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04.05.2016

10:31 Uhr

Finanzierungsmix

Im Zinstief neue Quellen anzapfen

VonTilo Kraus

Mittelständler nutzen selten den Kapitalmarkt. Dabei suchen Anleger nach lukrativen Investitionen. Sie finanzieren immer häufiger Unternehmen. Wenn es professionell aufgezogen wird, können beide Seiten davon profitieren.

Mittelständler nutzen den Kapitalmarkt nur zögerlich. dpa

Börse in Frankfurt

Mittelständler nutzen den Kapitalmarkt nur zögerlich.

DüsseldorfDas aktuelle Finanzierungsumfeld zeichnet sich durch geringe Zinsen aus. Dennoch verharrt die Kreditnachfrage der Unternehmen auf niedrigem Niveau, obwohl viele Mittelständler vor großen Herausforderungen stehen. Traditionell ist der Finanzierungsmix von Unternehmen in Kontinentaleuropa im Vergleich zu angelsächsischen Ländern stärker durch die Bankfinanzierung geprägt.

Gerade die langlaufende Investitionsfinanzierung und damit die effiziente Nutzung des niedrigen Zinsumfeldes über Bankkredite und Fördermittel wird aber perspektivisch verknappt und teurer. Bankregulierung und - refinanzierung sind nur zwei wesentliche Treiber. Für viele Unternehmen stellt sich deshalb die Frage nach einer belastbaren, langfristig ausgerichteten Finanzierungsstrategie.

Gleichzeitig leiden Altersvorsorgeeinrichtungen, Versicherungen und Vermögensverwalter unter dem aktuellen Niedrigzinsumfeld. Der Vergleich mit den USA zeigt, dass solche Kapitalsammelstellen ein wichtiger Finanzier für die langfristige Unternehmensfinanzierung sein können. Dort kompensieren sie die Beschränkungen der Banken.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Unternehmensanleihen als Finanzierungsalternative bieten zwar eine hohe Marktliquidität und längere Laufzeiten. Allerdings sind die Spielregeln wie öffentliche Ratings oder hohe Mindestvolumina für viele Unternehmen nicht darstellbar oder erwünscht. Privatplatzierungen bieten in diesem Kontext eine interessante Alternative. Neben etablierten Produkten wie US-Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen entwickelt sich zunehmend auch ein europäischer Privatplatzierungsmarkt für Unternehmen mit guter oder befriedigender Bonität.

Unterhalb dieser Schwelle bieten Debt-Fonds interessante Möglichkeiten für Unternehmen. Hier bieten Fonds Finanzierungen mit höheren Renditezielen an, die oftmals Gelder von Versicherungen, Pensionskassen oder Vermögensverwaltern bündeln. Dabei kann es um Wachstumsfinanzierungen, Restrukturierungsaspekte oder eine Veränderung der Eigentümerstruktur gehen.

Zusammenfassend bietet das aktuelle Niedrigzinsumfeld Unternehmen viele Möglichkeiten: So können sie ihre Finanzierungskosten langfristig zu attraktiven Konditionen sichern oder sie setzen strategische Maßnahmen um, die aufgrund des im aktuellen Umfeld vorhandenen Risikoappetits möglich sind.

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