Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2013

15:50 Uhr

Flottenmanagement

„Do it yourself“ kostet Zeit und Nerven

VonAnke Brillen

Statt die Serviceangebote von Leasinggesellschaften in Anspruch zu nehmen, kümmern sich viele Fuhrparkmanager selbst um ihren Bereich. Doch was eigentlich Kosten sparen soll, kann im Nachhinein Zeit und Effizienz kosten.

Neuwagen in einer Reihe: Viele Firmen leasen ihre Autos über mehrere Anbieter. dpa

Neuwagen in einer Reihe: Viele Firmen leasen ihre Autos über mehrere Anbieter.

WertherFuhrparkmanager haben es oft nicht leicht. Häufig bereitet der Kostendruck, der in vielen Unternehmen herrscht, den Mitgliedern dieser Berufsgruppe regelmäßig Kopfzerbrechen. Auch sonst können die meisten nicht schalten und walten, wie sie wollen. Denn sie müssen den Spagat schaffen, den Ansprüchen des Managements, des Vertriebs und der restlichen Mitarbeiter mit Dienstwagen gerecht zu werden.

Gewohnheiten und Besitzstandswahrung sorgen oftmals dafür, dass die Strukturen im Fuhrparkmanagement vieler Unternehmen festgefahren sind, wie das "CVO Fuhrpark-Barometer 2013" der Corporate Vehicle Observatory (CVO) belegt. CVO ist eine von der Leasinggesellschaft Arval und ihrer Mutter BNP Paribas betriebene Expertenplattform zur beruflichen Mobilität.

Die beliebtesten Dienstwagen des Jahres

Der Test

Bei Europas größtem Praxis-Vergleichstest "Firmenauto des Jahres" dominierten 2012 Dieselfahrzeuge. 250 Fuhrpark-Manager testeten für die Zeitschrift "Firmenauto" und die Prüfgesellschaft Dekra 66 Modelle in neun Kategorien und legten dabei an zwei Tagen in 66 Fahreugen rund 30.000 Testkilometer zurück. Jede Kategorie teilt sich in Import- und Gesamtwertung. Bei den kleinen Vans gab es mangels mehrerer Import-Modelle nur einen Gesamtsieger. Die Sieger im Überblick ...

Minicars

Somit siegten 17 verschiedene Modelle, darunter 13 Diesel, zwei Benziner und jeweils ein Diesel-Hybrid und Elektroauto. Die Dominanz der Selbstzünder resultiert aus der Tatsache, dass die Tester neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Autos bewerteten.

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen sind allerdings die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Elektro

In den beiden Kategorien Minicars und Kleinwagen liegen die Benziner vorne. Der Fiat 500 0.9 Twin Air wurde bestes Import-Minicar, den Gesamtsieg sicherte sich, als einziges Elektroauto, der Smart Fortwo Electric-Drive.

Kleinwagen

Bei den Kleinwagen gewann der Peugeot 208 e-HDI 92 die Import- und der Audi A1 Sportback 1.4 TFSI die Gesamtwertung.

Obere Mittelklasse

Die Gesamtwertung in der oberen Mittelklasse entschied mit dem Mercedes E300 Bluetec Hybrid T-Modell, das einzige Fahrzeug mit Diesel-Hybrid-Antrieb, für sich, die Importwertung ging an den Jaguar XF.

Mittelklasse

Mittelklasse: Während der Gesamtsieg an den Mercedes E 300 Bluetec Hybrid T-Modell ging, fuhr der Jaguar XF 2.2 Diesel in der Importwertung die besten Noten ein.

Mittelklasse-Kombi

Nur ein Fahrzeug von asiatischen Herstellern schaffte den Sprung aufs Siegertreppchen. Der Hyundai i40 cw 1.7 CRDI lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Der Mittelklassekombi i40cw feierte seinen Marktstart in Deutschland im September 2011 und wurde seither, gemeinsam mit der Limousine i40, die im Februar 2012 die Modellreihe ergänzte, rund 5.000 Mal verkauft. Beide Fahrzeuge entstanden im europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim unter der Federführung von Chefdesigner Thomas Bürkle. Mit einem Gepäckraumvolumen von 553 bis 1.719 Litern gehört der Kombi zu den geräumigsten Fahrzeugen seiner Klasse. Für beide Modellvarianten bietet Hyundai spezielle Business-Pakete an, die für zusätzlichen Komfort bei Vielfahrern sorgen. Der i40cw 1.7 CRDi ist erhältlich ab einem Bruttopreis von 24.990 Euro (23.352 Euro netto).

Importwertung

Der Hyundai i40 lag bei der Importwertung in der Mittelklasse vorne, der Gesamtsieg ging an den BMW 320d.

Innovationspreis

Immerhin gewann Mazda für seine „Skyactive-Technologie“, die konsequenten Leichtbau und eine Optimierung der Verbrennungsmotoren propagiert, den Innovationspreis.

