehmen notwendig.

Zuverlässige Prognosen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung von Unternehmen sind für Investoren essenziell. Sie sind gerade auch für Financiers eine wesentliche Grundvoraussetzung, um die Chancen und Risiken einer Investitions- und Kreditentscheidung umfassend beurteilen zu können. Im aktuellen Marktumfeld ist es für Unternehmer im Falle eines Verkaufs ihrer Firma, einer signifikanten Akquisition oder auch einer Refinanzierung jedoch sehr schwierig, diese Verlässlichkeit über einen längeren Zeithorizont zu gewährleisten.

Viele Branchen stecken in einem grundlegenden Umbruch. So verzeichnete allein die Modeindustrie in Westeuropa laut dem Marktforschungsunternehmen Euromonitor im letzten Jahr einen Umsatzrückgang von rund 2,5 Prozent auf 268 Milliarden Euro. In Osteuropa fiel der Rückgang noch stärker aus: Der Umsatz gab sogar um sieben Prozent auf 47 Milliarden Euro nach. In diesem Umfeld eine Finanzierung aufzustellen wird immer schwieriger. Viele nehmen in diesem schwierigen Umfeld externe Hilfe in Anspruch, um neue Lösungen zu entwickeln.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×