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29.10.2012

14:17 Uhr

Finanzierung der Energiewende

Leasen Sie sich doch ein Windrad!

VonWolfgang Eck

Kommunen stehen im Zuge der Energiewende vor enormen Investitionen. Sie müssen Versorgungsnetze zurückkaufen oder Stadtwerke neu gründen. Leasinggesellschaften punkten hier mit ihrem Know-how bei Projektfinanzierungen.

Windrad auf einem Feld im Landkreis Peine: Immer mehr Leasinggesellschaften finanzieren erneuerbare Energieanlagen. dpa

Windrad auf einem Feld im Landkreis Peine: Immer mehr Leasinggesellschaften finanzieren erneuerbare Energieanlagen.

WeilburgDie sogenannte Energiewende macht nicht nur Investitionen in innovative Energietechnik notwendig. Viele Kommunen stehen durch sie auch vor der Aufgabe, Versorgungsnetze zurückzukaufen oder Stadtwerke neu zu gründen. Das damit verbundene Investitionsvolumen ist enorm.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. beziffert die gesamten Investitionen bis 2020 auf rund 235 Milliarden Euro. Der sich aus der Energiewende ergebende Finanzierungsbedarf wird häufig von Sparkassen als Finanzierungspartner der Kommunen bereitgestellt. Doch: "Wir glauben, dass es nicht gelingen kann, beispielsweise die Netzinvestitionen nur über die normale Kommunalfinanzierung oder die klassische Unternehmensfinanzierung zu finanzieren", schränkt Sebastian Bergmann, Abteilungsdirektor Öffentliche Hand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, ein.

Markus Strehle, Vorsitzender der Geschäftsführung der DAL Deutsche Anlagen-Leasing, ist daher davon überzeugt, dass sich der Bedarf an alternativen Finanzierungsformen erhöht. "Allein die Stadtwerke in Deutschland investieren jedes Jahr rund sechs Milliarden Euro und begleiten vermehrt erneuerbare Energieprojekte.

Projektfinanzierungen und Leasing-Modelle über Partner werden gebraucht." Auch Thomas Brauers, zuständig für strategisches Finanzmanagement der Stadtwerke Duisburg, ist sich sicher: "Moderne Finanzierungsformen sind echte Alternativen zu klassischen Darlehen." So seien Projektfinanzierungen, Leasing, Bürgerbeteiligungen oder Fondsmodelle denkbar.

Denn dem steigenden Finanzbedarf stehen zunehmend beschränkte Mittel gegenüber, da überregionale Geldgeber teilweise vom Markt verschwunden sind oder sich bereits im Markt stark engagiert haben. Lange Laufzeiten der Finanzierung erhöhen zudem das Risiko und erschweren die Refinanzierung.

Eine Chance für Leasinggesellschaften, die dabei mit mehr punkten können als der reinen Finanzierung. "Hilfreich ist auch das Objekt-Know-how und die Erfahrung mit solchen Projekten. Denn sowohl Financiers als auch Kommunen stehen einem steigenden Komplexitätsgrad bei den Investitionsvorhaben gegenüber", unterstreicht Strehle, "daneben sollte man auch die besonderen Regeln des Erneuerbare-Energien-Gesetzes genau beherrschen." Zudem erfordert jedes Projekt eine fundierte wirtschaftliche und technische Bewertung.

Kommentare (1)

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vandale

29.10.2012, 16:21 Uhr

Häufig werden euphorische Meldungen zu den geringen Erzeugungskosten von Solar- und Windparks publiziert. Ein Blick in Geschäftsberichte zeigt dann dass das Wunder häufig auf Subventionen in Form von 1% KfW Darlehen zurückzuführen ist. Für mich stellt sich die Frage inwieweit man diese Subvention auch in Leasingmodellen verwirklichen lässt.

Die Stadtwerke haben naturgemäss nur eine Quelle zur Finanzierung eines eigenen Netzes. Die in der Stadt lebenden Menschen müssen diese Kosten in Form der Stromkosten, oder auch diverser Steuern bis hin zur Radarfalle bezahlen.

Vandale

Vandale

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