Kleine SUV

In den Klassen SUV und Vans vergaben die Tester jeweils einen Preis für kompakte und große Fahrzeuge. Bei den kleinen SUV gewannen Volvo XC60 D5 AWD und BMW X3 xDrive 20d, bei den großen SUV ...

Kompakte SUV

Kleine und kompakte SUV: Der gesamtsieg geht an den BMW X3 xDrive 20d, der Volvo XC 60 D5 AWD führt 2012 die Importwertung in dieser Klasse bei den Fuhrpark-Managern an.

Große SUV

Bei den großen SUV siegten der Range Rover Sport SD V6 und der Porsche Cayenne Diesel.

Kompaktwagen

Der Sieg in der Klasse der Kompakten ging an den Volkswagen-Konzern, die Importwertung gewann Skoda mit dem Octavia Combi in der Ausführung 1.6 TDI Greentect, die Gesamtwertung gewann in diesem Jahr in dieser Klasse Audi mit dem A3 Sportback, ebenfalls mit 1.6 TDI-Motorisierung.

Kompakt Vans

Die einzige Wertung bei den Kompakt-Vans entschied der Mercedes B 180 CDI für sich.

Maxi-Vans

Die besten Maxi-Vans waren der Seat Alhambra und der VW Sharan, beide mit der Motorisierung 2.0 TDI.

Die Teilnehmer

An der Wahl nahmen 2.732 Fuhrparkprofis teil. Neben Fahrzeugherstellern, Leasinggesellschaften und Versicherungen stellten sich auch Tankkartenanbieter, Werkstätten und Reifenhersteller der Wahl. Gewürdigt wurden Unternehmen, die sich erfolgreich im Flottenmarkt engagieren, überdurchschnittliche Qualität liefern, sich großer Sympathie erfreuen oder besonders kundenorientiert arbeiten.

Die besten Marken

Als „Die besten Marken“ wurden ausgezeichnet: Audi für guten Service für Flottenkunden; Volkswagen Leasing, CPM Car Professional Management, Europcar, Volkswagen als umweltfreundlichste Marke, Continental, Vergölst für den Reifeservice, Aral für die Tankkarten, Allianz, A.T.U. als freie Werkstätten und als Pkw-Börse autoscpout24.de.

Viele Leasinggesellschaften bieten Dienstleistungen rund um das Fuhrparkmanagement an - indes: Sie werden nicht genutzt. "Do it yourself" heißt bei vielen Firmen die Devise. Doch diese Methode kostet Zeit und führt am Ende nicht selten zu Effizienzverlusten.

Ein Beispiel: die Restwerte. Gerade mal ein Viertel der befragten Fuhrparkexperten nutzt einen Kilometervertrag, bei dem das Risiko des Restwertes beim Leasinggeber liegt. Daher zählt die Restwert-Prognose zur Kernkompetenz von Leasinggesellschaften.

Online-Leasing

Optimal für kleinere Firmen

Online-Leasing bietet viele Vorteile. So können Autohäuser und Leasinggesellschaften ihre Angebote überregional inserieren und mehr Interessenten ansprechen. Potentielle Leasingnehmer können online Fahrzeugangebote aus ganz Deutschland miteinander vergleichen und die günstigsten Konditionen herausfiltern. Davon profitieren insbesondere kleine und mittelständische Firmen, die im Gegensatz zu Großunternehmen beim Leasing in der Regel keine Mengenrabatte erhalten. Das große Marktpotenzial des Leasing via Internet erkannten auch Robin Tschöpe, Chris Tschöpe und Thomas Behrens. Sie gründeten das Berliner Start-up Leasingmarkt.de.

Das Angebot

Seit Mai 2012 können Händler, Firmen und Privatpersonen über den virtuellen Marktplatz für Leasingfahrzeuge laufende Verträge anbieten. Darüber hinaus werden auch Übernahmen und Neuverträge direkt von Herstellern und Händlern angeboten. Derzeit umfasst das Angebot Leasingverträge und –übernahmen von Limousinen, Kombis, Kleinwagen, Geländewagen, Sportwagen/Coupés, Cabrios und Kleinbussen. Eine Ausweitung auf weitere Fahrzeug- und Produktgruppen sei geplant.

Für Firmen und Privatnutzer kostenlos

Während Leasingmarkt.de für registrierte Firmen und Privatnutzer kostenlos ist, zahlen autorisierte Händler und Leasinggesellschaften eine monatliche Grundgebühr, die abhängig ist vom angebotenen Fahrzeugvolumen. Hierfür stehen verschiedene Tarifmodelle zur Verfügung. Die Kosten betragen zwischen 25 und 225 Euro. Gewerbliche Nutzer erhalten einen Händler-Account, über den die Fahrzeuge manuell oder über ein Dealer-Management-System (DMS) auf leasingmarkt.de eingestellt werden.

Vertragspartner selbst suchen oder suchen lassen

Nutzer können zwischen zwei Angeboten wählen. Zum einen besteht die Möglichkeit, das eigene Leasingangebot kostenlos zu inserieren und anschließend selbst mit potentiellen Interessenten zu verhandeln. Zum anderen ist auf Wunsch auch eine aktive Vermittlung möglich. In diesem Fall übernimmt Leasingmarkt.de die gesamte Abwicklung vom Angebotsinserat über die Vertragsvorbereitung bis hin zur Fahrzeugübergabe.

