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30.05.2016

16:28 Uhr

Elektromobilität

Kaum Leasingverträge für Elektroautos

VonLara Sogorski

Elektrofahrzeuge schonen die Umwelt und den Geldbeutel. Vielen Leasinganbietern ist die Restwertkalkulation bei diesen Fahrzeugen aber zu unsicher. Sie verzichten auf das Geschäft mit der Elektromobilität.

Elektro Auto von Opel Ampera, Handelsblatt Testfahrt.

Ladevorgang bei einem E-Mobil

Finanzierung per Leasing ist kaum möglich.

Quelle: BOSTELMANN/BILDFOLIO für Handelsblatt

BerlinDie Bundesregierung steht unter Druck. Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Doch bislang liegt ihre Zahl noch nicht einmal bei 50.000. Um den Absatz in den kommenden Jahren anzukurbeln, fordern Politiker wie etwa Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Kaufprämie von bis zu 5000 Euro je Fahrzeug.

Doch es ist umstritten, ob ein solcher finanzieller Anreiz den gewünschten Effekt erzielt. Daher hat die Regierung die Idee zunächst auf Eis gelegt. Auf Anschubhilfe von der Leasingbranche braucht die Regierung nicht zu hoffen. Bislang ist ein Leasingvertrag für ein Elektroauto kaum zu bekommen. Denn die meisten unabhängigen Leasinggesellschaften zögern, die umweltfreundlichen Fahrzeuge in ihr Portfolio mit aufzunehmen.

Der Grund: Sie fürchten das Restwertrisiko, das sich bei E-Autos aufgrund der technologischen Entwicklung und fehlender Erfahrungswerte kaum abschätzen lässt. „Es besteht das Risiko, dass nach wenigen Jahren die Batterietechnologie überholt sein kann“, sagt Matthias Bentenrieder, Partner und Automobilexperte bei der Managementberatung Oliver Wyman. Der Leasinggeber könnte somit bei Vertragsende mit einem nicht mehr markttauglichen Auto dastehen und müsste einen erheblichen Wertverlust verbuchen.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

„Insbesondere die Flottenverleaser sind von den Elektrofahrzeugen immer noch nicht überzeugt, weil der Restwert nicht gesichert ist“, bestätigt Stefan Kumpfmüller, geschäftsführender Gesellschafter der X-Leasing GmbH. Um als Anbieter im Flottenleasing wettbewerbsfähig zu sein, komme es auf die günstigste Rate an. Ohne gesicherten Restwert sei diese allerdings kaum zu kalkulieren. „Die Technik der E-Autos ist dafür noch nicht reif genug. In ein paar Jahren sieht das aber sicherlich schon ganz anders aus.“

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