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29.04.2014

12:11 Uhr

Förderprogramm

Banken sollen für Gründer bürgen

VonFrederic Spohr, Carina Kontio

Wer leasen will, braucht Liquidität. Davon können allerdings gerade junge Gründer in Deutschland beim Start oft nur träumen. Bürgschaften sollen ihnen jetzt den Zugang zu Leasing-Finanzierungen erleichtern.

Beim Leasing kommt es – wie so auf – auf das Kleingedruckte an. Das gilt für alte Hasen genauso wie für junge Existenzgründer. dpa

Beim Leasing kommt es – wie so auf – auf das Kleingedruckte an. Das gilt für alte Hasen genauso wie für junge Existenzgründer.

Köln, DüsseldorfLeasen statt kaufen: Gerade für Existenzgründer klingt das verlockend - denn das nötige Kapital für den Firmenwagen oder Maschinen fehlt beim Start häufig. Doch mit mangelnder Liquidität platzt auch diese Art der Finanzierung meist schon vor Vertragsabschluss, warnt das Bundeswirtschaftsministerium: „Leasinggesellschaften prüfen nach den gleichen Bonitätsgrundsätzen wie die übrige Kreditwirtschaft.“ Und Existenzgründer würden eben bonitätsmäßig „zurückhaltend“ beurteilt.

Abhilfe schaffen soll seit Januar ein neues, von der EU gefördertes Pilotprogramm des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) und des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (VDL): Dank Bankbürgschaften soll es für Leasing-Gesellschaften attraktiv werden, mit kleinen und mittelgroßen Firmen auch bei geringen finanziellen Sicherheiten Geschäfte zu machen.

Auf diese Klauseln sollten Sie beim Leasing achten

Bearbeitungsgebühren

Der Unternehmer sollte sich den Effektivzins der Finanzierung ausrechnen lassen -- und mehrere Angebote miteinander vergleichen. Im Optimalfall kontaktieren Unternehmer Hersteller, Banken und Leasinggesellschaften. Bearbeitungsgebühren oder vierteljährliche Vorauszahlungen gehen oft zusätzlich ins Geld.

(Quelle: Creditreform-Magazin.de)

Hersteller

Clevere Unternehmer wenden sich im ersten Schritt an den Hersteller und klären die Einzelheiten des Kaufvertrags vorab. So haben sie gleich ein Angebot in der Hand, aus dem sich die genauen Angaben zum Objekt ergeben. Das wiederum braucht die Leasinggesellschaft. Und sie erfahren, ob der Leasinggeber mit dem Hersteller eventuell kürzere Gewährleistungsfristen vereinbart hat - zum Nachteil des Leasingnehmers.

Nutzungsänderungen

Hier ist Vorsicht geboten, zum Beispiel beim Firmenwagen. Werden mehr Kilometer gefahren als vertraglich vereinbart, kann es teuer werden. Clevere Unternehmer überlegen vorab, wie sie das Objekt nutzen wollen. Im Zweifel frühzeitig den Anbieter kontaktieren und den Vertrag anpassen.

Nutzungsdauer

Die Laufzeit des Vertrags sollte maximal der Dauer der Nutzung entsprechen - andernfalls zahlt die Firma die Raten weiter, obwohl das Objekt nicht mehr zur Wertschöpfung beiträgt. Zu unterscheiden sind die unkündbare Grundlaufzeit von 40 bis 90 Prozent der AfA, falls der Leasinggeber das Wirtschaftsgut bilanziert, und die vereinbarte nutzungsabhängige Laufzeit.

Reparaturen

Das Leasingobjekt gehört der Gesellschaft oder der Bank - entsprechende Vorgaben bei Reparaturen sind zu beachten. Der Unternehmer sollte die Details seines Vertrags genau prüfen.

Steuern

In jedem Fall sollte der Firmenchef vor Vertragsabschluss die steuerlichen Aspekte mit einem erfahrenen Berater erörtern. Wer zum Beispiel den Investitionsabzugsbetrag nutzt, muss diesen beim Leasing später wieder gewinnerhöhend auflösen. Der Vertrag sollte so gestaltet sein, dass die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Zinsanpassung

In der Regel haben die Gesellschaften bei langfristigen Verträgen die Option, den Zins bei Veränderungen am Markt anzupassen. Es sollte klar nachvollziehbar und transparent sein, wann das erfolgen darf.

„Mit Leasing-Bürgschaften kann auch diese Zielgruppe einfach von Leasing-Vorteilen profitieren und die Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten verbessern“, sagt der VDB-Vorsitzende Stefan Papirow. Zwischen 2014 und 2016 stellen die Bürgschaftsbanken 120 Millionen Euro zur Verfügung, die Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro decken sollen. Dabei nutzen die Banken Rückbürgschaften des Europäischen Investitionsfonds EIF. Einzelne Unternehmen können Finanzierungen von bis zu 500.000 Euro absichern.

Zwar konnten schon früher Leasing-Gesellschaften Bürgschaften bei den Förderbanken beantragen. Das Verfahren war jedoch äußerst sperrig und langwierig, das Interesse entsprechend gering, sagt eine Sprecherin des VDB. Bundesweit vergaben die Bürgschaftsbanken für Leasing weniger als zehn Millionen Euro. Jetzt ist das Verfahren deutlich verschlankt worden: Leasing-Gesellschaften können die Bürgschaft elektronisch beantragen und erhalten nach maximal fünf Bankarbeitstagen eine Zu- oder Absage, bei kleineren Beträgen bereits schon nach zwei Tagen. Außerdem sind die Konditionen nun bundesweit einheitlich.

Kommentare (2)

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29.04.2014, 12:23 Uhr

wichtiger als Firmenwagen und Businesspläne sind gute Konzepte. Die aber werden systematisch behindert. Geld kommt mit Investoren und Beteiligungen, aber dafür braucht man einen Ideenschutz. Hier versagt die Politik schon beim europäischen Patent. Das sollte es schon sehr lange geben. Der Präsident des europäischen Patentamtes ist bekannt als Weinkenner! Andere Interessen zeichnen sich nicht ab. Derzeit ist es kaum möglich Patente anzumelden. Etwa 10 Jahre dauert es bis ein Patent erteilt wird. Das kann nur den Amerikanern nutzen (die Fristen sind nachvollziehbar unter Patentamt.de). Die Essenz aus Bildung und Forschung wird nicht umgesetzt. Neue Erfindungen brauchen Schutz damit darin investiert wird. Wir haben Politiker die die Welt nicht verstehen. Wir brauchen keine Studiengebühren und auch keine systematischen Behinderung neuer Ideen, denn nur davon leben wir hier alle.

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29.04.2014, 13:09 Uhr

Und wenn die Bürgschaft dann platzt, was bei einem hohen Prozentsatz von Sartups sicher der Fall sein wird, darf der Steuerzahler die Zeche zahlen. Wirklich mal wieder ein ganz tolles Konzept zu Lasten der Allgemeinheit. Freuen wird es in erster Linie mal wieder die Finanzwirtschaft, die risikolos Geld überteuert in den Markt pumpen kann.

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