Wunschfahrzeuge finden

Wer ein Fahrzeug leasen will, der kann auf Leasingmarkt.de über eine Suchmaske sämtliche Kriterien in den Kategorien Technik, Sicherheit, Komfort und Sonstige Ausstattung für das Wunschfahrzeug festlegen. Auch die Vertragsart - Leasingübernahme oder Neuvertrag – die gewünschte Restlaufzeit und die Höhe der Anzahlung lassen sich definieren. Interessenten können den aktuellen Leasingnehmer direkt anfragen. Für die Verhandlung und Übernahme von Leasingverträgen bietet Leasingmarkt.de außerdem eine Checkliste.

Leasing-Lexikon

Was ist eigentlich unter Andienungsrecht zu verstehen, was ist eine GAP-Versicherung und was bedeutet Sale-and-lease-back? Um alle Abläufe, Möglichkeiten und die rechtlichen Grundlagen beim Leasing zu verstehen, stellt Leasingmarkt.de außerdem ein Leasing-Lexikon mit den wichtigsten Termini rund um das Privat- und Geschäftsleasing zur Verfügung.

Doch diese Expertise nutzen viele Fahrzeugverantwortlichen nicht. 23 Prozent haben immer noch einen Leasingvertrag mit festgeschriebenem Restwert - und das, obwohl sich mit den Restwerten kaum noch Ertrag erzielen lässt. Werden der Restwert zu hoch und die Leasingrate zu niedrig kalkuliert, ergeben sich am Ende Verluste. Doch die Fuhrparkleiter nehmen das Verwertungsrisiko lieber in Kauf, als den Risiko-Aufschlag der Leasinggesellschaften zu akzeptieren.

„Nur eine Minderheit ist sich bewusst, dass Leasing mit einem Kilometervertrag in Zeiten sinkender Restwerte ein entscheidender Vorteil ist", so Ralf Woik, Mitglied der Geschäftsleitung von Arval in Deutschland und CVO-Sprecher.

Ein anderes Beispiel: der Führerscheinnachweis. Obwohl Leasinggesellschaften elektronische Kontrollsysteme dazu anbieten, übernimmt fast die Hälfte aller befragten Fuhrparkverantwortlichen die Prüfung selbst. Jedoch: 22 Prozent der kleinen und 17 Prozent der großen Fuhrparks schaffen die Kontrolle nicht regelmäßig.

Dabei können Führerscheine heute beim Tanken einfach gescannt werden. Doch Fuhrparkleiter nehmen lieber ein umfassendes Prozedere in Kauf, als Aufgaben an Dienstleister abzugeben. Der Einspareffekt ist nahe null, denn die Dokumentation muss auch hinterlegt werden. Schlimmer noch: Viele Fuhrparkmanager wissen gar nichts darüber.

Wegmarken zum Erfolg

1962 ...

... werden die Deutsche Leasing GmbH und die Maschinen Miete GmbH gegründet.

1965

Erstmals steigt eine Bank ins Leasinggeschäft ein.

1971

Deutsche Leasing GmbH, Maschinen Miete GmbH und Mietdienst fusionieren zur Deutsche Leasing AG.

1980er Jahre

Der Siegeszug des Fahrzeugleasings beginnt.

2006

Das Leasingneugeschäft steigt erstmals über die Marke von 50 Milliarden Euro.

2009

Die Finanzkrise trifft die Branche hart; das Neugeschäft sinkt um mehr als 20 Prozent.

Obwohl die Zulassungszahlen laut Dataforce sinken, wird die Zahl der Fuhrparkfahrzeuge nach Meinung vieler Befragten in Zukunft steigen. "Unternehmen können offenbar nicht auf das Auto verzichten, als Motivationstreiber zum Beispiel ist es nach wie vor uneinholbar", so Woik.

Die Wahl der Marke- vorzugsweise eine deutsche - ist dabei das wichtigste Auswahlkriterium. Statt am Spritverbrauch sparen die Fuhrparkmanager eben an anderer Stelle - zum Beispiel dem Einkauf. Viele Unternehmen nutzen drei bis fünf verschiedene Leasinggesellschaften.

In der Praxis bedeutet das aber oft nicht mehr als eine Leasingratenoptimierung von weniger als zehn Euro pro Fahrzeug und Monat. Nicht eingerechnet die Tatsache, dass die Fuhrparkleitung ständig mit Ausschreibungen beschäftigt ist.

Weil sie das Ergebnis ihrer Ausschreibungen wegen der verschiedenen Parameter - Effektivzins, Full-Service mit oder ohne Winterreifen - oft nicht richtig bewertet, läuft es am Ende auf einen simplen Ratenvergleich hinaus. "Das preiswerteste Angebot ist oft nicht das kostenoptimale, abgerechnet wird am Ende", weiß Woik.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×