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29.10.2015

10:23 Uhr

Einblick

Keine Experimente bei Krediten

VonFlorian Flicke

Können sich Deutschlands Bank- und Sparkassenchefs beruhigt zurücklehnen, was den Angriff der Fin-Tech-Start-ups im Geschäft mit der mittelständischen Firmenklientel anbelangt? Können sie - zumindest vorerst.

„Von einer signifikanten Bedrohung von Banken durch neue Konkurrenz im Mittelstandsfinanzierungsgeschäft kann nicht gesprochen werden.“ dpa

Skyline Frankfurt

„Von einer signifikanten Bedrohung von Banken durch neue Konkurrenz im Mittelstandsfinanzierungsgeschäft kann nicht gesprochen werden.“

DüsseldorfDie deutschen Banken stecken in der Zwickmühle. Auf der einen Seite machen ihnen die Regulierer das Leben schwer. Auf der anderen Seite wollen ihnen die aufstrebenden Fin-Techs ans Leder. Zumindest was den Angriff der Start-ups im Geschäft mit der mittelständischen Firmenklientel anbelangt, können sich Deutschlands Bank- und Sparkassenchefs - vorerst - beruhigt zurücklehnen.

Die Lieblinge unter den Fintechs

Stripe

Der Zahlungsabwickler mit Hauptsitz in San Francisco richtet sich insbesondere an kleinere Unternehmen. Die Software ermöglicht es Händlern, in ihrer App oder auf ihrer Internetseite eine Bezahlfunktion einzurichten. Stripe gilt als Übernahmekandidat von Paypal. American Express und sechs weitere Topinvestoren sind dabei.

Fundersclub

Über den Onlinemarktplatz können Investoren Eigenkapital an einen Fonds geben, der dann in private Firmen investiert. Das Ergebnis bewirbt das Fintech aus San Francisco so: Unternehmen bekommen das Kapital, das sie brauchen, und Geldgeber bekommen Zugang zu neuen Investments. Intel ist einer der sechs Topinvestoren.

iZettle

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stockholm ist nach eigenen Angaben Europas Mobile-Payment-Marktführer. Es bietet mobile Kartenlesegeräte für Smartphones und Tablets und richtet sich besonders an kleinere Unternehmen. Über eine App können Unternehmer ihre Verkäufe nachverfolgen und ihre Buchführung erledigen. Mastercard zählt zu den fünf Topinvestoren.

Robinhood

Der Onlinebroker mit Sitz in Palo Alto ermöglicht provisionsfreien Aktienhandel. Bisher ist die App nur in den USA verfügbar. Der Handel umfasst überwiegend Aktien von Unternehmen, die in den USA gelistet sind, sowie ETFs. Google Ventures und vier andere Topinvestoren sind dabei.

Upstart

Die Plattform mit Sitz in Palo Alto bringt Kreditnehmer und -geber zusammen. Beim Prüfen der Kreditwürdigkeit stützt sich das Unternehmen nicht allein auf Scores von Kreditbüros wie Fico und die bisherige Kredithistorie, sondern bezieht auch Informationen zu Ausbildung und Beruf des Kreditnehmers in die Bewertung ein. Google Ventures und vier weitere Topinvestoren haben investiert.

Coinbase

Das Unternehmen aus San Francisco bietet eine Geldbörse – Englisch „wallet“ – für die digitale Währung Bitcoin. Zudem ermöglicht es den Kauf- und Verkauf von Bitcoins. Dabei werden Beträge von herkömmlichen in die digitale Währung umgewandelt. In Deutschland ist nur die Wallet-Funktion verfügbar, das Geldwechseln aber nicht. Fünf Topinvestoren sind an Bord.

„Von einer signifikanten Bedrohung von Banken durch neue Konkurrenz im Mittelstandsfinanzierungsgeschäft kann nicht gesprochen werden, ein kleiner Sturm im Wasserglas ist es jedoch allemal“, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.

Sieben von zehn befragten Firmen bevorzugen die Innenfinanzierung, dicht gefolgt von der Fremdfinanzierung über Banken mit 64 Prozent der Nennungen. Unter dem Strich sind das noch sehr beruhigende Resultate für die Filialbanken - aber kein Grund zum Nichtstun. Das gilt ebenfalls für die Unternehmen selbst, die sich neuen Trends auf dem Finanzierungs- und auch Versicherungsmarkt nicht verschließen sollten.

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