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01.06.2016

16:08 Uhr

FML-Leasing-Chef Ralf Marquardt

„Heute geht es mehr um Software“

VonThomas Luther

Firmenfahrzeuge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, während andere Bereiche schrumpfen: Der Gründer der FML Leasing, Ralf Marquardt, spricht im Handelsblatt-Interview über Branchentrends und die Digitalisierung.

Geschäftsführer FML (Flexibler mit Leasing), Ralf Marquardt (links) und Udo F. Mann (rechts)

FML-Gründer Ralf Marquardt

„Industrie 4.0 wird eine Herausforderung.“

Quelle: FML

Das Thema „Industrie 4.0“ wird für FML-Geschäftsführer Ralf Marquardt auch das Leasingbranche verändern.

Herr Marquardt, wie hat sich das Leasinggeschäft über die Jahre hinweg verändert?
Während in den 70er-Jahren das Neugeschäft von Büromaschinen und EDV dominiert wurde, boomte Anfang der 80er-Jahre dann das Autoleasing. Seitdem ist dieser Bereich kontinuierlich gewachsen, während der IT-Bereich immer weiter geschrumpft ist.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

Das ist doch ungewöhnlich angesichts der voranschreitenden Digitalisierung, oder?
Zum einen ist die Hardware immer günstiger geworden, so dass die Finanzierung über Eigenmittel meist problemlos möglich ist. Im Bereich Autoleasing ist der Anstieg in den vergangenen Jahren sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Hersteller in den letzten Jahren häufig gezwungen waren, Leasing als Marketinginstrument einzusetzen.

Was verlangen Kunden im Bereich Digitalisierung?
Im klassischen IT-Bereich geht es heute mehr um Softwareleasing als um die Finanzierung der Hardware. Zwar ist der Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich geschrumpft, aber ich bin sicher, dass das Thema Industrie 4.0 wieder zu einer Belebung führen wird.

Wird es in zehn Jahren Leasingbereiche geben, die es heute noch nicht gibt?
Mit Sicherheit. Die Leasingwirtschaft hat sich über die Jahrzehnte als äußerst kreativ erwiesen und technische Innovationen stets mitbegleitet. Ich gehe davon aus, dass dies auch in den nächsten zehn Jahren so bleiben wird. Der Fahrzeugbereich wird sicherlich weiter stark sein, dafür sorgt allein die Energiewende. Ohne Leasing ist das auf breiter Front gar nicht zu realisieren. Ein erhebliches Wachstumspotenzial stellt das Thema „Industrie 4.0“ dar. Hier stehen immense Investitionen an, mit denen neue Herausforderungen auf die Branche zukommen werden. Denn hierbei geht es vielfach um Investitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter wie Software, Lizenzen und Patente.

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